Schullandschaft

Gymnasium für Sprockhövel noch reines Planspiel

Links von der Grundschule könnte sie entstehen oder rechts auf dem Acker: Die Diskussion um ein Gymnasium für Sprockhövel nimmt Fahrt auf.

Foto: Hans Blossey

Links von der Grundschule könnte sie entstehen oder rechts auf dem Acker: Die Diskussion um ein Gymnasium für Sprockhövel nimmt Fahrt auf. Foto: Hans Blossey

Sprockhövel.   Fokus liegt auf Niedersprockhövel: Zwei Flächen neben Grund- und Hauptschule könnten ein Schulzentrum bilden. Allerdings sind die Kosten sehr hoch

Die Diskussion um ein Gymnasium für Sprockhövel geht in eine weitere Runde. In der Arbeitsgruppe „Bildungsentwicklung“ referierte Ralph Holtze, Chef der Zentralen Gebäudebewirtschaftung, zunächst über mögliche Standorte dieser zuletzt von der SPD ins Gespräch gebrachte Schulform. „Nach Ansicht der Verwaltung kommen drei Standorte in die engere Wahl“, so Holtze.

Da Haßlinghausen bereits die Gesamtschule habe, könnte in Niedersprockhövel im Bereich Dresdener Straße entweder auf dem derzeitigen Flüchlingscontainer-Standort oder auf der angrenzenden Ackerfläche Dresdener Straße/Am Eicken ein Schulzentrum mit Grundschule, Hauptschule und Gymnasium realisiert werden. Eine dritte mögliche Fläche wäre am künftigen Kreisverkehr der geplanten Umgehungsstraße L 70n an der Haßlinghauser Straße. „Allein der Containerplatz ist eine städtische Fläche, die anderen müssten für einen Schulneubau gekauft werden“, führte Holtze aus.

Der ZGS-Chef war gut vorbereitet auf Fragen der rund 20 Interessierten, unter denen sich auch einige Lokalpolitiker befanden. Der Fachmann für Gebäude hat errechnet, dass die Baukosten für eine dreizügige Schule mit Sporthalle rund 23 Millionen (ohne Halle 17 Millionen), für eine vierzügige Einrichtung 30 Millionen (24 Millionen) Euro betragen würden. Holtze ergänzte dann die Einrichtungskosten für Klassenräume, Lehrerzimmer, Fachräume – und addierte eine runde Million für drei Züge, 1,3 Millionen für vier Züge hinzu. Ob eine Kommune mit angespannter Haushaltslage so viel stemmen könnte? „Von der Politik in Land und Bund hören wir, dass für Bildung zusätzliche Milliarden bereit gestellt werden sollen“, so Holtze. Er und auch die Vorsitzende der Arbeitsgruppe, Helga Wieland-Polonyi (WfS), gaben zu bedenken, dass eine dreizügige Schule kein großes Angebot an Leistungskursen machen könnte, was auf Kosten der Attraktivität ginge. „Ein pädagogischer Schwerpunkt wie Sport oder Technik wäre nötig“, so Wieland-Polonyi.

Bislang ist das Gymnasium reines Planspiel, der Rat muss bis zur Sommerpause beschließen, ob das Projekt überhaupt weitergeführt werden soll. In der Diskussion wurde deutlich, dass viele Fragen noch offen sind. So können etwa die Betriebskosten in ihrer Höhe noch nicht beziffert werden. Es sind rund 800 Sprockhöveler Schüler, die zurzeit in Gymnasien der Nachbarstädte beschult werden – es sei wohl nicht davon auszugehen, dass die alle und mehr bei Umsetzung des Gymnasium-Projektes in die neue Schule ihrer Heimatstadt wechseln würden, gab Britta Altenhein von den Grünen zu bedenken. Doch wenn’s ans Bauen ginge, hätte Ralph Holtze einen klaren Zeitplan: Innerhalb von fünf Jahren könnte der Schulbau ab erstem Spatenstich stehen.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik