Geologie

Agentur bietet Exkursion in den Steinbruch Sprockhövel an

Diplom-Geologin Antje Selter, Geschäftsführerin der Eventagentur Geotouring, wird am 14. April erstmals eine Exkursion im Steinbruch Weuste anbieten. Hier steht sie an einem Ruhrsandstein.

Diplom-Geologin Antje Selter, Geschäftsführerin der Eventagentur Geotouring, wird am 14. April erstmals eine Exkursion im Steinbruch Weuste anbieten. Hier steht sie an einem Ruhrsandstein.

Foto: Manfred Sander

Sprockhövel.   Die Eventagentur Geotouring bietet Mitte April erstmals eine erdgeschichtliche Erkundung in Haßlinghausen an. Eine neue Form von Tourismus denkbar.

Vor einiger Zeit wurde Thomas Lange, Inhaber des Sägebetriebs im Steinbruch Weuste in Haßlinghausen, auf touristische Angebote der Firma Geotouring in den Ruhrsandsteinbrüchen von Wetter-Albringhausen aufmerksam. „Er rief mich an um zu fragen, ob ein solches Engagement nicht auch in Sprockhövel möglich wäre“, berichtet Antje Selter. Die 54-jährige Diplom-Geologin, Geschäftsführerin besagter Agentur Eventmanagement in Hagen, schaute bei Lange in der Randlage von Sprockhövel vorbei und war begeistert. „Der Steinbruch ist deutlich kleiner als etwa jener in Albringhausen – aber gewiss nicht weniger interessant!“

Großes Interesse bei den Bürgern

Nun wird die Agentur am Samstag, 14. April, erstmals in der Zeit von 11 bis 15 Uhr eine Exkursion für Interessierte auch in Weuste anbieten. „So soll möglich werden, einen Steinbruch aus der Nähe und unter fachkundiger Anleitung zu erforschen“, wirbt Antje Selter. Angesprochen sind auch Familien; alle Teilnehmer werden mit einem Helm ausgestattet, Schutzbrillen gibt es gegen Pfand, auf jeden Fall sollten wetterfeste Kleidung und feste Schuhe getragen werden.

Bereits bei einem Tag der offenen Tür im April letzten Jahres war deutlich geworden, wie groß das Interesse der Bevölkerung an der eigenen erdgeschichtlichen Vergangenheit ist (wir berichteten). Sprockhövel, das wissen nicht viele, lag vor rund 300 Millionen Jahren am Äquator, Teile Mitteleuropas waren eine von ausgedehnten tropischen Sümpfen und Mooren bedeckte und von Flüssen durchzogene Tiefebene. Oft traten die Ströme über die Ufer, und es kam zu katastrophalen Überschwemmungen. Gewaltige Schlammmassen ergossen sich über die Ebene, die alles Leben unter sich begruben. Durch die Jahrmillionen entstand so unter anderem der Ruhrsandstein. Die Menschen zu beiden Seiten der Ruhr erkannten schon früh die guten Eigenschaften dieses Werkstoffes, und auch heute noch legen Bauten aus ältester Zeit Zeugnis ab von seiner Beständigkeit. Abgebaut wird dieser Baustoff heute eben auch im Steinbruch Weuste in Sprockhövel.

Neben dem Einblick in den Abbau eines auch heute noch sehr begehrten Rohmaterials besteht die Möglichkeit, nach Spuren der untergegangenen Sümpfe und Moore der Karbonzeit zu suchen. Von besonderer Bedeutung ist die dort unter Bodenschutz stehende Wand mit Rippelmarken und das älteste südlich gelegene Kohleflöz Deutschlands.

Thomas Lange und Antje Selter hoffen, mit Exkursionen von Geotouring eine für diese Region neue Form des Tourismus ankurbeln zu können. „Von anderen Exkursionen etwa in Hagen weiß ich, welche Begeisterung besonders Kinder haben, wenn sie eigenhändig Fossilien oder Kohlestücke freigelegt haben und mit nach Hause nehmen dürfen“, sagt Selter. So entstehe auch ein nachhaltiges Bewusstsein für die Umwelt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben