Flüchtlinge

Kirchenasyl in Sprockhövel dauert noch an

Die evangelische Kirchengemeinde Bredenscheid-Sprockhövel hat zwei jungen Flüchtlingen Kirchenasyl gewährt. Einer von ihnen hat das Asyl im April verlassen.

Die evangelische Kirchengemeinde Bredenscheid-Sprockhövel hat zwei jungen Flüchtlingen Kirchenasyl gewährt. Einer von ihnen hat das Asyl im April verlassen.

Foto: Claudia Schütte

Sprockhövel.   Die Kirchengemeinde Bredenscheid-Sprockhövel hatte zwei Männer aus dem Irak und Marokko aufgenommen. Einer hat das Asyl bereits verlassen können.

Was ist aus den beiden jungen Flüchtlingen und dem Kirchenasyl geworden, das ihnen die Gemeinde Bredenscheid-Sprockhövel gewährte, und von denen wir im Februar berichteten? Damals waren Ali aus dem Irak und Mohamed aus Marokko bereits seit einem Jahr in Sprockhövel, hatten nach Auskunft der evangelischen Kirchengemeinde Freunde gefunden und gute Fortschritte beim deutschen Spracherwerb vorweisen können.

Doch aufgrund ihrer Herkunft fallen beide unter die Regelung des so genannten Dublin-III-Abkommens, was bedeutet, dass das europäische Land, in dem sie auf ihrer Flucht erstmals registriert wurden, für ihr Asylverfahren zuständig ist – für Ali und Mohamed wäre das Kroatien. Und die Abschiebung dorthin wollte die Gemeinde unbedingt verhindern.

Schicksal nicht an die große Glocke hängen

Nun ist Kirchenasyl kein Thema, bei dem Kirchengemeinden eine offensive Öffentlichkeitsarbeit betreiben. Auch Pfarrerin Heike Rienermann ist eher froh, wenn das Schicksal von Ali und Mohamed nicht an die große Glocke gehängt wird. Doch so viel stellt sie klar: „Mohamed hat das Kirchenasyl im April verlassen, sein Anerkennungsverfahren läuft jetzt. Bei Ali, der nach wie vor noch in unserer Gemeinde untergebracht ist, ist die Situation noch nicht im grünen Bereich.“ Die Pfarrerin betont jedoch, dass die Kirchengemeinde immer noch fest zu ihrem Entschluss für das Kirchenasyl stehe.

Kirchengemeinde Bredenscheid-Sprockhövel und Kirchenkreis arbeiten bei diesem Problem eng mit der Flüchtlingshilfe Sprockhövel zusammen. Miriam Venn, die Vorsitzende der Flüchtlingshilfe, hatte 2015 bereits mit bei der Nachbargemeinde Haßlinghausen-Herzkamp-Silschede Kirchenasyl für einen Syrer erbeten, der seinerzeit nach Italien abgeschoben werden sollte.

Ausländerbehörden könnten noch einschreiten

„Die gute Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirche hat sich hier fortgesetzt“, freut sie sich. „Bei Mohamed war die Überstellfrist von sechs Monaten, innerhalb der er nach Kroatien hätte abgeschoben werden müssen, im April abgelaufen.“ Nun sei sein Asylverfahren in das nationale Verfahren hier übergegangen. Bei dem Iraker Ali endet diese Frist Mitte Juli, dann kann auch er das Kirchenasyl verlassen und einen Antrag hier stellen– vorausgesetzt, die Ausländerbehörden schreiten bis dahin nicht ein.

„Die Situation ist für alle Beteiligten, die versuchen, Ali eine erträgliche Zeit zu ermöglichen, nicht einfach“, sagt Miriam Venn. Seit Monaten besuchen ihn Mitglieder der Flüchtlingshilfe, um ihm Deutschunterricht zu erteilen, von hier bekommt er auch Taschengeld, um sich Dinge zu kaufen, die ihm andere besorgen müssen. „Rundum versorgt wird er von Ehrenamtlichen der Kirchengemeinde“, sagt Venn anerkennend.

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