Kunst

Schwarz-Arbeiten in der Teilbibliothek Unteres Schloss

Im  Innenhof der Teilbibliothek Unteres Schloss stellt Herb Schwarz neun Skulpturen aus. Hier steht er vor dem „ruhenden Wisent“. Foto:Laura Handke

Im Innenhof der Teilbibliothek Unteres Schloss stellt Herb Schwarz neun Skulpturen aus. Hier steht er vor dem „ruhenden Wisent“. Foto:Laura Handke

Siegen.   Der Künstler Herb Schwarz stellt Gemälde und Skulpturen in Siegen aus – darunter auch sozialkritische Werke.

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Aktuell stellt Herb Schwarz Werke seiner Ausstellung „Schwarzarbeiten“ in der Passage der Teilbibliothek Unteres Schloss aus. „Der Standort ist gut“, sagt der gebürtige Siegerländer, der über einen Umweg zur Kunst kam: Zuerst studierte er Elektrotechnik, um Konstrukteur zu werden. 1997 entschied er sich dazu, sich der Malerei zu widmen, „weil der Weg zum Ziel spannend ist. Eine Idee verändert sich, ähnlich wie bei einem Fluss, der größer wird, weil Nebenflüsse einmünden.“

Die Skulpturen

Neun Skulpturen stehen draußen im Innenhof der Teilbibliothek– sie sind aus Edelstahl. „Mir ist vor allem Schlichtheit bei den Skulpturen wichtig, das ist für mich die Faszination“, betont Schwarz. Die Skulpturen seien an der Realität orientiert – wie die „Tonleiter“, eine von zwei großen Skulpturen. An einer Leiter „hängen“ Noten, die an einen Schraubenschlüssel erinnern sollen. „Die Skulptur greift den Satz des Pythagoras auf“, erklärt Schwarz, „um an ihn als Entdecker der musikalischen Harmonien zu erinnern.“

Der Künstler greift auch kritische Themen auf – beispielsweise bei „Afrika“. Die Skulptur zeige eine Dame, die auf dem Weg sei, Wasser zu holen. „Sie ist mit Absicht schlecht geschweißt“, erläutert Schwarz. Denn: „Sie soll krank aussehen.“

Die Gemälde

„Dinge die mich beschäftigen oder faszinieren, integriere ich in meine Arbeiten“, so der Künstler.

Kristalle
Das bevorzugte Ausgangselement von Herb Schwarz sei der Kristall. Er nutze auch bei seinen Gemälden relevante Themen, um auf Probleme hinzuweisen – beispielsweise bei „Reich aber arm“: „Das Werk bezieht sich auf Länder, die reich an Bodenschätzen sind, in denen die Bevölkerung aber unter Armut leidet“, betont der Künstler.

In der Kristall-Reihe sei außerdem auch eines seiner persönlichen Lieblingsbilder: „Cristal Mountain 1“. Es sei eines der schwierigsten gewesen, „weil ich mich bemüht habe, Spiegelungen zu malen, die den Eindruck erwecken, dass man in den Kristall hineinschaut.“

Der Blick durch das Schlüsselloch
„Es gibt viele Möglichkeiten den Blick durch ein Schlüsselloch zu wagen. Beispielsweise den traditionellen, neugierigen Blick“, sagt Schwarz und bezieht sich dabei auf das Werk „Halb(n)ackt“ in seiner neuen Schlüsselloch-Reihe. Dort könne der Betrachter, in diesem Fall aus Perspektive eines neugierigen Mannes, eine halbnackte Frau entdecken – das Gegenstück dazu sei „Emanzipation“, dort riskiere die Frau einen Blick.

„Ich habe mich dann gefragt, was es sinnbildlich noch geben könnte?“, sagt Schwarz. So sei er etwa auf die Schlafwandlerin gekommen: Bei genauerem Hinsehen erscheine es so, als ob die Schlafwandlerin über Wasser gehe – „fast wie in einem Zustand des Schwebens“, sagt Schwarz. Deswegen dürfe man sie nicht stören, „sonst versinkt sie im Wasser.“

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