Forschung

Philologe der Uni Siegen erforscht Schriften aus Mittelalter

Projektverantwortlicher im Handschriftencensus ist auch Mittelalter-Philologe Dr. Nathanael Busch von der Universität Siegen.

Foto: Uni Siegen

Projektverantwortlicher im Handschriftencensus ist auch Mittelalter-Philologe Dr. Nathanael Busch von der Universität Siegen. Foto: Uni Siegen

Siegen.   Projekt zur Erfassung deutschsprachiger Handschriften des Mittelalters. Mittelalter-Philologe Nathanael Busch ist Projektverantwortlicher.

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Die Universität Siegen beteiligt sich an einem Forschungsprojekt zur Erforschung von mittelalterlichen Handschriften.

In den kommenden 20 Jahren wird im Rahmen des von Bund und Ländern getragenen Akademienprogramms das Projekt Handschriftencensus (HSC) zur vollständigen Erfassung der deutschsprachigen Handschriften des Mittelalters finanziert.

Fördervolumen von 6,5 Millionen Euro

Ziel ist es, der internationalen Forschungsgemeinschaft einen Bestand von rund 26.000 Manuskripten und Fragmenten, die sich weltweit in mehr als 1.500 Bibliotheken,Archiven, Museen und in Privatbesitz befinden, in einer kostenlos abrufbaren Online-Fachdatenbank zugänglich zu machen.

Das Fördervolumen beträgt insgesamt 6,5 Millionen Euro. Projektverantwortliche im Handschriftencensus sind die Mittelalter-Philologen Dr. Nathanael Busch von der Universität Siegen und Prof. Dr. Jürgen Wolf, Institut für Deutsche Philologie des Mittelalters der Philipps-Universität Marburg. Das Projekt, das unlängst von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) bewilligt wurde, wird von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz getragen. Durchgeführt wird das Vorhaben in Marburg.

Bisher gibt es noch keine Gesamtübersicht der weltweit aufbewahrten deutschsprachigen Handschriftendes Mittelalters.

Bedeutendes Fundament für Verständnis

Denn vor allem die schriftliche Überlieferung aus dem 8. bis 15. Jahrhundert stellt ein bedeutendes Fundament zum Verständnis der Entwicklung von Kultur, Religion, Politik und Wissenschaft in der Moderne dar: „Die Aufnahme des Handschriftencensus in das Akademienprogramm sichert einen bedeutenden Schatz unseres kulturellen Erbes“, zeigt sich Prof. Dr. Jürgen Wolf erfreut. Zudem setze das Projekt den bereits begonnenen Aufbau eines internationalen Kompetenzzentrums Deutschsprachiger Handschriften des Mittelalters fort.

Die Forscher aus Marburg und Siegen versprechen sich von dem Projekt neben einer vollständigen und weltweiten Erfassung des handschriftlichen Bestands auch eine Erschließung bisher noch unbekannter Textzeugen. Dazu gehört die regionale Zuordnung einer Handschrift, die Datierung, die Ermittlung des Verfassers, die Identifikation des Textes und eine Erschließung sowie Formalia wie Sprachstand, Schriftart und das Vorhandensein von Wasserzeichen und Illustrationen.

Grundlegende Daten müssen noch erhoben werden

Für den größten Teil der Handschriften und Werke müssen grundlegende Daten erst noch erhoben werden. Das betrifft insbesondere Manuskripte in Sammlungen Ostmittel- und Osteuropas sowie in außereuropäischen Institutionen und in Privatbesitz.

Um diese gewaltige Materialfülle bewältigen zu können, erfolgt die Arbeit des HSC in Absprache mit den deutschen Handschriftenzentren und anderen Institutionen sowie in enger Vernetzung mit internationalen Forschungs- und Datenbankprojekten zu mittelalterlichen Handschriften.

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