Kino

Viktoria-Kino Dahlbruch startet mit den Stones

Jochen Manderbach lässt ausräumen: Samstag Nachmittag können Kino-Souvenirs gegen Spenden abgeholt werden.

Jochen Manderbach lässt ausräumen: Samstag Nachmittag können Kino-Souvenirs gegen Spenden abgeholt werden.

Foto: privat

Dahlbruch.  Mit einem Konzertfilm endet am Donnerstag die kinolose Zeit in Dahlbruch. Samstag kommen Souvenirjäger auf ihre Kosten.

„Ich bin ziemlich nervös“, gesteht Jochen Manderbach, „das ist wie ein Neuanfang.“ So viel Lampenfieber nach fast immerhin 30 Jahren mit dem Viktoria-Kino? „Ich werde nicht allein sein“, weiß der Kinobesitzer. Schon seit Tagen laufen die Platzreservierungen ein. Nach dreieinhalb Monaten ohne Kino geht es mit dem Stones-Film „Shine A Light“ am Donnerstag um 20 Uhr wieder los.

Das gibt es zum Neuanfang

Jochen Manderbach hat, wie sein Kollege vom Cineplex in Olpe, den Lockdown zum Aufräumen genutzt. Um die 30 Aufsteller – das sind die menschengroßen Plakate – und weitere zwei Mal drei Meter große Banner mit Filmmotiven werden am Samstag zwischen 14 und 19 Uhr verschenkt. „Wir wollen die loswerden“, sagt Jochen Manderbach. Warnt aber: „Da braucht man schon ein bisschen Platz im Kinderzimmer.“

„Drachenzähmen leicht gemacht 3“, „Toy Story 4“, „König der Löwen“, „Die Addams Family“, „Dr. Dolittle“, „Downton Abbey“, „Planet der Affen“, „X-Men“, „Hobbs & Shaw“ und „Once Upon A Time in Hollywood“: Genau zehn Minuten Zeit hat jede Familie oder jeder Einzelbesucher zum Stöbern. Bezahlt wird mit einer Spende für das Kinderhospiz Balthasar. Und dann kommen die nächsten rein.

Das Seniorenkino geht auch direkt weiter: am Montag, 6. Juli, 17 Uhr, mit dem Fall Collini, der – mit Elyas M’Barek und Heiner Lauterbach – in einen Justizskandal um ein Verbrechen der Nazis in Italien führt. Kaffee und Kuchen gibt es vorher allerdings nicht. „Das ist tragisch“, weiß Jochen Manderbach, „aber da hätte man keinen Abstand halten können.“

Über die anderen Filmreihen wird noch verhandelt. Mit seinen Kooperationspartnern prüft Jochen Manderbach, was noch nachholbar ist. Bei „Kirche und Kino“ sind vier, bei „Frauen in starken Rollen“ drei Vorstellungen ausgefallen.

Das ist vorerst anders

Das Programm: „Wir wollen in diesem Sommer verstärkt Konzertfilme zeigen“, sagt Jochen Manderbach. Zum einen, weil das ein kleiner Ersatz für die vielen abgesagten Live-Veranstaltungen ist. Zum anderen, weil die neuen Filme auf sich warten lassen. US-amerikanische Verleihe verschieben derzeit die Starts von Mitte Juli auf Ende August oder blasen die Kinoverwertung zugunsten von Streamingdiensten gleich ganz ab – die Pandemie wütet bekanntlich in den Staaten ungebremst. „Ich kenne Kollegen, die verschieben ihre Wiedereröffnung“, sagt Jochen Manderbach. Er selbst setzt auf das, was das Viktoria ohnehin ausmacht: „Ziemlich coole Arthouse-Filme.“

Das Drumherum: Das Gesundheitsamt hat das besondere Hygienekonzept des Viktoria akzeptiert, das dazu führt, dass die Besucherzahl nicht beschränkt wird. Dafür müssen sich die Gäste „nachverfolgbar“ – man kennt das Wort längst allzu gut – machen, entweder bei der Online-Reservierung oder beim Kartenkauf an der Kasse. Der Sitzplatz wird zugeteilt, das Buchungssystem sperrt automatisch die linken und rechten Nachbarplätze neben dem Einzelgast, dem Paar oder der Familie, sodass von den 364 Plätzen im Theater einige frei bleiben. Wer im Gebäude unterwegs ist, muss den Mund-Nasen-Schutz tragen und natürlich Abstand halten. Alle Regeln stehen im Kino-Newsletter. Jochen Manderbach: „Ich hoffe, dass sich das schnell einspielt.“

Es gibt Popcorn und Gummibärchen, Cola und andere Softdrinks. Deshalb darf auf dem Platz die Maske abgesetzt werden. Auf andere Leckereien müssen die Besucher dagegen verzichten. Das Bistro auf der Empore bleibt vorerst dicht. „Das wird noch ein paar Wochen dauern“, glaubt Jochen Manderbach.

Info und Reservierung www.viktoria-Kino.de.

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