Feuerwehr

Feuerwehr Sprockhövel wirbt um Verständnis

Die Probleme der Freiwilligen Feuerwehr Sprockhövel liegen nicht in mangelndem Respekt durch die Bevölkerung, wie er in den Brennpunkten großer Städte zu beobachten ist. Vielmehr drückt der fehlende Nachwuchs.

Die Probleme der Freiwilligen Feuerwehr Sprockhövel liegen nicht in mangelndem Respekt durch die Bevölkerung, wie er in den Brennpunkten großer Städte zu beobachten ist. Vielmehr drückt der fehlende Nachwuchs.

Foto: Hendrik Steimann

Sprockhövel.   Mit respektlosem Verhalten sind die Retter kaum konfrontiert. Einsätze müssen sie jedoch vor dem Arbeitgeber rechtfertigen. Nachwuchssuche ist eine Herausforderung.

In der letzten Ratssitzung im vergangenen Jahr konnte man den Eindruck gewinnen, die Freiwillige Feuerwehr habe in der städtischen Gesellschaft ein Akzeptanz-Problem, dem sich der Stadtrat mit Resolution und Verbundenheitsadresse entgegenstellen wollte (wir berichteten). „Das Phänomen mangelnden Respekts vor der Feuerwehr ist landesweit ein Problem, besonders in den großstädtischen Brennpunkten – aber nicht bei uns in Sprockhövel“, stellt der stellvertretende Kreisbrandmeister und Chef der Sprockhöveler Feuerwehr, Christian Zittlau, klar.

Natürlich werde die Geduld von Autofahrern mitunter stark geprüft, wenn etwa der Verkehr nachts stockt, „weil wir irgendwo eine Ölspur entfernen“, räumt der 47-Jährige ein. „Andererseits erleben wir es im Dorf immer wieder, dass Anwohner bei einem Einsatz Kaffee rausbringen, um die Kameraden zu ermuntern.“ Insofern seien die Freiwilligen der Feuerwehr zwar dankbar für das Signal, das Bürgermeister und Rat mit der Resolution gesendet haben, „das Verhältnis hier in unserer Stadt stimmt aber“, so Zittlau.

Deutlich spürbar ist dagegen das Nachwuchs-Problem. „Wir gehen nicht am Stock“, sagt der Feuerwehrchef. „Aber Image-Kampagnen und die Plakatierungen in der Öffentlichkeit sollen uns helfen, perspektivisch neue Leute zu gewinnen.“ Einsatzkräfte müssen auch körperlich fit sein, mit zunehmendem Alter lasse diese Eigenschaft nach, „andererseits brauchen junge Nachwuchskräfte einige Jahre bis zur nötigen Reife“, gibt Christian Zittlau zu bedenken. Vor diesem Hintergrund könne man gar nicht genug werben.

Mehr Verständnis wünscht sich der Sprockhöveler Beamte vonseiten der Arbeitgeber, in deren Betrieben Freiwillige der Feuerwehr arbeiten. Da die Alarmierung jedoch mit Stichwort erfolge, könne man sehen, ob etwa eine Katze vom Baum zu holen oder ein Mehrfamilienhaus zu löschen sei, da können die Kameradin oder der Kamerad dann entscheiden, ob der Vorfall ihren Einsatz unbedingt notwendig macht“, sagt Zittlau.

Gewiss gebe es Aufgaben, die müssen nicht unbedingt von der Feuerwehr erledigt werden, sagt der Feuerwehrchef. So habe man sich mit der Stadtverwaltung geeinigt, dass tagsüber von der Wehr keine Ölspuren zu beseitigen sind, da trage dann der Bauhof die Verantwortung.

Ist es überhaupt zu verantworten, so sicherheitsrelevante Einrichtungen wie die Feuerwehr in die Hände von Ehrenamtlern zu legen? Da gibt es für Sprockhövels ersten Feuerwehrmann überhaupt keinen Zweifel. „Das System ist doch ursprünglich aus der Bürgerschaft heraus entstanden“, so Zittlau. Es funktioniere gerade deshalb so gut, weil die Einsatzkräfte Teil der schutzbedürftigen Bevölkerung sind.

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