Verkehr

500 Unterschriften für Tempo 30

Trotz Querungshilfen ist das Passieren der Hauptstraße in Niedersprockhövel

Trotz Querungshilfen ist das Passieren der Hauptstraße in Niedersprockhövel

Foto: Funke Foto Services

Sprockhövel.   Arbeitskreis Radverkehrsförderung fordert Geschwindigkeitsreduzierung auf Haupt- und Mittelstraße. SPD steht dem offen gegenüber.

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In ein Thema, das schon häufiger in der öffentlichen Diskussion stand, ohne dass sich etwas getan hätte, scheint nun Bewegung zu kommen: Der Arbeitskreis Radverkehrsförderung hat 500 Unterschriften für Tempo 30 auf Haupt- und Mittelstraße bei Bürgermeister Ulli Winkelmann abgegeben. Mit einem Mandat des Ausschusses für Umwelt, Verkehr, öffentliche Sicherheit und Ordnung soll sich Winkelmann an das Verkehrsministerium NRW wenden, um beispielsweise in einem Pilotprojekt Tempo 30 auf Haupt- und Mittelstraße zu testen.

Der parteiunabhängige Arbeitskreis befürwortet die Einrichtung einer Tempo-30-Zone auf der Mittelstraße im Bereich der Einzelhandelsgeschäfte und auf der Hauptstraße. „Hier halten sich viele Bürger zum Einkaufen auf, nutzen die Gastronomieangebote und wechseln die Straßenseiten“, so Claudia Koschorrek vom Arbeitskreis. Außerdem seien etliche Radfahrer und Schulkinder dort unterwegs. Tempo 30 sei laut ADFC „eine der wirkungsvollsten Maßnahmen zur Steigerung der Verkehrssicherheit“, so Koschorrek.

Anwohner fühlen sich belästigt

Die Aktion begann mit einem Informationsstand während des „Nachtschlags“ im August 2015 und auf dem Stadtfest in Niedersprockhövel. „Während vieler Gespräche wurde deutlich, dass sich insbesondere eine große Zahl der direkten Anwohner durch Lärm beschleunigender Autos und schnell fahrender Lkw belästigt fühlt“, so Koschorrek.

Die Stadtverwaltung unterstützt den Versuch, über die Unterschriftenliste ans NRW-Verkehrsministerium heranzutreten. „Der Wunsch ist nachvollziehbar“, sagt Thomas Mai, Sachgebietsleiter Sicherheit und Ordnung. Man habe das Verkehrsministerium in dieser Sache schon vor längerer Zeit angeschrieben, damals aber die Antwort bekommen, dass Tempo 30 auf Landesstraßen nicht möglich sei. Neue Möglichkeiten könnten sich neben der Option eines Pilotprojektes aber auch durch einen Beschluss der Verkehrsministerkonferenz ergeben, der Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen erleichtern soll. Das Bundesverkehrsministerium sieht nun eine Änderung der Straßenverkehrsordnung vor. Und sollte die Umgehungsstraße L70n in Sprockhövel gebaut werden, ließe sich zumindest die Hauptstraße als städtische Straße auszeichnen – womit Tempo 30 leichter möglich sei, so Mai.

Nun ist am 9. Mai erst einmal die lokale Politik gefragt. Die zeigt sich bereits teilweise aufgeschlossen. „Wir stehen dem generell offen gegenüber“, sagt die SPD-Stadtverbandsvorsitzende Marion Prinz. Sie begrüßt die Initiative auch mit Blick auf die Verkehrssicherheit von Seniorenheim-Bewohnern. Die CDU will das Thema erst noch einmal intern besprechen, bevor sie sich dazu äußert, sagt der stellvertretende Stadtverbandsvorsitzende Christian Waschke.

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