Eklat

Lutz Heuser tritt beim Stadtmarketing Sprockhövel zurück

Lutz Heuser, hier zusammen mit dem Vorsitzenden des Stadtmarketingvereins Michael Ibing (r.) beim Neujahrsempfang Mitte Februar.

Lutz Heuser, hier zusammen mit dem Vorsitzenden des Stadtmarketingvereins Michael Ibing (r.) beim Neujahrsempfang Mitte Februar.

Foto: Fischer

Sprockhövel.   Es läuft eine interne Prüfung der Stadt Sprockhövel. Dem bisherigen 2. Vorsitzenden wird verboten, Stadtsymbole wie das Wappen zu gebrauchen.

Das Handtuch geschmissen hat der zweite Vorsitzende des Stadtmarketing- und Verkehrsvereins (SVS), Lutz Heuser. Er stellt seinen Posten zur Verfügung.„Es gibt vom Rechnungsprüfungsamt der Stadt eine interne Prüfung. Eine Zusammenarbeit ist für mich nicht mehr möglich.“

Es gärt schon länger zwischen Stadt und Verein

Die jetzige Situation ist nicht darauf zurückzuführen, dass es schon länger gärte zwischen SVS und Stadt, sondern es hat einen echten Eklat gegeben, erklärt Heuser. Während er mit Mitstreitern an der Neuauflage der Broschüre „Sprockhövel ist mittendrin“ arbeitet, flatterte ihm am Dienstag dieser Woche - ohne Vorwarnung, wie er sagt - ein Brief ins Haus. Unterschrieben von Bürgermeister Uli Winkelmann. Darin teilt Winkelmann mit, dass aufgrund einer internen Revision die Stadt im Augenblick „keinerlei Zusagen und Genehmigungen“ zur Nutzung städtischer Logos, des Stadtwappens und ähnliches erteilt.

Ankündigung des Bürgermeisters

Heuser rieb sich verwundert die Augen. Hatte doch Winkelmann auf dem Neujahrsempfang der Stadt diese Broschüre im Taschenformat vor allen Gästen hochgehalten und erklärt, in diesem Jahr komme eine Neuauflage heraus. „2017 hatte die Stadt mich persönlich gefragt, ob ich mithelfen kann, den Bikeday auszurichten. Die Stadt hatte zu dem Zeitpunkt keine Broschüre über Sprockhövel und wollte Werbematerial für die vielen Radler, die an der Mathilde-Anneke-Schule Station machen“, erklärt Heuser die Anfänge. „Die Stadt hatte das Personal nicht und das Stadtmarketing kein Geld.“

Sechs Wochen Zeit für die Broschüre

Also tat man sich zusammen und erstellte in kürzester Zeit mit vielen Ehrenamtlichen eine Broschüre, auf der das Stadtwappen war. „Ich habe mit meinem Mediateam für die Broschüre im Taschenformat Anzeigen akquiriert. Bürgermeister Winkelmann ist dort mit einem Vorwort vertreten, das Stadtarchiv hat Hintergrundinformationen geliefert. Insgesamt hatten wir nur sechs Wochen Zeit. Es war eine immense Arbeit, aber eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Stadt“, sagt der bisherige 2. Vorsitzende. Die Broschüre kam ausgesprochen gut an. Sie wurde mit einer Auflage von 5000 Stück an die 1500 Radler und im gesamten Stadtgebiet verteilt. Im Impressum stand als Herausgeber Media Team Heuser. Eigentlich sollte es auch 2018 eine Neuauflage geben. „Das haben wir aber aus Zeitgründen nicht geschafft.“

Verstörender Brief Winkelmanns

Und jetzt mitten in der Produktion der Broschüre für 2019 kommt dann plötzlich dieses Schreiben von Bürgermeister Winkelmann. „Wenn jemand denkt, dass wir bei der ersten Broschüre Gewinn gemacht haben, dann irrt er“, betont Heuser, der sich den plötzlichen Sinneswandel der Stadt nicht erklärten kann. Auch der erste Vorsitzende des SVS kann sich den Eklat nicht erklären. „Ich stelle nur mit dem größten Bedauern fest, dass es da wohl kein Zurück mehr gibt. Mit dem Ausscheiden verliert unser Verein den Motor für den Tourismus.“ Man habe ja in diesem Jahr noch viel vor. Zwei Veranstaltungen blieben jetzt definitiv auf der Strecke: Der Frühschoppen mit Countrymusik im Mai in Haßlinghausen und die Neuauflage der Kaffeetrasse, könnten nun nicht mehr durchgeführt werden.

Kein Kommentar von der Stadtspitze

Weder Kämmerer Volker Hoven, für Tourismus zuständig, noch Bürgermeister Ulli Winkelmann waren zu einer Stellungnahme bereit. Eins ist allerdings klar für Lutz Heuser: Die Broschüre 2019 erscheint. Ohne Mitwirkung der Stadt.

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