Förderschule

Förderschüler in Sprockhövel erproben die Elternrolle

Christopher (17), Robin (18), Ann-Kathrin (18) und Steve (18) üben am Baby-Simulator die Elternrolle.

Christopher (17), Robin (18), Ann-Kathrin (18) und Steve (18) üben am Baby-Simulator die Elternrolle.

Sprockhövel.   Ein mehrwöchiges Projekt mit Pro Familia vermittelt Kenntnisse in Sexualität, Schwangerschaft und Kinderpflege.

Die Entdeckung der eigenen Sexualität, die Entwicklung einer erwachsenen Persönlichkeit und Verantwortung zu übernehmen – das sind wichtige Prozesse auf dem Weg zur Volljährigkeit. Für normal entwickelte Jugendliche ist das schon eine enorme Herausforderung – für Förderschüler eine ganz besondere. Sieben Schüler der Förderschule für geistige Entwicklung in Hiddinghausen absolvieren zurzeit ein Praktikum, um die Rolle von Eltern auszuprobieren. „Seit Mitte März sind von unserer Klasse 12 ein Mädchen und sechs Jungen daran beteiligt“, berichtet Claudia Apel, an der Schule für die Sozialarbeit zuständig.

Besuche bei Pro Familia und im Krankenhaus

Zwischen 17 und 18 Jahre alt sind die Schüler, und sie haben für das Elternpraktikum mit Geraldine Dura von Pro Familia und Claudia Apel zwei erprobte Hilfskräfte an ihrer Seite. Wie ist das mit der Schwangerschaft? wurde da zu Beginn des Projekts gefragt. Sexualaufklärung, die Entwicklung einer Schwangerschaft und natürlich auch die Verhütung derselben – „das haben die Schüler ebenso wie die vorangegangenen Lektionen über Pubertät und Hygiene gut und mit Ernsthaftigkeit verinnerlicht“, berichtet Apel. Zu Wochenbeginn standen in diesem Zusammenhang Besuche auf dem Programm: Die sieben Hiddinghauser Schüler schauten zusammen mit ihren Betreuern zunächst bei der Betreuungsstelle von Pro Familie in Schwelm vorbei. „Wichtig ist, dass sie sich später bei Bedarf an die Möglichkeit erinnern, wo sie bei Problemen mit fundierter Hilfe wie etwa einer Schwangerschaftskonfliktberatung rechnen können“, so Apel. Am selben Tag stand ein Besuch im Helios Klinikum in Schwelm an, wo die Schüler auf der Geburtsstation Eindrücke sammeln und Ängste abbauen konnten.

Eine Nacht mit Kind in der Schule

Hier bekamen sie auch so genannte Simulatoren – mit Technologie ausgerüstete Säuglingspuppen, die beinahe lebensecht reagieren und Bedürfnisse haben. „Wir bilden drei Elternpärchen, die sich nun bis Freitag um ,ihre Kinder’ kümmern sollen“, sagt Claudia Apel. Und diese Phase soll so realistisch wie möglich gestaltet sein: So müssen die Pärchen auf ihr Simulatorenkind aufpassen und verbringen sogar eine Nacht in der Schule, um wie im normalen Leben den Nachwuchs zu versorgen.

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