Förderprogramme

Netphens Schulen digitalisieren: Aber mit welchem Geld?

Netphens Schüler sollen Wlan und mobile Arbeitsgeräte bekommen.

Netphens Schüler sollen Wlan und mobile Arbeitsgeräte bekommen.

Netphen.   Netphener Rat diskutiert über Mittel aus verschiedenen Förderprogrammen. Wann die Umsetzung startet, ist allerdings noch unklar.

Netphens Schulen sollen digital aufgerüstet werden – unter anderem mit Wlan, mobilen Arbeitsgeräten und einer modernen Infrastruktur. Bereits 2017 hat der Rat deshalb einstimmig einen Medienentwicklungsplan für die Schuljahre 2017/2018 bis 2020/2021 beschlossen. Doch die Umrüstung aller Schulen ist teuer und die Stadt ist auf Fördermittel angewiesen.

Der Plan steht

Aus dem Landesprogramm „Gute Schule 2020“ stehen insgesamt rund 967.000 Euro zur Verfügung. Über die Verwendung dieser Mittel gab es in der Politik viele Diskussionen, mittlerweile steht der Plan. Doch nun kommt ein neues Förderprogramm ins Spiel – der sogenannte „DigitalPakt 2019 bis 2024“, mit dem Bund und Länder für eine bessere Ausstattung der Schulen mit digitaler Technik sorgen wollen. Dieser Pakt ist so neu, dass die Förderrichtlinien noch nicht abschließend festgelegt sind. Das Land will diese voraussichtlich noch in diesem Jahr veröffentlichen. Die Stadt Netphen rechnet damit, rund 387.000 Euro zur Verfügung gestellt zu bekommen. Wann ist allerdings nicht klar. Manfred Heinz (SPD) wollte nun in der Ratssitzung wissen, wie sich die Stadt auf den DigitalPakt vorbereitet, um möglichst zeitnah an die Mittel zu gelangen.

Mittel zunächst zurückstellen

Die Chancen auf eine Förderung seien hoch, weil die Stadt bereits über einen Medienentwicklungsplan verfüge. Dieser ist die Grundvoraussetzung. Inwieweit die Konzepte der Schulen aktualisiert und erweitert werden müssen, könnte die Verwaltung jedoch derzeit noch nicht absehen. Klar sei jedoch, dass das Förderspektrum beim DigitalPakt enger gesteckt sei als beim Programm „Gute Schule 2020“, das außer technischen Maßnahmen beispielsweise auch bauliche umfasst. Der Vorschlag der Verwaltung: Abwarten und die Mittel zurückstellen, die im Haushalt 2019 mit dem Programm Gute Schule zusammenhängen. Denn, so die Verwaltung, diese Maßnahmen könnten gut über den DigitalPakt finanziert werden. Das betreffe den Wlan-Ausbau in den Gebäuden der Grundschulstandorte Eckmannshausen, Hainchen, Nieder- und Obernetphen.

50.000 Euro pro Maßnahme

Diese Maßnahmen sind mit jeweils 50.000 Euro eingeplant. Auch die Anschaffung von iPads für die Grundschulen sowie Computer und Whiteboards für Gymnasium und Sekundarschule sollten zurückgestellt werden. Der Vorteil: Es bleibe mehr Geld für Gute Schule 2020, das variabler eingesetzt werden könne. „Das klingt logisch“, so Heinz, „wenn die Maßnahmen trotzdem zeitnah abgearbeitet werden.“ Es wäre schlecht, wenn in 2019 nichts passieren würde. Fachbereichsleiter Thorsten Vitt: „Wenn die Richtlinien da sind, werden wir alles mit den Schulen absprechen.“ Die Verwaltung will zum nächsten Schulausschuss eine Liste mit Maßnahmen vorlegen, die durch diese Änderung über Gute Schule 2020 nachrücken könnten.

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