Handwerk

Dieser Sprockhöveler ist neuer Handwerksbotschafter

Der Elektroinstallateurmeister Carsten Schaldach ist neuer Handwerksbotschafter für Hattingen und Sprockhövel. Sein Büro hat er am Alten Kohlenweg.

Der Elektroinstallateurmeister Carsten Schaldach ist neuer Handwerksbotschafter für Hattingen und Sprockhövel. Sein Büro hat er am Alten Kohlenweg.

Foto: Manfred Sander

Sprockhövel.  Der Sprockhöveler Carsten Schaldach kümmert sich um die Interessen der Handwerker vor Ort. Die gesellschaftliche Anerkennung fehle, sagt er.

In der Ecke lehnt eine große Holzleiter, Ordner stapeln sich auf dem Schreibtisch. Ein Baustellenradio thront auf einem der Schränke. Zahlreiche Zertifikate hängen an den Wänden. Hier arbeitet Carsten Schaldach. Der Elektroinstallateurmeister ist der neue Handwerksbotschafter der Städte Hattingen und Sprockhövel. Er möchte das Handwerk in der Gesellschaft wieder zum Thema machen.

„Die Kreishandwerkerschaft möchte örtliche Nähe demonstrieren“, erklärt er. „Da sie aber ein sehr weitläufiges Gebiet abdeckt, war das lange fast unmöglich.“ Deshalb gibt es jetzt den Handwerksbotschafter. Er soll sich vor Ort um die Interessen der Handwerker bemühen.

Lokalpolitisch engagieren und Meinung äußern

„Hauptsächlich bin ich dazu da, Termine wahrzunehmen und mich lokalpolitisch zu engagieren, meine Meinung zu äußern“, so Schaldach. „Ich möchte den Bürgern das Handwerk näher bringen und ihm ein Gesicht geben.“

Das Fach das Handwerkers soll in Zukunft attraktiver werden. Denn die gesellschaftliche Anerkennung ist oftmals nicht groß. Außerdem fehlt der Nachwuchs. „Das Interesse für diese Arbeit fehlt. Genauso wie der Glaube, dass man auch als Handwerker viel erreichen kann. Die meisten Leute denken, sie müssten sich schmutzig machen, ohne viel Geld dafür zu bekommen.“ Als Handwerker stehe man in direktem Kontakt mit dem Kunden. Das kann Vor- und Nachteile haben. „Unsere Arbeit wird direkt von den Auftraggebern beurteilt. Ich denke, das macht vielen Angst. Jeder kleinste Fehler kann eine Katastrophe bedeuten. Doch wer seine Arbeit gut macht, bekommt sofort ein Lob zu hören. Mundpropaganda ist da das Stichwort.“

Ausbildung als Elektroinstallateur

Schaldach selbst kann aus Erfahrung sprechen. Nach dem Hauptschulabschluss begann er seine Ausbildung als Elektroinstallateur. 1989 erhielt er seinen Meisterbrief. Daraufhin übernahm er den Betrieb seines ehemaligen Lehrmeisters. Damit kam auch das öffentliche Engagement. „Wir Handwerker sind kreative und flexible Leute. In nur wenigen anderen Berufen kann man sich so ausleben“, meint Schaldach. „Die Selbstständigkeit sollte für viele Auszubildende in dem Bereich eine realistische Option sein. Die Handwerksbetriebe, die es hier schon gibt, sind meist ausgebucht. Da bleiben viele Aufgaben liegen. Vor allem im öffentlichen Bereich. Das darf nicht sein.“

Dem Handwerksbotschafter macht seine Arbeit großen Spaß. „Ich merke, dass meine Tätigkeit gut angenommen wird“, sagt er fröhlich. Als Bindeglied zwischen Politik, Gesellschaft und Handwerk fühlt er sich wohl. „Oft verlieren Politiker den Bezug zu unserer Arbeit. Die Berührungspunkte haben bisher gefehlt. Ich bin ab jetzt dazu da, allen wieder ins Gedächtnis zu rufen, dass es uns gibt.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben