Insektensterben

In Sprockhövel entstehen immer mehr Blühstreifen

Auf dem Friedhof an der Eickerstraße hat die Stadt einen Blühstreifen angelegt, der sich wuchernd von der gepflegten Anlage absetzt. Foto:

Auf dem Friedhof an der Eickerstraße hat die Stadt einen Blühstreifen angelegt, der sich wuchernd von der gepflegten Anlage absetzt. Foto:

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Sprockhövel.  In den letzten beiden Jahren haben der Vital-Verein und die Stadt Sprockhövel Blühstreifen für mehr Insektenfreundlichkeit angelegt.

Sprockhövel blüht auf. Die Bemühungen um eine Vegetation, die das Überleben stark gefährdeter Insekten begünstigt, sind im zweiten Jahr bereits von erstem Erfolg gekrönt. Im vergangenen Sommer hat der Vital-Verein Ennepe.Zukunft.Ruhr, in dem auch Sprockhövel Mitglied ist, sein Projekt „Blühendes Netzwerk“ auf den Weg gebracht.

Vor einem Jahr öffentlich über Insektensterben informiert

Ziel sollte es sein, dem Insektensterben im ländlichen Raum der Mitgliedsstädte Sprockhövel, Ennepetal, Breckerfeld, Gevelsberg und Wetter entgegen zu wirken. Dafür war die Regionalmanagerin Sofia König auch nach Sprockhövel gekommen und hatte in einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung für die Errichtung von Nistkästen, Blühstreifen und Insektenhotels geworben. „Dafür gibt es Förderungen, die über unseren Verein beantragt werden können“, hatte König in Aussicht gestellt. Jeder Bürger sei gefragt, besonders wichtig sei es, Flächen für insektenfreundliche Blüher zur Verfügung zu stellen.

Bürger haben positiv auf Aktionen reagiert

Mit dem Abstand von einem Jahr berichtet die Regionalmanagerin nun von privatem und städtischem Engagement und einer Kooperation mit dem Landesbetrieb Straßenbau NRW, wonach auf dem Gebiet der Mitgliedsstädte insgesamt 25.500 Quadratmeter Fläche für die Aussaat von Wildblumen aktiviert werden konnten. „Besonders gefreut hat uns die Reaktion der Bürger auf die Vorbereitungen der Aussaatflächen“, berichtet Sofia König. Blühwiesen für Insekten stünden demnach hoch im Kurs bei der Bevölkerung. Neben Flächen in Breckerfeld, Ennepetal und Gevelsberg ist auch am Kaninchenweg in Sprockhövel ein Blühstreifen entstanden. Der Vital-Verein plant, im nächsten Jahr weitere Blühstreifen in der Regionanzulegen. Privatleute, die eine geeignete Fläche zur Verfügung stellen möchten, können sich beim Regionalmanagement der Region Ennepe.Zukuft.Ruhr melden (
02333/979330

, ennepe-zukunft-ruhr.de).

Auch Stadt Sprockhövel ist aktiv

Auch die Stadt Sprockhövel ist im zurückliegenden Jahr nicht untätig gewesen. Markus Gronemeyer, Vorarbeiter der Gärtner bei der Stadtverwaltung, hat auf Anweisung der Verwaltungsspitze zusammen mit seinem Team Flächen im gesamten Stadtgebiet Blühstreifen angelegt. „Im vergangenen Jahr kamen wir mit den Standorten Engelsfeld, Kortenstraße, Grundschule Haßlinghausen, Industriepark Niedersprockhövel, am Friedhof Eickerstraße und Stippelstraße auf runde 680 Quadratmeter“, berichtet er. In diesem Jahr dann kamen neue Flächen hinzu: An der Kläranlage in Herzkamp, an der dortigen Grundschule und am Sportplatz in Hiddinghausen haben die städtischen Mitarbeiter weitere Flächen bereitgestellt und eingesät – insgesamt, so überschlägt Gronemeyer, blühen nun stadtweit rund 450 Quadratmeter. „Wir verfahren dabei so: Wir fräsen und eggen die Grasnabe weg, säen ein und klopfen die Samen fest“, so der Gärtner. Gefräßige Vögel seien nicht zu fürchten.

Mischung für 40 bis 50 Pflanzenarten

Natürlich hat sich die Stadtverwaltung im Vorfeld ihrer Aktionen für bessere Lebensbedingungen für Insekten von Fachleuten beraten lassen. „Die Genossenschaft in Haßlinghausen hat der Stadt Ratschläge gegeben, welche Samenmischung am besten für das Ziel insektenfreundlicher Bepflanzung geeignet ist.“ Unter den 40 bis 50 Pflanzen, die die Mitarbeiter ausbringen, seien Kornblume, Thymian, Wiesensalbei, Ringelblume, Adonisröschen, Gänseblümchen – und viele mehr. Die spezielle „Sprockhöveler Mischung“ beinhalte einjährige, aber auch mehrjährige Pflanzen.

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