Sprockhövel

Herzkamp braucht dringend Geld für die Kirchenorgel

Organist Karl-Heinz Graf vor dem Prospekt der Sauer-Orgel in der Herzkamper Kirche. Für die Sanierung des edlen Instruments wird viel Geld benötigt.

Organist Karl-Heinz Graf vor dem Prospekt der Sauer-Orgel in der Herzkamper Kirche. Für die Sanierung des edlen Instruments wird viel Geld benötigt.

Foto: Manfred Sander

Sprockhövel.   Die legendäre Sauer-Orgel von 1889 ist von Schimmel befallen und nicht mehr in vollem Umfang zu bespielen. Ein neues Belüftungssystem ist nötig.

130 Jahre ist die Orgel alt, die 1955 in der in der evangelische Kirche Herzkamp aufgestellt worden ist. Seit gut drei Jahren aber macht dem Schmuckstück, das 1889 ursprünglich für die evangelische Kirche Breckerfeld gebaut worden ist, Schimmelbefall zu schaffen. Um ihr Schmuckstück zu erhalten, benötigt die Kirchengemeinde Geld und hat deshalb auch eine Spendenaktionen gestartet.

„Was wir brauchen, ist aber bei Weitem noch nicht zusammen“, sagt Herzkamps Pfarrer Ortwin Pfläging. Dabei geht es nicht nur langfristig um eine generelle Überholung der Orgel, sondern ganz aktuell um einen sogenannten Registerschaden, für den rund 2000 Euro fällig werden. „Die Töne werden nicht mehr richtig geschaltet“, erklärt Ortwin Pfläging. Es ist ein Spendenkonto eingerichtet worden, das zurzeit einen Stand von 6000 Euro aufweist. Doch der Finanzbedarf, um alle mit der „Orgelkrankheit“ zusammenhängenden Defizite fachmännisch beheben zu können, liegt erheblich höher: der Pfarrer taxiert ihn zwischen 60.000 bis 80.000 Euro.

Der Grund des Schimmelbefalls der Herzkamper Orgel ist wie in vielen anderen Kirchen auch das Klima. Nachdem ein fachlich versierter Presbyter ein Jahr lang Temperatur und Feuchtigkeit gemessen hatte, stand fest: „Die Luftfeuchtigkeit ist zu hoch“, sagt Organist Karl-Heinz Graf. Eben deshalb müsse auch grundsätzlich etwas geändert werden, um die Orgel nach der Sanierung auch instandzuhalten. Nämlich? „Die Kirche muss insgesamt neu belüftet werden, sonst bringt es nichts“, sagt Karl-Heinz Graf. Inwändig ist das mächtige Pfeifeninstrument am kalten Kirchturm angebracht, was die Entstehung von Feuchtigkeit fördert. Ein weiteres Problem benennt Ortwin Pfläging mit der Kirchenheizung: „Die Warmluftheizung stammt aus den sechziger Jahren und hat neben ihrer schlechten Effizienz den für das Musikinstrument üblen Nebeneffekt, dass die Temperaturen im Raum großen Schwankungen unterworfen sind.“

Nicht unerwähnt lassen der Organist und der Pfarrer, dass es sich bei ihrer Orgel, die Wilhelm Sauer (1831-1916) gebaut hat, um eine ganz besondere handelt. „Sie ist die einzige Sauer-Orgel im Originalzustand, die noch bespielt wird“, sagt Ortwin Pfläging, „und deshalb auch von denkmalschützendem und musikhistorischem Wert.“

Jetzt wird für das Instrument, dessen Klang von der Fachwelt gerühmt wird, gesammelt. „Wir haben einen Orgelfonds, bei Veranstaltungen wie etwa dem Erntedankmarkt fließt immer wieder etwas zusammen“, so Pfläging. „Aber freundliche Spender, die unsere Kirche und die Musik darin schätzen, sind herzlich eingeladen zu geben.“

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