Schulpolitik

Jusos lehnen Gymnasium für Sprockhövel ab

Auf dem Acker neben der Mathilde-Anneke-Schule in Niedersprockhövel könnte ein Gymnasium entstehen. Foto:

Auf dem Acker neben der Mathilde-Anneke-Schule in Niedersprockhövel könnte ein Gymnasium entstehen. Foto:

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Sprockhövel.  Die Jusos im Ennepe-Ruhr-Kreis lehnen die Planungen für ein Gymnasium in Sprockhövel ab. Sie haben eigene Vorstellungen für die Schullandschaft.

Mit Unverständnis haben die Jungsozialisten Ennepe-Ruhr, die Jugendorganisation der SPD, auf die Diskussion über den Bau eines Gymnasiums in Sprockhövel reagiert. Nach Absprachen mit Schülern und dem Vorsitzenden des Kreisschulausschusses lehnen sie einen Neubau ab. Die Jusos sehen in den Plänen ein Prestigeprojekt, das der Qualität der Schullandschaft im Kreis nachhaltig schaden würde.

Im schlimmsten Fall drohen Schulschließungen

Sprockhöveler Gymnasiasten seien bestens an die umliegenden Schulen in Hattingen und Gevelsberg, aber auch in Witten und Schwelm angebunden. Die Schulen würden viele Kurse anbieten, so dass fast allen Wünschen der Schüler entsprochen werden könnte. „Durch den Bau eines Gymnasiums in Sprockhövel ist mit einem massiven Schwund an Schülern vor allem in Gevelsberg und Hattingen zu rechnen. Im schlimmsten Fall führt dies zu Schulschließungen – die aktuelle Vielzahl an Kursen könnte nicht aufrecht erhalten werden“, sagte der Juso-Kreisvorsitzende Leon Reinecke. Die Sprockhöveler Forderung nehme in Kauf, dass sich die Situation für die Schüler drastisch verschlechtere und Kurswünsche nicht mehr berücksichtigt werden können. Statt einer kreisweit abgestimmten Schulentwicklung gefährdet die Stadt Sprockhövel die Schullandschaft in gesamten Kreis, so Reinecke.

Juso-Vision einer Kreisgesamtschule

Die SPD Sprockhövel hat vor bald zwei Jahren Pläne für ein Gymnasium ins Spiel gebracht; derzeit prüft die Verwaltung mögliche Wege.

Reineckes Stellvertreterin, Martha Sonström, fordert einen anderen schulpolitischen Ansatz: „Anstatt viele Millionen in den Bau eines Gymnasiums zu stecken, könnte etwa die Kreisgesamtschule in Sprockhövel erweitert werden. Das kann aufgrund ihrer jetzigen Größe aber nur ein erster Aufschlag sein.“

Gesamtschulen würden immer beliebter, mittelfristig brauche der Südkreis dringend eine eigene Gesamtschule. Durch den Neubau versprechen sich die Jusos ein Auffangen der vielen abgelehnten Schüler mit dem Wunsch, eine Gesamtschule zu besuchen. Immer wieder würden in Hattingen und Witten Schüler an den Gesamtschulen abgewiesen werden müssen, da kein Platz mehr bestünde. Eine weitere Gesamtschule könnte derartige Probleme abfedern.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben