Heimat-Check

Im Fokus: Wilnsdorf holt mit Freizeitangebot nicht alle ab

In Wilnsdorf lässt sich’s gut leben: Die Gemeinde hat laut Heimat-Check unserer Zeitung die zufriedensten Bürgerinnen und Bürger im Siegerland. Doch beim Freizeitangebot weicht die Bewertung ab.

In Wilnsdorf lässt sich’s gut leben: Die Gemeinde hat laut Heimat-Check unserer Zeitung die zufriedensten Bürgerinnen und Bürger im Siegerland. Doch beim Freizeitangebot weicht die Bewertung ab.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Wilnsdorf bekommt für sein Freizeitangebot im Heimat-Check nur mäßige Noten. So steht die Politik dazu.

Im Frühjahr haben Leserinnen und Leser dieser Zeitung den Heimat-Check gemacht und ihrer Gemeinde ein Zeugnis ausgestellt. Wir haben die lokale Politik mit den Ergebnissen konfrontiert und Parteien, Wählergemeinschaften und Ratsfraktionen um Stellungnahmen gebeten, die wir nun veröffentlichen – auch als Beitrag zur Meinungsbildung vor der Kommunalwahl am 13. September. In Wilnsdorf fragten wir alle im Rat vertretenen Parteien nach ihrer Einschätzung zum Thema „Freizeitangebote“ in der Gemeinde. Mit Ausnahme der Grünen haben alle geantwortet.

Insgesamt sind die Wilnsdorferinnen und Wilnsdorfer die zufriedensten Siegerländer, was die Situation allgemein angeht. Bei der Frage „Wie gern leben Sie in Ihrem Ort?“ vergaben sie im Heimat-Check eine Durchschnittsnote von 1,79, nur Freudenberg liegt mit 1,94 ebenfalls unter der 2 – wobei festzuhalten ist, dass die Durchschnittsbewertung in dieser Frage über alle acht Siegerländer Kommunen mit 2,22 recht positiv ausfällt. Trotzdem ist auch in Wilnsdorf nicht alles bestens: Mit einer 3,07 reicht es beim Freizeitangebot nur für einen Platz 5 von 8, unzufriedener mit den Möglichkeiten vor Ort sind die Menschen demnach nur in Siegen, Neunkirchen und Kreuztal.

Freizeit in Wilnsdorf: Vereine sind unschätzbar

An Angebot und Engagement der Vereine, das legen die Antworten der Rats-Fraktionen unisono nahe, kann es eigentlich nicht liegen – denn da gibt es über alle Ortsteile ein breites Spektrum. Diese Vereinsvielfalt trägt sicherlich dazu bei, dass Wilnsdorf mit der Durchschnittsnote 2,67 auch beim Thema Gemeinschaftsgefühl Spitzenreiter im Siegerland ist. Vereine alleine, so enorm wichtig sie auch ohne Frage sind, scheinen aber nicht alle Menschen anzusprechen.

Was ließe sich tun, um auch die nicht vereins-affinen Bürgerinnen und Bürger zu erreichen? Was muss – und kann – eine Gemeinde aus eigener Kraft bieten, wo kann sie unterstützen, um Anbieter von außerhalb für eine Ansiedlung zu gewinnen? Und wie kann Politik dafür Sorge tragen, dass die Menschen ihre Freizeit gerne in der eignen Kommune verbringen?

Gabriele Wagener, CDU: In allen Bereichen in unseren Orten was los

Die Gemeinde bietet mit über 200 Vereinen und Verbänden in den elf Ortsteilen ein buntes Leben und eine vielfältige Freizeitbetätigung an – Sport, Kultur, caritatives Geschehen, Natur und Landschaft, in allen Bereichen ist in unseren Orten was los. Natürlich gibt es auch etwas zu ergänzen, dafür wird sich die CDU gemeinsam mit der Bürgermeisterin einsetzen.

Hannes Giesler, SPD: Vieles sucht man in Wilnsdorf vergeblich

Bei den Freizeitangebotenen hat Wilnsdorf keine guten Noten bekommen. Dieses Urteil ist verständlich, gibt es doch über die Vereinstätigkeiten nicht viele Möglichkeiten, sich in Wilnsdorf in der Freizeit zu betätigen. Während andere Kommunen auf Angebote wie Schwimmbäder, Trampolinhallen, Minigolfplätze, Fahrradtrails oder ähnliches setzen oder als Kommune Weinfeste, Stadtfeste oder große öffentliche Sportevents veranstalten, muss man danach in Wilnsdorf leider vergeblich suchen. Hier müssen ein Bürgermeister und die Politik aktiver werden. Das heißt konkret, dass die Gemeinde entweder selbst Angebote schaffen muss, oder aktiv dafür sorgen muss, dass Investoren oder Vereinen dabei geholfen wird.

Andreas Weigel, Bürger für Wilnsdorf und FDP: Das gemeindliche Engagement hält sich noch in Grenzen

Wir sehen im Themenpunkt Freizeitangebote ein herausragendes bürgerschaftliches Engagement in Wilnsdorf. Vereine und Organisationen vornehmlich im Bereich des Ehrenamts schaffen unterschiedliche Freizeitangebote. Beispielhaft seien die Aktivitäten von Schützenvereinen, Sportvereinen und Heimatvereinen genannt. Das gemeindliche Engagement hält sich hier bislang in Grenzen, sodass wir die Wahrnehmung der Leser nachvollziehen können. Wir versprechen uns von einer Stärkung des Ehrenamts auch eine weitere Verbesserung der Freizeitangebote. Ein Beispiel kann der Skatepool in Wilnsdorf sein. Die Anlage ist durch ehrenamtliches Engagement entstanden und steht allen Sportlern offen.

Annemarie Bender, Wilnsdorfer Parteiunabhängige: Mehr Angebote, die alle Generationen zusammenbringen

Wilnsdorf hat viele Vereine mit den verschiedensten Angeboten zur Freizeitgestaltung. Sinnvoll wäre meines Erachtens eine Freizeitbörse, in der konkrete Angaben abgefragt werden können. Für Wilnsdorf wünsche ich mir mehr generationenübergreifende Angebote, zum Beispiel um schwerpunktmäßig kulturelle Themen auch in Wilnsdorf voran zu bringen und auch Bürgerinnen und Bürgern aller Altersgruppen aktive Teilhabe zu ermöglichen. Vorstellbar sind ein Kulturverein und zum Beispiel die Belebung eines stillgelegten Gebäudes, um auch Kleinveranstaltungen, Lesungen, kleinere Konzerte, Ausstellungen etc. in Verbindung mit einem gastronomischen Angebot zu ermöglichen.

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