Gesundheit

Corona: Blutspendebereitschaft in Sprockhövel ungebrochen

Spender Uwe Schero wird eingangs von Marc Patrisio vom DRK auf seine Körpertemperatur überprüft.

Spender Uwe Schero wird eingangs von Marc Patrisio vom DRK auf seine Körpertemperatur überprüft.

Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services

Sprockhövel  Während die Menschen wegen Corona immer distanzierter leben, verzeichnet das DRK bei Blutspenden auch in Sprockhövel wachsende Bereitschaft

Unermüdlich werben Hilfsorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) für das Thema Blutspende: Viele Krebstherapien etwa benötigen dringend und kontinuerlich frisches Blut. Doch wie entwickelt sich die Bereitschaft in der Bevölkerung während der Corona-Krise, wo doch eindringlich zur Distanz zwischen den Menschen aufgefordert wird? Der vielleicht überraschende Befund: Es kommen sogar mehr Freiwillige als sonst.

Weniger Termine nach Firmenschließungen

"Schon zur Karnavalszeit war das Aufkommen nicht so hoch, dann brachen mit den Firmenschließungen wegen Corona auch die dort stattfindenden Spendetermine weg", berichtet DRK-Sprecher Stephan David Küpper. Doch dann, vor wenigen Wochen, kam die Wende: "Es sind jetzt die Freiwilligen, die auf den zahlreich von uns angebotenen Terminen Blut spenden, weit mehr als sonst." So wie am Dienstagnachmittag in Niedersprockhövel: Vor der Glückauf-Halle hatten sich zum Öffnungstermin um 15 Uhr schon zahlreiche Spendenwillige eingefunden, die vorbildlich mit großem Abstand zueinander eine Warteschlange bildeten. "Weil dort immer nur sechs Spender gleichzeitig eingelassen wurden, hieß es warten", erzählt der Sprockhöveler Michael Ress. Und wie immer war alles gut organisiert, für die draußen Wartenden wurden Klappstühle ausgegeben, das fand der 75-jährige Ress bemerkenswert gut. In der Halle bot sich den Spendern ein den Umständen angepasstes Bild: Die Liegen waren weiter auseinandergerückt, sieben statt der sonst üblichen zehn, das DRK-Personal durch Plexiglasscheiben von den Spendern getrennt. "Der eingangs abgenommene Blutstropfen für den HB-Wert kam diesmal nicht vom Ohrläppchen, sondern von der Fingerkuppe", berichtet Michael Ress. Das schafft etwas mehr körperliche Distanz.

DRK passt Spendenabläufe an

Das DRK hat die Spendenabläufe angepasst: So wurden etwa alle mobilen Blutspendetermine aus dem Programm genommen, Personen, die in den vergangenen vier Wochen in einem Risikogebiet wie China oder Italien gewesen sind, werden nicht zur Spende zugelassen. "Wichtig ist uns auch der Hinweis, dass Spender vor ihrem Termin nicht auf Corona untersucht werden, so schnell ließe sich kein Ergebnis ermitteln", sagt Küpper. Alle Freiwilligen, die vor einem Termin auch nur leichte Krankheitssymptome wie erhöhte Temperatur aufweisen, werden abgewiesen.

Gutschein statt Kaffeeklatsch

Die meisten Spender freuen sich im Anschluss an die Blutabnahme auf den Kaffeeklatsch. Doch der bleibt jetzt coronabedingt aus, "dafür geben wir jetzt etwas zum Mitnehmen", informiert der DRK-Sprecher. "Ich habe mich über eine Café-Gutschein an der Hauptstraße sehr gefreut", sagt Spender Ress. Den können die Spender selbstredend erst nach der Krise einlösen.

Blutspenden aus Solidarität

Michael Ress hat eigens seinen für Dienstag geplanten Besuch bei seiner 98-jährigen Mutter in Bochum verlegt, um beim DRK sein zu können. "Ich spende aus Überzeugung, schon viele Jahre lang", berichtet er. Auch Uwe Schero empfindet es als seine Pflicht, sich immer mal wieder zur Ader zu lassen. Man müsse helfen, Blutspenden sei aus Solidarität geboten. "Sorge hatte ich im Vorfeld nicht", betont der 53-Jährige. "Ich habe mich informiert: Corona wird über Tröpfchen und nicht über Blut übertragen, und da das DRK stets mit großer Sorgfalt arbeitet, hatte ich überhaupt keine Bedenken."

INFO
Wer Interesse hat, Blut zu spenden, kann sich über drk-blutspende.de informieren, wann die nächsten Termine in der Nähe angeboten werden und welche Bedingungen erfüllt sein müssen.

Der nächste Termin in Sprockhövel ist am Montag, 30. März, von 15 bis 19.30 Uhr in Haßlinghausen, Geschwister-Scholl-Straße 12.

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