Kommunikationsplattform

Besserer Dialog zwischen Bürger und Stadt in Sprockhövel

Unter den Interessierten bei der Veranstaltung, die die Wählergemeinschaft MiS/Piraten organisiert hatte, waren auch Anete und Michael Knop (Mitte).

Unter den Interessierten bei der Veranstaltung, die die Wählergemeinschaft MiS/Piraten organisiert hatte, waren auch Anete und Michael Knop (Mitte).

Foto: Walter Fischer

  Auf Einladung der Wählergemeinschaft MiS/Piraten stellte ein Aktivistder Demokratiebewegung in Sprockhövel eine Internetplattform für bessere Kommunikation vor.

In Europa erstarken rechte Kräfte und verändern die politische Kultur mit Ignoranz, Wut und Hass. Wäre die Einführung zumindest einiger Elemente der direkten Demokratie ein Mittel gegen die Krise der repräsentativen Demokratie? Michael von der Lohe von der Hattinger Organisation „Omnibus für Direkte Demokratie in Deutschland“, vertrat auf Einladung der Ratsfraktion MiS/Piraten in einer Veranstaltung die Vorzüge von Volksabstimmungen, um zu Menschen zu motivieren, selbst mehr politischen Gestaltungswillen zu praktizieren und politische Entscheidungen nicht allein Mandatsträgern zu überlassen.

In Sprockhövel jedoch stand ein weniger grundsätzliches Thema im Vordergrund. Von der Lohe und MiS/Piraten-Fraktionschef Martin Debold hatten eher einen Beitrag zur Verbesserung der Kommunikation zwischen Stadtverwaltung, Politik und Bürgern im Blick. „Die Einrichtung einer Zukunftskommission ist da bereits ein guter Schritt“, lobte von der Lohe. Vorgestellt wurde eine Internetplattform, die in Spanien entwickelt wurde, und besonders in Madrid für einen regen Austausch zwischen Bürgern und Verwaltung sorgt. „14000 Verbesserungsvorschläge wurden von den Bürgern dort innerhalb eines Jahres vorgetragen“, berichtete Michael von der Lohe. Das kann die Umgestaltung eines Platzes sein, aber eben auch die Anfrage, ob die Metro an den Wochenenden nicht 24 Stunden in Betrieb sein kann, trug der Omnibus-Geschäftsführer vor. Im Kern handelt es sich um eine lizenzkostenfreie Software, die als Schnittstelle zwischen Bürgern und Stadt fungieren soll. „Die Plattform hat das Potenzial, die Kommunikation zwischen Bevölkerung und Stadt im positiven Sinn kontrolliert zu ermöglichen“, sagte Debold. Der Piratenpolitiker: „Sie könnte ein Informations-Tool sein, ein hohes Maß an Transparenz und Bürgerbeteiligung zu schaffen.“ Dabei soll der Teilnehmerkreis nicht wie in den gängigen sozialen Medien offen sein, sondern bewusst begrenzt – Nicht-Sprockhövelern wäre der Zugang zu dem Portal verwehrt, Interessierte müssten sich zunächst über das Einwohnermeldeamt registrieren lassen.

Verwaltung vermisst

Debold pries die Pflegeleichtigkeit der wie bei Wikipedia für jeden offenen und kontrollierbaren Software. Allein der Zuspruch der Informationsveranstaltung im Foyer der Glückauf-Halle ließ zu wünschen übrig – „wo sind die Vertreter der Verwaltung?“, fragte etwa Dirk Schulz, zweiter Vorsitzender der WIS. Die Gäste Anette und Michael Knop waren indes am Ende überzeugt, ihre Zeit nicht vertan zu haben. „Die Plattform könnte für unsere Stadt ein echter Gewinn sein“, sagte Michael Knop.

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