Umbau

Friedenskirche als Ort der Begegnung für ganz Achenbach

Teilweise sind die Spielgeräte maßgefertigt – eines mit Rutsche ist dem Glockenturm der Friedenskirche nachempfunden. Wer den Rutschturm erklimmt, kann an einer Miniatur-Glocke läuten.

Teilweise sind die Spielgeräte maßgefertigt – eines mit Rutsche ist dem Glockenturm der Friedenskirche nachempfunden. Wer den Rutschturm erklimmt, kann an einer Miniatur-Glocke läuten.

Foto: Laura Baer

Achenbach.   Umbau der Friedenskirche soll im April 2017 abgeschlossen sein. Innenausbau startet Mitte Januar. Spielgeräte sind bereits installiert.

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Ein letztes Mal erfüllten Weihnachtslieder die Friedenskirche. Das Weihnachtskonzert im Dezember sollte den Bürgern „die Gelegenheit bieten, sich zu verabschieden“, erklärt Günther Langer, 1. Vorsitzender des Heimatvereins Achenbach. Aber es ist nur ein Abschied von der ursprünglichen Funktion des ehemaligen Gotteshauses – und ein Willkommen an das, was aus der Friedenskirche wird: ein Ort der Begegnung für ganz Achenbach und ein Zentrum für traumatisierte Jugendliche.

Bereits geschafft

Aus der ursprünglichen Idee, einen Kindergarten in dem ehemaligen Gotteshaus unterzubringen, wurde nichts: sehr zum Verdruss des Heimatvereins Achenbach, der das Gebäude im August 2016 von der evangelischen Christus-Kirchengemeinde übernommen hatte. Der Antrag für Spielgeräte war schon bewilligt – 63 000 Euro stellte das Land zur Verfügung. Und setzte eine Zeitvorgabe von drei Monaten fest, in dem die Spielanlage installiert werden sollte. „Am 5. Oktober kam die Genehmigung von der Stadt, am 20. Dezember sind wir fertig geworden“, sagt Langer. Ein richtiger Waldspielplatz ist vor der Friedenskirche entstanden.

Neu dabei

Sieben Spielgeräte sind auf dem Gelände um die Friedenskirche installiert worden – teilweise maßgefertigt, wie eine Mini-Ausgabe des Glockenturms „zum Rutschen und mit kleiner Glocke“, sagt der Vorsitzende des Heimatvereins. Klettergerüst, Schaukel und Balancier-Balken haben außerdem auch eine pädagogische Bedeutung: Der Heimatverein hat sich beraten lassen, um die Spielgeräte auch an die Bedürfnisse der traumatisierten Jugendlichen anzupassen, die bald in sechs Appartements im Innenraum des Gebäudes leben werden. „Das Klettergerüst soll beispielsweise dabei helfen, Ängste abzubauen“, erklärt Langer.


Unabhängig vom Spielgeräte-Etat wurde durch Mitgliedsbeiträge und Spenden eines Stifters, der anonym bleiben möchte, ein kleiner Außenklassenraum realisiert. Der macht Freiluftlernen für die umliegenden Schulen möglich: „Wir wollen für Kinder Natur und Geschichte des Siegerlands erfahrbar machen“, sagt Langer. Ein Kräutergarten ergänzt das Open-Air-Angebot. Außerdem gibt es einen Mountainbike-Parcours „nur für die Kleinen“. Der Spielplatz soll öffentlich sein – „darauf legen wir größten Wert“, betont Langer.

Weg dahin

Bäume mussten gefällt, das Gelände begradigt und Absicherungen zur Straße aufgebaut werden. „Ehrenamtliche und Mitglieder des Heimatvereins kommen bestimmt auf fünf- bis sechstausend Arbeitsstunden“, sagt Langer. Immerhin 130 000 Euro von dem Gesamtbudget für das Projekt Friedenskirche sind bereits verbaut worden – „wir haben eine Menge Erde bewegt“, so Langer. So musste das ehemalige Gotteshaus auch an den öffentlichen Kanal angeschlossen werden, da es bislang nur eine Sickergrube gab. Einen 30 Meter langen und ein Meter tiefen Graben hoben die Projektmitarbeiter aus.

Noch zu tun

Am 6. Januar kam die Baugenehmigung für den Innenausbau der Friedenskirche. „Wir fangen nächsten Montag an“, sagt Langer. Am 15. April soll alles fertig sein. Sechs Zimmer entstehen im Inneren des Gebäudes. „Hier soll jeweils nur eine Person wohnen. Die traumatisierten Kinder und Jugendlichen sollen sich gut betreut fühlen“, erläutert Günther Langer. Außerdem entstehen zwei Duschräume für je drei Bewohner der Einrichtung. Küche und Aufenthaltsraum sind schon fertig.

Auch ein Beachvolleyballfeld wird es geben – „das hat sich die Jugend gewünscht, über die Internetseite des Heimatvereins“, erklärt Langer. Über Sport könnten Verbindungen geschaffen werden, auch in Hinblick auf die Integration von Flüchtlingen. Die Genehmigung hat der Heimatverein bereits beantragt.

Ziel in Aussicht

„Wir sind stolz darauf, dass wir es eigenständig, ohne die Stadt, geschafft haben“, betont Günther Langer. Der Grundgedanke hinter dem Projekt sei es, neue und alt eingesessene Bürger zusammenzuführen. „Wir wollen das Wir-Gefühl stärken und den Stadtteil attraktiver und schöner machen“, so Langer.

>>Info: Bufdis beim Heimatverein

  • Der Umbau des Gebäudes ist gleichzeitig auch Integrationsprojekt. Der Heimatverein beschäftigt Flüchtlinge als Bundesfreiwillige.
  • Seit Anfang 2016 bietet der Heimatverein Achenbach diesen Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug an.
  • Von den Bundesfreiwilligen arbeiten vier Flüchtlinge am Umbau des Gebäudes mit.

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