Gesamtschule

Sprockhöveler Hausmeister gibt Tresordiebstahl in Schule zu

Im Herbst 2016 soll es erstmals Unregelmäßigkeiten in der Gesamtschule Haßlinghausen gegeben haben. Damals war das Geld der Schule noch in zwei Tresoren deponiert.

Im Herbst 2016 soll es erstmals Unregelmäßigkeiten in der Gesamtschule Haßlinghausen gegeben haben. Damals war das Geld der Schule noch in zwei Tresoren deponiert.

Foto: Blossey

Sprockhövel/Essen.   Der Bedienstete der Gesamtschule Haßlinghausen hat bei Berufungsverfahren gestanden, doch Geld aus dem Schultresor genommen zu haben.

Der ehemalige Hausmeister der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule hat am Montag doch noch zugegeben, vor rund zwei Jahren heimlich Geld aus Schultresor genommen zu haben. Im Gegenzug wurde eine frühere Verurteilung vom Landgericht Essen zurückgenommen und das Strafverfahren gegen Zahlung von 2400 Euro eingestellt.

Schulleitung reagiert auf Unregelmäßigkeiten

Im Herbst 2016 soll es erstmals Unregelmäßigkeiten gegeben haben. Damals war das Geld der Schule noch in zwei Tresoren deponiert. Beide befanden sich im Sekretariatsbereich. Um große Summen handelte es sich allerdings nicht. Ein bisschen Geld aus der Toilettennutzung, Mittel für die Anschaffung besonderen Papiers sowie Geld des Fördervereins, unter anderem für das Drachenbootrennen. Die Schulleitung hatte daraufhin sofort reagiert. Das Geld kam ab sofort nur noch in einen einzigen Geldschrank. Ein Schlüssel lag im Schreibtisch des Direktors, der andere war bei der Sekretärin. Außerdem wurde eine Überwachungskamera installiert.

2017 fängt Überwachungskamera Bilder ein

Und siehe da: Karneval 2017 war es soweit. Da näherte sich ein Mann gleich zweimal dem Tresor, nahm eine Geldkassette heraus, griff hinein und legte sie wieder zurück. Eine Auswertung der Bilder lenkte den Verdacht auf den damaligen Hausmeister. Er musste die Schule umgehend verlassen. Das Amtsgericht Hattingen hatte den 31-Jährigen später wegen Diebstahls zu einer Geldstrafe von 2400 Euro verurteilt. Der Hausmeister selbst hatte die Taten dagegen immer vehement bestritten. Auch in der Berufungsverhandlung vor dem Essener Landgericht sah zunächst alles danach aus, als ob er auch weiter seine Unschuld beteuern wollte. Er sei nicht die Person auf dem Video, ließ er seinen Verteidiger zum Prozessauftakt vortragen. Außerdem greife der Täter mit links zu, er sei aber Rechtshänder. Und die Tatzeiten (morgens zwischen 8.14 Uhr und 9.28 Uhr) würden auch nicht passen.

Nach interner Besprechung gibt Hausmeister alles zu

Um sich selbst ein Bild von den Aufnahmen der Überwachungskamera zu machen, hatten die Richter sogar schon einen Beamer in Betrieb. Außerdem war ein Anthropologe geladen worden – für einen Abgleich der Filmaufnahmen mit der Person des Angeklagten. Abspielen mussten sie die Videos allerdings nicht mehr. Nach einer internen Besprechung von Richtern, Verteidiger und Staatsanwalt gab der Ex-Hausmeister doch noch alles zu. Was er mit dem Geld gemacht hat, bleibt allerdings offen. Zu Details wollte der 31-Jährige auch in der Berufungsverhandlung keine Angaben machen.

Beute ist mit 90 Euro eher gering

Viel Geld hat er auf jeden Fall nicht erbeutet. Wie es heißt, soll es sich um rund 90 Euro gehandelt haben. Weil der Ex-Hausmeister nicht vorbestraft ist und nun auch ein Geständnis abgelegt hat, sahen Gericht und Staatsanwaltschaft keinen zwingenden Grund mehr für eine klassische Verurteilung. Sie stellten das Strafverfahren gegen Zahlung einer Geldbuße (allerdings in derselben Höhe) ein. Damit bleibt das Vorstrafenregister des 31-Jährigen auch weiterhin „weiß“. Einen neuen Job hat der Ex-Hausmeister nach eigenen Angaben auch schon. Wo? Das hat er nicht gesagt.

INFO

Ein anthropologisches Gesichtsgutachten wird häufig auch eingesetzt, wenn Autofahrer geblitzt wurden und später behaupten, das Bild aus dem Starenkasten zeige sie nicht.


Anhand von Merkmalen wie „deutlich eingezogene Nasenwurzel“ oder „nicht ausgeprägte Zwischenhöckerrinne“ wird ein Beschuldigter überführt.

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