Ökologie

Familie Hüsing hegt ihre Streuobstwiese in Sprockhövel

Familie Hüsing in Sprockhövel hat eine Streuobstwiese, auf der sie auch zahlreiche neue Obstbäume gepflanzt hat.

Familie Hüsing in Sprockhövel hat eine Streuobstwiese, auf der sie auch zahlreiche neue Obstbäume gepflanzt hat.

Foto: Nabu EN

Sprockhövel  Die Sprockhöveler Familie Hüsing hat am Stadtrand eine Streuobstwiese eingerichtet, auf der sie insgesamt 35 Obstbäume gepflanzt hat.

. Fast täglich kann man vom dramatischen Verlust der Artenvielfalt und der daraus resultierenden Gefährdung und Zerstörung der Lebensgrundlagen lesen. Die Vereinten Nationen haben 1992 das Übereinkommen über die Biologische Vielfalt beschlossen. Deutschland hatte 2001 das Ziel formuliert, das Artensterben bis 2010 stoppen zu wollen. „Die deutsche Politik hat das Ziel im Herbst 2018 im vorgestellten Bericht der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie auf 2030 vertagt“ , sagt Bettina Mangold-Beyerle, Mitglied des Naturschutzbundes (Nabu) EN und in Sprockhövel aktiv.

„Bei der Kartierung von Streuobstwiesen auf Sprockhöveler Gebiet für die Biologische Station EN im Herbst wurde mir klar, welch unglaublichen Naturschatz und Bestandteil unserer Kulturlandschaft wir hier vor unserer Haustür haben“, sagt sie. Leider würden viele dieser Streuobstwiesen mit ökologisch wertvollem Altbaumbestand immer noch beseitigt oder nicht mehr aktiv bewirtschaftet.

Die Familie mäht die Wiese nicht vor dem 15. Juni

Familie Hüsing wohnt idyllisch einen Steinwurf entfernt von der Stadtgrenze zu Wuppertal. Torsten Hüsings Vater hatte im Jahr 2000 die Idee, den alten Obstbaumbestand von fünf Apfelbäumen zu einer Streuobstwiese mit einer Fläche von knapp einem Hektar umzugestalten. Heute stehen dort 35 Obstbäume.

„Wir bekommen Streuobstwiesen-Fördergelder. Dafür verpflichten wir uns zu Baumpflegemaßnahmen, Verzicht auf chemisch-synthetischen Pflanzenschutz und Düngung der Wiese“, sagt Hüsing, Landwirt im Nebenerwerb. „Wir mähen die Wiese nicht vor dem 15. Juni, so blühen viele Gräser, Blumen und Kräuter und können sich versamen.“

Leider seien nur noch zwei Apfelbäume im Bestand, die älter als 40 Jahre sind. Bei Neupflanzungen achten die Hüsings immer darauf, alte, selten gewordene, regionale Sorten auszuwählen. „Die sind robuster, in Zeiten des Klimawandels ein wichtiger Aspekt“, so Hüsing. Informationen und praktische Unterstützung vom Nabu erhalten Interessierte über B.Mangold-Beyerle@web.de oder info@nabu-ennepe-ruhr.de.

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