Kultur-Buchladen

Hattinger Autorengruppe beschreibt in Sprockhövel Heimatorte

Voll besetzter Raum: Die Lesung der Autorengruppe „Wortwechsel“, hier mit Gründerin Eveline Rabczynski (stehend), war wieder gut besucht.

Foto: Walter Fischer

Voll besetzter Raum: Die Lesung der Autorengruppe „Wortwechsel“, hier mit Gründerin Eveline Rabczynski (stehend), war wieder gut besucht. Foto: Walter Fischer

Lesung im Buchladen an der Hauptstraße in Sprockhövel findet wieder viele interessierte Zuhörer. Die nächste Veranstaltung ist in Blankenstein.

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Wenn sie male, beschreibt die Hattinger Künstlerin Gabriele von Scheidt, dann gehe es um den Raum. Um Orte und ihre Menschen, um die Empfindungen, die Orte in Menschen auslösten. Es gehe darum, diese Empfindungen sichtbar zu machen, auch wenn die Menschen in den Werken selbst gar nicht selbst sichtbar seien.

Es sind Orte ihrer Heimat: das Hotel-Restaurant Toscana, ein Büdchen in Hattingen-Welper. Bei der Lesung „Das Haus gegenüber“ der Hattinger Autorengruppe Wortwechsel am Samstagnachmittag im Buchladen in der Hauptstraße wurden diese Empfindungen aus Gabriele von Scheidts Werken auf eine besondere Weise sichtbar. Die Autorinnen ließen sich durch die Bilder der Künstlerin inspirieren und präsentierten neben den Werken der Künstlerin ihre erschaffene Poesie und Prosa, die von Scheidts visuelle Kunst in literarische transportierte.

Ein alter Mann erinnert sich in Cordula Conrady-Grunerts „Gasthaus Hüttenau“ an die Zeit, als das Restaurant Toscana noch Gasthaus Hüttenau hieß und zeichnet mit Erinnerungen an die Nazi-Zeit und vermeintlichen Heilanstalten für Menschen mit Behinderungen das düstere Bild der grausamem Vernichtung von Andersartigkeit im Hitler-Regime. Die junge Sara Marlene Monteiro dos Santos macht sich in „Verknüpft“ anhand eines von Gabriele von Scheidt gemalten Bauernhauses Gedanken über die Verbindung der Menschen, die den gesamten Globus umspannt. Während Sarina Stützer in „Wer braucht schon Latte Macchiato“ auf eine Seniorin blickt, die jahrzehntelang das Büdchen auf dem Werk der Künstlerin mit Leben füllte. „Bildende Kunst und Literatur: Das ist für mich ein neuen Experiment“, verriet Gabriele von Scheidt. Und fügte hinzu: „Ich bin gespannt.“ Damit schien die Künstlerin nicht alleine zu sein. So viele Zuhörer fanden am Samstagnachmittag den Weg in den Buchladen, dass deren Inhaberin Helga Schulz noch mehr Stühle aufstellen musste, um allen Besuchern einen Platz bieten zu können. Die Zuhörer verfolgten gebannt die Lesung der Autorinnen.

Sie präsentierten bereits zum zweiten Mal hier ihre Werke. Die nächste Lesung der Autorengruppe zum Thema „Wege“ wird am 16. September um 18 Uhr im Stadtmuseum in Blankenstein stattfinden.

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