Corona

Digital soll Überleben der Händler in Sprockhövel sichern

Im Februar, noch vor der Corona-Zeit, hatte die Wirtschaftsförderung den Einzelhandel in Haßlinghausen zu einem Workshop eingeladen.

Im Februar, noch vor der Corona-Zeit, hatte die Wirtschaftsförderung den Einzelhandel in Haßlinghausen zu einem Workshop eingeladen.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Sprockhövel  Dritter Anlauf: Wirtschaftsförderung und Werbevereinigungen in Sprockhövel wollen im Juli die gemeinsame Online-Plattform für den Handel starten.

Die Coronakrise wirft ihre Schatten voraus. Sie ist plötzlich zum Rennpferd geworden. Viele Einzelhändler haben sich bis vor wenigen Monaten heftig gegen das "Ungeheuer" gesträubt. Jetzt aber ist klar: Gastronomie, Händler - und Unternehmen sowieso - müssen auch digital agieren, wenn sie überleben wollen.

Persönliche Beratung bleibt wichtig

"Es wird und soll auch in Zukunft nicht ohne persönliche Beratung gehen", sagt der Vorsitzende der Werberings Haßlinghausen, Michael Cramer. "Wir legen weiterhin Wert darauf, dass die Kunden nach der Beratung zufrieden und sicher sind, das Richtige gekauft zu haben. Aber, dass Corona die Digitalisierung vorantreibt, daran gibt es keinen Zweifel mehr", sagt der Inhaber von Sudhoff.

Manchem Händler ist der Aufwand zuviel

Lutz Heuser, Chef des Stadtmarketings, hat Verständnis für die Händler, die bisher eher mit spitzen Fingern an das Thema Online herangegangen sind. "Wenn man alleine ein Geschäft betreibt, ständig präsent sein muss und dann noch quasi nebenbei einen Online-Shop aufbauen soll, ist das wirklich immens viel. Technisch machbar ist das ohne Schwierigkeiten, das Programmieren geht sehr schnell, aber dann fängt das Problem ja erst an", sagt er.

Dritter Anlauf jetzt mit der Stadt

Denn der Gesetzgeber habe alles reglementiert: Zum Beispiel die Gewährleistung, die Rückgabemöglichkeit innerhalb von 14 Tagen und vieles mehr. Wenn man alleine ein Geschäft betreibe und noch dazu "mal eben" Online aufbauen solle, sei das schon eine Herausforderung. "Allerdings ist es jetzt der dritte Anlauf mit allen Händlern, um so eine Plattform zu schaffen, die die Stadt uns jetzt bietet", sagt Heuser.

Lob für die Wirtschaftsförderin

Die Stadt leiste hervorragende Arbeit, vor allem Wirtschaftsförderin Maren Schlichtholz. "Sie arbeitet an einer Internetplattform, auf der sich alle Einzelhändler präsentieren können. Die Webseite wird mit der Seite der Stadt verknüpft, so dass alle Nutzer außerhalb Sprockhövels schnell einen Überblick bekommen, was die Stadt an unterschiedlichen Branchen zu bieten hat. Ich hoffe, dass es bald losgeht."

Webseite bringt geschäftliche Bemühungen voran

Der Stadtmarketing-Chef räumt ein, dass er seit langem versucht hat, so eine Plattform zu kreieren. Einfach unter dem Motto: Wer liefert was? "Wir wollen ja auch, dass gute, persönliche Beratung beibehalten wird, aber so eine Webseite kann diese Bemühungen doch nur fördern", sagt Lutz Heuser.

Förderverein für regionale Entwicklung erstellt die Seite

Corona hat viel verändert. "Generell wird die Digitalisierung jetzt schneller vorangetrieben", sagt Wirtschaftsförderin Maren Schlichtholz. Aber genau wegen dieser Pandemie mussten viele Betriebe ja erst einmal auf die Bremse treten. "Der Förderverein für regionale Entwicklung, der die Seite erstellt, ist jetzt wieder komplett einsatzbereit. Ende Juli wird unsere Seite an den Start gehen." Viele Steckbriefe aus Gastronomie, Einzelhandel und Unternehmen würden noch erwartet. Im Übrigen könne jeder Interessent aus dem Bereich auch später noch einsteigen, so Maren Schlichtholz.

25 Beteiligte bislang

25 Unternehmen aus ganz Sprockhövel seien bisher dabei, noch werbe die Stadt bei Einzelhändlern, Gastronomen und Unternehmen, ihr Profil zu schicken. Denn diese Werbung, wo man wen mit welchen Produktbereich findet, ist für die Teilnehmer absolut kostenlos.

Spätere Teilnahme möglich

Maren Schlichtholz, Wirtschaftsförderin der Stadt Sprockhövel, ist seit Monaten im Dauereinsatz in Sachen Webseite für Einzelhandel, Gastronomie und Unternehmen. "Jeder kann sich natürlich auch später noch kostenlos anschließen, wenn die Seite schon online ist", sagt sie.

Ende Juli soll es endlich soweit sein. Dann soll man alle Sprockhöveler Unternehmen, die bisher mitmachen, mit ihrem Profil in aller Welt online sehen können. Maren Schlichtholz sieht die Arbeit des Fördervereins für regionale Entwicklung ausgesprochen positiv. "Es sind kreative Azubis, die kostenlos Webseiten zum Beispiel für den Einzelhandel erstellen."

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