Amtsgericht

Angeklagter aus Sprockhövel räumt Beleidigungen ein

Schwere Probleme in der Trennungsphase eines Paares aus Sprockhövel waren Gegenstand bei der Verhandlung vor dem Hattinger Amtsgericht. Foto:

Schwere Probleme in der Trennungsphase eines Paares aus Sprockhövel waren Gegenstand bei der Verhandlung vor dem Hattinger Amtsgericht. Foto:

Foto: Fischer / Fischer / FUNKE Foto Services

Sprockhövel.  Ein Berufskraftfahrer aus Sprockhövel muss fünfhundert Euro Strafe bezahlen, weil er vor der Haustüre seine Lebensgefährtin randalierte.

Wegen Bedrohung und Beleidigung musste sich am Mittwoch ein Berufskraftfahrer verantworten. In der Trennungsphase von seiner Lebensgefährtin, die mit ihm zwei Kinder hat, ging es zeitweise verbal hoch her. Zweimal rief sie die Polizei, weil der Ex-Freund vor der Türe stehe und randaliere. Gegen die Zahlung von fünfhundert Euro wurde das Verfahren eingestellt.

Viele Provokationen und Beleidigungen

Provokationen und Beleidigungen gab es von beiden Seiten zu der Zeit. Das räumten sowohl der Angeklagte als auch die frühere Lebensgefährtin ein. Mit Vorwürfen wurde nicht gespart. Auch um den Nachwuchs gab’s Streit. „Weil er überhaupt nicht darauf achtet, dass die Kinder Anstand und Manieren beigebracht bekommen“, sagte die Mutter.

Hinzu komme bei dem Konflikt, dass die beiden Kinder des Angeklagten rechtlich gar nicht seine Kinder sind. „Die Vaterschaft ist hoch kompliziert“, erklärte der Verteidiger des Angeklagten. Irgendwann fühlte sich die frühere Lebensgefährtin nicht nur verbal beschimpft und beleidigt, sondern rief auch den Arbeitgeber ihres Ex an, weil sie sich in ihrem Auto auf der Straße von einem Lkw, den ihr Ex fuhr, bedroht gefühlt habe. Sie habe sich das Kennzeichen aufgeschrieben.

Bedrohte Frau ruft Chefin des Angeklagten an

Die Chefin des Angeklagten bestätigte vor Gericht, dass sie ein Anruf der Frau in der Spedition erreicht habe. In dem Telefonat habe die Frau gesagt, sie fühle sich von ihrem Ex bedroht. „Mit so etwas will ich aber gar nichts zu tun haben“, sagte die Chefin. „Ich habe ihr geraten, zur Polizei zu gehen.“

Während die Speditionsmitarbeiterin anfangs erklärte, dass es tatsächlich die Telefonnummer der Frau war, kam beim intensiven Nachhaken durch Richter Johannes Kimmeskamp eine andere Wahrheit ans Licht. Die ursprüngliche Nummer, die sie auf dem Display hatte, sei natürlich irgendwann weg gewesen. Aufgeschrieben hatte sie sich die Nummer nicht. Also ging sie zu ihrem Mitarbeiter und ließ sich von ihm die Telefonnummer der früheren Lebensgefährtin geben, räumte sie ein. Sie konnte sich nicht daran erinnern, ob es sich um dieselbe Telefonnummer handelte.

„Ja, das sind ja jetzt völlig andere Tatsachen. Es brechen ja gerade wichtige Beweismittel weg“, betonte der Richter und stellte das Verfahren gegen Auflage ein.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben