Naturschauspiel

Kirschblütenmeer in Sprockhövel zieht Menschen an

Bettina Unger kniet, um ein Foto von der Blütenpracht an der Kirschbaum-Allee nahe der South-Kirkby-Straße zu machen.

Bettina Unger kniet, um ein Foto von der Blütenpracht an der Kirschbaum-Allee nahe der South-Kirkby-Straße zu machen.

Foto: Walter Fischer

Sprockhövel.   Viele Menschen erfreuen sich an der Pracht von 17 Kirschbäumen, die in diesen Tagen am Abzweig der South-Kirkby-Straße zu sehen sind.

Schönheit ist vergänglich. So sagt es Harald Olschewski, der mit seiner Frau Gudrun im Auto am South-Kirkby-Ring stehengeblieben ist. Er hat das Fenster heruntergefahren und beide schauen verträumt in die Richtung Niedersprockhövel weisende Allee. 17 Kirschbäume stehen da in voller Blüte, es ist mittags um zwölf und vom Tal herauf ist der Glockenschlag der Zwiebelturmkirche zu hören.

„Kirschbäume sind gewiss keine Seltenheit“, räumt Gudrun Olschewski ein, auch in der Nachbarstadt kenne sie viele. „Aber nirgendwo verbinden sich Landschaft und zartrosafarbene Blütenmeer sich so schön wie hier in Sprockhövel, ist die 68-Jährige sicher.

In diesen Tagen empfinden das viele Menschen, die zwischen Niedersprockhövel und Haßlinghausen auf der Straße unterwegs sind. Manche halten nur kurz. Annegret Herzberg ist auf dem Weg zur Kita, wo sie ihre Enkelin abholen will. „Aber jedes Jahr, wenn die Kirsche blüht, muss ich hier anhalten.“ Sie genießt den Anblick, saugt förmlich den Panoramablick ein, schießt ein Foto mit dem Smartphone und braust wieder davon.

Es fällt auf, dass niemand in die Allee einbiegt, auch längst nicht alle vorbeikommenden Fußgänger gehen die rund zweihundert Meter hinunter bis zum Haus. „Die Schilder dienen klar der Abschreckung“, ist Peter Fahrenschorn überzeugt, der mit seinem Boxermischling vorbeizieht. „Keine Durchfahrt, kein Durchgang“ steht an der Straßeneinmündung, darunter „Warnung vor dem Hunde“. Am Ende der Allee wohnt Elisabeth Schnitzler, die sich mit Interessierten vom Balkon herab unterhält. „Ach nein, das ist nicht wirklich böse gemeint“, kommentiert sie die Aussage ihrer Schilder. „Wir haben nur über Jahre erleben müssen, dass viele Passanten unbedingt ,Souvenire’ mitnehmen mussten.“ Als das mit den abgebrochenen Kirschbaumzweigen zu viel wurde, habe ihr Mann seinerzeit auf Warnbotschaften gesetzt.

Die Bäume hat Familie Schnitzler vor 25 bis 30 Jahren gepflanzt – „und immer mal wieder ersetzt, wenn einer abgestorben ist“, so Elisabeth Schnitzler. Sie störe der Andrang oben an der Umgehungsstraße zur Blütezeit nicht, „die WAZ schreibt ja schonmal darüber, und die ,Aktuelle Stunde’ im WDR hat auch berichtet“.

Rosafarbener Teppich auf dem Weg

Bald sei es ja auch wieder vorbei. Und in der Tat: Mit jedem noch so leichten Windstoß verlieren die Bäume einen Teil ihrer Pracht, auf dem Weg hat sich ein rosafarbener Teppich gebildet.

Solveig Hermann käme es gar nicht in den Sinn, die Bäume zu beschädigen. Ihrem kleinen Sohn Malte zeigt die junge Mutter, dass man die schöne Natur auch ohne Anfassen genießen kann. „Dann stehen die Kirschbäume auch im nächsten Jahr noch so schön hier herum“, hat der Junge gelernt.

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