Serie Leserfotografen

Siegen ist die Wahlheimat von Leserfotografin Gudrun Fokken

Eines der wunderschönen Motive von Gudriun Fokken aus Siegen.

Foto: Gudrun Fokken

Eines der wunderschönen Motive von Gudriun Fokken aus Siegen. Foto: Gudrun Fokken

Siegen.   Ihre große Leidenschaften sind Puppen und die Fotografie. Ihre Fotomotive in Siegen findet sie zu Fuß, um in Bewegung zu bleiben.

Sie braucht nur wenige Minuten, um in die Natur einzutauchen und am Lindenberg und der Hitschelsbach ihre Fotomotive zu finden. Und zwar zu Fuß. Das ist naheliegend, weil Gudrun Fokken weder Führerschein noch Auto besitzt, und gesund, weil sie so in Bewegung bleibt.

Als „Marburger Dippche“ geboren

1941 wurde sie als „Marburger Dippche“ geboren. Das, was früher als Schimpfwort galt (Marburg war ein Zentrum der Töpferkunst), findet Gudrun Fokken heute lustig. Ihr Vater war Sohn eines Missionars in Tansania und wurde auch dort geboren. Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs gelangte die Familie nach Marburg, wo sie als fünftes von sechs Kindern aufwuchs.

Schon lange ist Siegen ihre Wahlheimat. Zumal sie nach einem Pädagogik-Studium in Hamburg in Siegen ihren Wunschberuf fand: Im Waldorf-Kindergarten am Häusling, wo sie weit mehr als 30 Jahre als Erzieherin arbeitete. „Das war mein Leben.“ Der Kontakt zu ihren Schützlingen und dem Kindergarten besteht immer noch: „Gestern war ich bei der Einschulung des neuen ersten Schuljahres an der Waldorf-Schule.

Viele der Eltern sind meine ehemaligen Kinder.“ Gudrun Fokken hat auch vier eigene Kinder, die sie alleine großgezogen hat. Ganz am Rande: Der Schriftsteller Navid Kermani war in jungen Jahren oft bei der Fokken-Familie in der Dillenburger Straße. Er ging mit einer Tochter in eine Klasse. Gudrun Fokkens Kinder, inzwischen 50 bis 53 Jahre alt, wohnen mittlerweile weit verstreut: In Oslo, Oxford, Niebüll und München. Sie sieht ihre Kinder und Enkel höchstens zweimal im Jahr: „Vielleicht bekomme ich die Familie zu meinem 80. Geburtstag zusammen.“

Fotografiert hat Gudrun Fokken schon immer. „Aber das war laienhaft. Durch mein Abo habe ich die Leserfotos gesehen und dann auch mal ein Bild geschickt: Pferde in der Hitschelsbach. Es wurde sofort gedruckt. Das war im Herbst 2013.“ Ihre Kamera: Ein einfaches Sony-Modell, für 160 Euro gekauft. Ihre liebsten Motive: Naturimpressionen und Tiere, vom Sonnenaufgang auf dem Lindenberg bis zu Gänsen in der Hitschelsbach.

Im vergangenen Jahr hat Gudrun Fokken am Fotowettbewerb „Senioren sehen Siegen“ teilgenommen und in der Kategorie „Natur“ einen Preis gewonnen. Doch es ist nicht so, dass sie durch die Landschaft geht und immer auf der Suche nach Motiven ist: „Erst vor kurzem war ich in meiner alten hessischen Heimat zum Pilze suchen. Ganz ohne Kamera.“

Puppenwerkstatt eingerichtet

Fotografieren ist nicht ihre einzige Leidenschaft. In einem Zimmer ihrer Wohnung hat sie eine Puppenwerkstatt eingerichtet. Dort gibt sie Kindern Kurse, wie sie selbst Puppen herstellen können. Immer im Rahmen der Waldorf-Pädagogik. Diese „Puppenstube“ schmücken wunderschöne Beispiele ihrer eigenen Kreativität.

Morgen wird Gudrun Fokken wieder sehr früh aufstehen, um Spinnennetze im Frühnebel zu fotografieren. Bescheiden sagt sie: „Was ich mache, ist nicht gekonnt. Aber ich habe Freude daran.“ Das sehen die Leser unserer Zeitung anders und freuen sich auf Gudrun Fokkens neue fotografischen Einfälle.

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