Unterschlagung

Ex-Kita-Leiterin aus Sprockhövel wird festgenommen

Eigentlich sollte am Mittwochmorgen der Veruntreuungs-Prozess gegen eine ehemalige Kita-Leiterin vor dem Amtsgericht Hattingen beginnen. Doch die Angeklagte erschien nicht zum Termin.

Eigentlich sollte am Mittwochmorgen der Veruntreuungs-Prozess gegen eine ehemalige Kita-Leiterin vor dem Amtsgericht Hattingen beginnen. Doch die Angeklagte erschien nicht zum Termin.

Foto: Fischer

Sprockhövel.   Die 44-Jährige erschien heute nicht zum Gerichtstermin. Sie soll 8800 Euro aus der Kita-Kasse unterschlagen haben. Es erging ein Haftbefehl.

Im Amtsgericht blieb gestern Morgen der Platz neben dem Verteidiger leer. Die wegen Unterschlagung Angeklagte K. war nicht erschienen. Wegen der Schwere der Tat beantragte Staatsanwalt Björn Kocherscheidt einen Haftbefehl.

Frühere Kita-Leiterin werden 29 Fälle zur Last gelegt

Da die Angeklagte nicht mehr in Sprockhövel wohnt, sondern weiter weggezogen ist, prüfte Richter Johannes Kimmeskamp, ob die Vorladung wegen eines Fehlers in der Adresse möglicherweise nicht zugestellt worden war. Man kam aber zu der Überzeugung, dass das Schreiben am 12. März dieses Jahres die Angeklagte zu Hause erreicht hat. Der Vorwurf: Die 44-Jährige habe als Leiterin einer Sprockhöveler Kita in den Jahren 2015 bis 2016 in 29 Fällen in die Kasse gegriffen und einen Schaden von 8800 Euro verursacht. Laut Anklage der Staatsanwalt, habe sie für die Dauer von einem Jahr – so lange war sie Leiterin – immer wieder Bargeld von zwei Konten abgehoben.

Verdächtige wurde akribisch überwacht

Wie diese Zeitung erfuhr, war das Geld eigentlich für laufende Ausgaben wie Essen, Spielzeug und Verbrauchsmaterialien bestimmt. Bei einer internen Prüfung durch das Steuerbüro des Trägers sei dann aufgefallen, dass Gelder fehlten. Belege für die Ausgaben habe die 44-Jährige aber trotz mehrfacher Anforderung nicht liefern können. Schließlich sei die Verdächtigte, die ein Jahr in der Leitungsfunktion war, in ihrem Verhalten akribisch überwacht worden, so der Geschäftsführer des Trägers. Man sei zu der Überzeugung gekommen, dass möglicherweise Unterschlagung im Spiel war. Die Kontrollmechanismen in der Kita wurden sofort umgestellt, heißt es. Es könne mittlerweile kein Bargeld mehr abgehoben werden, so dass mögliche Betrügereien sehr schnell auffallen würden, ist der Träger, der selbst Anzeige erstattet hat, überzeugt.

Der Angeklagten wurde empfohlen zu kündigen

Der Geschäftsführer der Kita gab der jetzt Angeklagten 2016 die Gelegenheit, selbst zu kündigen. Das tat sie auch und suchte sich einen weiter entfernten neuen Wohnort. Dass es sich nicht um eine Kleinigkeit handelt, wenn in einer Kindertagesstätte Gelder veruntreut werden, wurde durch den beantragten Haftbefehl klar. „Für jedes einzelne Delikt von Veruntreuung sieht der Gesetzgeber eine Mindeststrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vor“, erklärte Staatsanwalt Björn Kocherscheidt. In nächster Zeit wird die 44-Jährige also von der Polizei in Haft genommen und zwangsweise dem Hattinger Amtsgericht vorgeführt.

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