Mondfinsternis

Sternwarte der Uni Siegen öffnet für Besucher

Am 50. Jahrestag des Starts von Apollo 11 öffnet die Sternwarte der Universität Siegen für die Öffentlichkeit. Just in dieser Nacht gibt es eine partielle Mondfinsternis.

Am 50. Jahrestag des Starts von Apollo 11 öffnet die Sternwarte der Universität Siegen für die Öffentlichkeit. Just in dieser Nacht gibt es eine partielle Mondfinsternis.

Foto: Nina Hoffmann / WP

Siegen.  50 Jahre, nachdem das erste Mal ein Mensch den Erdtrabanten betritt, gibt es eine partielle Mondfinsternis. Dazu öffnet die Uni ihre Sternwarte.

Am 16. Juli vor genau 50 Jahren startete die Raumfahrtmission Apollo 11 mit Kommandant Neil Armstrong, der zusammen mit Buzz Aldrin am 21. Juli auf dem Mond spazieren ging. Nicht nur das historische Ereignis veranlasste die Naturwissenschaftlich-Technische Fakultät der Uni Siegen dazu, ihre Sternwarte für große und kleine Besucher zu öffnen. Denn, wie passend: Es lässt sich eine partielle Mondfinsternis an diesem Tag beobachten.

Vortrag über die Mondfahrt

„Die menschliche Faszination für Mondfahrten ist schon tausende von Jahren alt“, sagt Prof. Dr. Oliver Schwarz, Lehrstuhlinhaber für Physikdidaktik und Leiter der Sternwarte an der Uni. Im Grünen Hörsaal hält er vor rund 150 interessierten Besuchern aller Altersklassen den Vortrag „Der Menschheitstraum – phantastische Reise zum Mond“. Dabei erzählt er, wie die Themen Raumfahrt und Mondmenschen ihren Weg von antiken Erzählungen des griechischen Satirikers Lukian von Samosata bis in Johannes Keplers erste Science-Fiction-Romane und schließlich in die Stummfilme der 1920er-Jahre fanden. „Wir sehen den Mond immer nur von einer Seite. Es ist wie mit einem Vorhang auf einer Theaterbühne: Man möchte wissen, was sich dahinter abspielt. So wurde man auch neugierig, wie eigentlich die Rückseite des Mondes aussieht.“ Seine eigene Begeisterung für Weltraumgeschichten habe Prof. Schwarz schon früh durch Comics wie „Mosaik“ entdeckt.

Für viel Gelächter im Publikum sorgt ein Ausschnitt des 1928 von Fritz Lang gedrehten Science-Fiction-Stummfilms „Die Frau im Mond“.

Unter freiem Himmel

Im Anschluss an den Vortrag führt Christoph Springob, technischer Leiter der Sternwarte, die Besucherinnen und Besucher auf die Beobachtungsplattform auf dem Dach der Universität. Auf diesem Geländer um die Sternwartenkuppel herum können sich bis zu 150 Personen aufhalten. Neugierige Beobachter haben hier schon einmal die Möglichkeit, einen Blick durch eins von drei transportablen Teleskopen zu werfen. Zudem dürfen die Besucherinnen und Besucher Christoph Springob ins Innere der Kuppel begleiten und die Himmelskörper wie Saturn und Jupiter durch das große automatisierte Fernrohr beobachten. Weil der Platz begrenzt ist, können nur jeweils fünf bis sieben Personen die Kuppel nacheinander betreten. Gruppen mit kleineren Kindern werden dabei an den Anfang gestellt – denn es wird spät.

Beginn der Mondfinsternis

Der Eintritt des Mondes in den Kernschatten und die damit beginnende Mondfinsternis erfolgt kurz nach 22 Uhr. Mithilfe der App „SkEye“ lässt sich Dr. Henrik Bernshausen vom Lehrstuhl für Physikdidaktik die Mondkoordinaten anzeigen. Wo zunächst aufgrund des teils stark bewölkten Himmels nichts zu erkennen ist, zeigt sich dann doch später eine sichelförmige, rötlich leuchtende Silhouette. Einige Besucherinnen und Besucher versammeln sich aufgeregt am Geländer der Beobachtungsplattform und fotografieren das Naturschauspiel mit ihren Smartphones.

Automatisches Fernrohr

Im Innern der Sternwartenkuppel herrscht ebenfalls große Aufregung: War das große Linsenfernrohr vorhin noch auf den Jupiter gerichtet, stellt Christoph Springob das Gerät jetzt so ein, dass die Besucher in der Kuppel nacheinander auch einen Blick auf die Mondfinsternis erhaschen können. Dabei erklärt er: „Die Mechanik ist relativ einfach zu bedienen. Das Fernrohr beinhaltet einen Computer mit einer Datenbank, in der sämtliche Koordinaten gespeichert sind. Wenn der Computer die Mondkoordinaten erkannt hat, schwenkt das Fernrohr automatisch um.“

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