Freizeit

Dampf-Bahn-Club Sprockhövel startet in die Saison

Lokführer und Vereinsvorsitzender Aloys Bauerdick bereitet die Lok für das Andampfen des Dampf-Bahn-Clubs Sprockhövel vor.  Ganz vorne hinter der Lok hat sich Jakob einen Platz gesichert.

Foto: Bastian Haumann

Lokführer und Vereinsvorsitzender Aloys Bauerdick bereitet die Lok für das Andampfen des Dampf-Bahn-Clubs Sprockhövel vor. Ganz vorne hinter der Lok hat sich Jakob einen Platz gesichert. Foto: Bastian Haumann

Sprockhövel.   Andampftag nahe der Trasse: Sonniger Sonntag sorgt für viele Besucher auf der Anlage in Haßlinghausen. Schienennetz wurde um 100 Meter erweitert.

Mit einem lauten Pfiff setzt sich die Bahn mit dem Vorsitzenden des Dampf-Bahn-Clubs (DBC) Aloys Bauerdick als Fahrer in Bewegung. Hinter ihm zeigen sich viele aufgeregte Kindergesichter, aber auch einige Erwachsene haben auf den Wagen Platz genommen. Eigentlich als Begleitung, zeigt sich auch bei ihnen spätestens in der ersten Kurve ein breites Lächeln.

Viele der Besucher sind an diesem sonnigen Sonntagvormittag mit ihren Kindern oder Enkeln gekommen, um zusammen mit den Mitgliedern des DBC Sprockhövel den Start in die Saison zu feiern. Denn heute wird angedampft.

Das Ehepaar Wahrmann kommt bereits seit vielen Jahren zu den Fahrtagen des Dampf-Bahn Clubs. „Wir haben vor vier Jahren bei einem Ausflug mit den Fahrrädern zum ersten Mal die Schienen entdeckt und waren sofort hellauf begeistert“, erinnert sich Klaus Wahrmann. „Wenn sie hier andampfen, kommen auch wir angedampft“, ergänzt seine Frau Sjan Wahrmann mit einem Schmunzeln. Auf dem Dachboden hat das Ehepaar selbst eine große Modelleisenbahn-Anlage aufgebaut. „Es ist wirklich bemerkenswert, was sich in den letzten Jahren hier alles entwickelt hat“, bemerkt die Sprockhövlerin.

Mit finanzieller Unterstützung durch die Sparkassen-Stiftung haben die Mitglieder Sprockhövels kleinste Eisenbahnbrücke realisiert und mehr als einhundert Meter an neuen Schienen gelegt. Das alles neben der eigenen Arbeit an den Bahnen. „Samstags bin ich eigentlich immer hier, da wird zusammen an den Lokomotiven und Waggons gearbeitet“, berichtet Reiner Münch, langjähriges Mitglied des Dampf-Bahn-Clubs. „Aber auch unter der Woche wird zu Hause an den Loks gewerkelt“, ergänzt der passionierte Bastler.

Seit mehr als 20 Jahren baut er in seiner Freizeit Dampfbahnen. Durch einen Arbeitskollegen wurde er seinerzeit darauf aufmerksam. „Ich war damals sofort Feuer und Flamme, als ich seine Dampfmaschine sah“, erinnert er sich. „Er sagte zu mir: Bau dir doch lieber etwas womit du fahren kannst, anstatt es dir nachher in deine Vitrine zu stellen. Was dabei rausgekommen ist, sieht man ja heute“, lacht er und deutet auf seine mit Liebe in mühsamer Handarbeit angefertigte Dampflok. Es handelt sich um das Modell der letzten Nachkriegsdampfmaschine.

Der seit 2004 bestehende Club der Dampfbegeisterten hat derzeit 25 Mitglieder. Das jüngste ist Arne Bellmann. „Ich war als kleiner Junge schon begeistert von Dampf“, berichtet der 15-Jährige. „Mein Vater hat sich dann im Internet erkundigt und wir sind dann hier zum Probearbeiten gekommen.“ Seitdem sind anderthalb Jahre vergangen. Zuletzt hat er unter kleiner Hilfestellung zusammen mit einem anderen Mitglied aus einem Cola-Kasten eine fahrbare Lok gebaut.

Derzeit hat der Verein mehrere betriebsfähige Dampfbahnen im Einsatz, die auf den insgesamt 400 Metern an Schienen fahren. Zwei weitere sind augenblicklich noch im Bau und warten noch auf den Einsatz bei den nächsten Fahrtagen des Dampf-Bahn-Clubs. Diese werden für Interessierte ab April in regelmäßigen Abständen angeboten. Der nächste öffentliche Fahrtag findet am 20. Mai von 11 bis 17 Uhr auf dem einen Hektar großen Clubgelände, Am Beermannshaus 16, statt.

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