Nachtexpress

Jusos in Sprockhövel fordern Nachtbus für Gedulderweg

Die Sprockhöveler Juso-Doppelspitze Luc Stahlhut und Martha Sondström  haben zusammen mit den Jusos des EN-Kreises und der SPD in Sprockhövel und Hattingen einen Antrag zur Änderung der Linienführung der NE4 auf den Weg gebracht.

Die Sprockhöveler Juso-Doppelspitze Luc Stahlhut und Martha Sondström haben zusammen mit den Jusos des EN-Kreises und der SPD in Sprockhövel und Hattingen einen Antrag zur Änderung der Linienführung der NE4 auf den Weg gebracht.

Foto: Manfred Sander

Sprockhövel.   Seit der Umlegung der Linie NE 4 über Holthausen haben Teile von Sprockhövel und Bredenscheid am Wochenende nachts keine ÖPNV-Anbindung mehr.

Die Jungsozialisten von Sprockhövel und des EN-Kreises sowie die SPD Sprockhövel und Hattingen wollen auch die Grenzregion von Niederstüter und Bredenscheid an die Nachtbusversorgung anschließen. Dafür werden sie einen Antrag zur Änderung des Nahverkehrsplanes in der nächsten Sitzung des Kreisverkehrsausschusses einbringen. Konkret soll die Linie NE 4, die in der Nacht zum Samstag und zum Sonntag und vor Feiertagen jeweils viermal pro Nacht die Strecke von Schwelm bis nach Bochum bedient und auf dem Abschnitt zwischen Niedersprockhövel-Kirche und Hattingen-Mitte über Holthausen geleitet wird, künftig auch über die Hattinger Straße, Gedulderweg und Hackstückstraße den Hattinger Stadtteil Bredenscheid fahren, bevor die Linie dann über die Bredenscheider Straße den Innenstadtbereich von Hattingen erreicht.

Ziel ist die soziale Teilhabe

„Unser Vorstoß hat nichts mit Lokalpatriotismus zu tun, wir wollen lediglich eine gerechtere Nahverkehrsversorgung auch für den ländlichen Bereich von Sprockhövel und Hattingen erreichen“, sagen die Sprockhöveler Juso-Vorsitzenden Martha Sonström und Luc Stahlhut. Vielmehr seien insbesondere Jugendliche an die Jungsozialisten herangetreten und hätten auf den Missstand hingewiesen. „Viele junge Menschen in Sprockhövel sind nach Bochum und den anderen großen Städten der Umgebung ausgerichtet, studieren oft da und genießen das Nachtleben, das eine Kleinstadt wie Sprockhövel nicht zu bieten hat“, führt Martha Sonström aus. Da sei eine gute Verkehrsverbindung an den Wochenenden wichtig. Wer nun im Bereich des Gedulderwegs und im ländlichen Bredenscheid lebe, habe es zu weit bis zum Nachtexpress-Anschluss. „Es ist unzumutbar, tief in der Nacht von der Zwiebelturmkirche bis etwa zur Hackstückstraße zu laufen“, meint Luc Stahlhut.

Taxi als Alternative für junge Leute zu teuer

Außerdem kritisieren die Jusos die „unsoziale Verteilung des Personennahverkehrs“, die durch die Umlegung der Linienführung der NE 4 über Holthausen vor zwei Jahren entstanden sei. „Junge Leute auch im Bereich Gedulderweg und Bredenscheid sind auf den ÖPNV angewiesen, sonst ist es ihnen unter den jetzigen Umständen kaum möglich, Abendveranstaltungen in den anderen Städten wahrzunehmen“, sagt Sonström. Ersatzweise zu mehreren ein Taxi zu buchen wäre aus Kostengründen ebenso wenig zumutbar.

Beide Strecken sollen im Wechsel bedient werden

Der Antrag von Jusos und SPD beinhaltet nicht etwa eine Einstellung der Holthauser Route zugunsten von Niedersprockhövel und Bredenscheid. „Bei vier Bussen pro Nacht wäre es doch ausgeglichen, wenn jede Strecke im Wechsel zweimal bedient würde“, sagt Luc Stahlhut. Über die Kreisverwaltung haben die Initiatoren ihren Antrag an die Verkehrsgesellschaften VER und Bogestra weitergeleitet. Dort wird er nun geprüft.

Verständnis für klamme Verkehrsgesellschaften

Luc Stahlhut und Martha Sonström legen Wert auf die Feststellung, dass es ihnen um das Ziel der sozialen Teilhabe geht. Stahlhut: „Daher sind wir offen für andere Vorschläge, wie das Problem der ÖPNV-Versorgung möglichst effizient gelöst werden kann.“

Der Antrag soll in der Kreis-Verkehrsausschusssitzung am 12. Juni erstmals behandelt werden. Wichtig wird auch das Prüfungsergebnis der Verkehrsgesellschaften für eine Änderung des Nahverkehrsplanes sein.

Auf die Beantragung zusätzlicher Busse haben die Jusos verzichtet. Sie verweisen auf die angespannte Finanzlage der Verkehrsgesellschaften. Eine Wechselbedienung von zwei Strecken sei auch finanziell darstellbar.

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