Kein Wohnheim

Parkhotel in Siegen eröffnet als Cityhotel neu

Das Parkhotel neben der Siegerlandhalle wird nun doch kein Studentenwohnheim. Im Frühjahr eröffnet in dem Gebäude das CityhotelSiegen..

Das Parkhotel neben der Siegerlandhalle wird nun doch kein Studentenwohnheim. Im Frühjahr eröffnet in dem Gebäude das CityhotelSiegen..

Foto: Florian Adam

Siegen.  Im ehemaligen Parkhotel öffnet im Frühjahr das Cityhotel Siegen. Die Pläne für ein Studentenwohnheim an dieser Stelle sind damit obsolet.

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Das ehemalige Parkhotel nimmt ab Frühjahr wieder Gäste auf. „Der Betrieb geht aber nicht weiter – wir eröffnen ein neues Haus unter dem Namen Cityhotel Siegen“, sagt Geschäftsführerin Christa Sobczack. Die Eigentümergemeinschaft habe sich dazu entschieden, nachdem die Stadt gegen eine Nutzung als Studentenwohnheim Schallschutzbedenken ins Feld geführt hatte.

Kein Verkauf

Eigentlich waren Eigentümer und Studentenwerk sich einig. „Wir sind fest davon ausgegangen, dass wir verkaufen“, sagt Sobczack, „aber dann kam der Lärmschutz dazwischen.“ Die Stadt hatte Anfang Oktober 2016 argumentiert, eine Nutzung des Objekts als Wohnheim könne Probleme für die Siegerlandhalle bedeuten. Da Wohnen im Hotel rechtlich anders als dauerhaftes Wohnen gewertet wird, könnten – so die Befürchtung – feste Mieter gegen einen zu hohen Geräuschpegel nach 22 Uhr klagen. Ebendieser sei aber nicht zu vermeiden, wenn Menschen nach Abendveranstaltungen die Halle verlassen und – auch in ausgelassenen Gruppen – den Heimweg zu Fuß oder per Auto antreten. „Die Stadt wird einer Umwidmung nicht zustimmen“, sagt Detlef Rujanski, Geschäftsführer des Studentenwerks, über das ehemalige Hotel. Ursprünglich hatte der Rat im Jahr 2013 signalisiert, ein Studentenwohnheim zuzulassen – sobald das neue Hotel am Kirchweg den Betrieb aufnimmt. Dies ist für das kommende Frühjahr geplant.

Kein Pächter

Geschlossen hat das Parkhotel zum 1. Dezember 2016. Hinter dem neuen Versuch steht nun kein Pächter mehr, sondern eine aus Eigentümern bestehende Betreibergesellschaft. „Wir nehmen es selbst in die Hand“, sagt Sobczack. Der Modernisierungsaufwand sei „nicht gering“, der Zeitplan bis zum Frühjahr ambitioniert. „Aber wir haben vor, professionell an den Start zu gehen.“ Eine Direktorin ist bereits eingestellt, einige Eigentümer seien mit ihr schon länger bekannt. Sobczack: „Da haben wir einen Glücksgriff getan.“ Einer Kette, wie das zu Best Western gehörende Parkhotel, ist das Cityhotel bisher nicht angeschlossen.

Keine Blockade

Das neue Hotel am Kirchweg schreckt das Cityhotel-Team nicht. „Wir werden da keine Blockadehaltung einnehmen“, sagt die Geschäftsführerin. Die erweiterten Kapazitäten des Kirchwegs sollen in der Siegerlandhalle insbesondere größere Tagungen und Kongresse möglich machen, wovon sich auch das Cityhotel Nachfrage verspricht. Außerdem will das Team eng mit der Siegerlandhalle zusammenarbeiten und den Markt beobachten, um Nischen zu finden – etwa Angebote für Gäste, die länger als ein paar Tage bleiben wollen.

„Keine schädliche Konkurrenz“

Die Stadt „sieht gute Chancen für das ‚Cityhotel Siegen‘“, wie Bürgermeister Steffen Mues auf Anfrage dieser Zeitung betont – „nicht zuletzt aufgrund seiner Lage unmittelbar an der Siegerlandhalle.“ Auch das neue Holiday Inn Express am Kirchweg, dessen Eröffnung für das Frühjahr angekündigt ist, werde voraussichtlich den Bedarf an zentrumsnahen Hotelbetten nicht decken. „Daher ist das für mich keine schädliche Konkurrenz – im Gegenteil“, sagt Mues. „Wir merken ganz deutlich, dass ‚Siegen – Zu neuen Ufern‘ und neue Label wie ‚Deutschlands grünste Großstadt‘ das Image unserer Stadt zuletzt sehr positiv verändert haben.“ Auf Dauer werde dies dazu führen, „dass noch mehr Menschen von Siegen angezogen werden, hier ihren Wochenendurlaub verbringen oder für Veranstaltungen oder berufliche Termine anreisen“. Dafür sei eine gute Hotel-Infrastruktur erforderlich. Dank der beiden Hotels könne nun zudem „die Siegerlandhalle auch mehrtägige Kongresse oder ähnliches ausrichten“.

Zur Schallschutzfrage hätten die Eigentümer „Gutachten vorgelegt, die von unserer Fachverwaltung eingehend geprüft wurden, auch unter Heranziehung von externem Sachverstand“. Eine Nutzungsänderung von Hotel zu Wohnen hätte „unwägbare Risiken für den Fortbestand der Siegerlandhalle nach sich gezogen“, weshalb der Verwaltungsvorstand die erforderliche Bebauungsplanänderung nicht eingeleitet hat“.


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„Ich respektiere die Entscheidung der Eigentümer“, sagt Detlef Rujanski über den geplatzten Verkauf des Parkhotels an das Studentenwerk.

„Ich bin aber nach wie vor an dem Objekt interessiert.“Vorgabe für einen Verkauf wäre allerdings, dass die Schallschutzfrage geklärt ist.

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