Apotheken

Apotheker aus Sprockhövel sieht Veränderungen im Berufsbild

Michael Mahl, Inhaber der Rosen-Apotheke in der Hauptstraße, sieht in der Beratung das große Plus gegenüber dem Online-Handel. Foto:

Michael Mahl, Inhaber der Rosen-Apotheke in der Hauptstraße, sieht in der Beratung das große Plus gegenüber dem Online-Handel. Foto:

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Sprockhövel.  Michael Mahl ist Apotheker in Sprockhövel. Der 38-Jährige sieht in der Kundenberatung einen Vorteil gegenüber der Internet-Konkurrenz.

Obwohl es zunehmend weniger Apotheken in NRW gibt, glaubt Michael Mahl nicht, dass sie in absehbarer Zeit komplett aussterben. „Man kann nicht alles im Internet kaufen. Die Leute wollen nicht erst drei Tage auf ihre Medikamente warten, sondern es besteht ja oft direkter Bedarf“, sagt der Inhaber der Rosen-Apotheke in Sprockhövel auch in Bezug auf Notdienste.

Spaß am Job nicht verloren

Die Konkurrenz durch Online-Anbieter sei dennoch nicht von der Hand zu weisen. „Wir versuchen die Preise mit Blick auf den Versandhandel anzugleichen, um konkurrenzfähig zu bleiben“, berichtet der 38-Jährige. Den Spaß am Job, den er seit inzwischen zwölf Jahren ausübt, hat er aber trotz der schwierigen Situation nicht verloren: „Ich finde die Wandlung des Berufsbildes auch interessant. Und man kann nach wie vor Menschen helfen.“

Vorsitzender der Bezirksgruppe

Für ihn war schnell klar, dass er in der Gesundheitsbranche arbeiten will, da seine Eltern beide Ärzte waren. Heute ist er nicht nur Apotheken-Inhaber, sondern auch seit 2014 Vorsitzender der Bezirksgruppe Ennepetal-Ruhr des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe. „Ich vertrete bei Fragen die Apotheker im Kreis und erkläre ihnen Entscheidungen des Verbandes“, erzählt Mahl. Ebenfalls Teil der Diskussionen, die im Verband geführt werden, sei die Frage, wie sich Apotheken für die Zukunft aufstellen können. Ein Punkt in diesem Zusammenhang ist das automatische Warenlager, das den Mitarbeitern der Rosen-Apotheke in der Hauptstraße bereits seit 2013 die Arbeit erleichtert.

Automatisches Warenlager erleichtert die Arbeit

„Es ist wie ein kleines Hochregal. Man kann ohne Probleme 300 Medikamente in die Schublade legen, die dann automatisch sortiert werden“, erläutert Mahl. Mithilfe dieses Systems werde sichergestellt, dass die Patienten immer die richtigen Mittel bekommen und die Fehlerquote durch einen falschen Griff ins Regal reduziert wird, betont der Apotheker, der ebenso den Faktor Zeit anspricht: „Wir können uns so noch besser um unsere Kunden kümmern und sie beraten.“


Versorgung in der Stadt ist gut

Die Beratung sei ohnehin der große Vorteil der Apotheken gegenüber den stärker werdenden Onlinehändlern. „Das ist unser tägliches Brot. Ohne diesen Mehrwert wären Apotheken schon längst von der Bildfläche verschwunden. Gerade bei verschreibungspflichtigen Medikamenten ist eine Beratung wichtig. Dadurch bauen wir ja auch Vertrauen zu den Kunden auf“, meint Mahl. Die Probleme für Apotheken seien zwar auch in Sprockhövel zu spüren. Aber: „Wir sind hier gut aufgestellt und haben meines Erachtens eine überdurchschnittliche Versorgung.“ Andernorts müsste die Bevölkerung weite Wege in Kauf nehmen.

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