Stadtteil

Fischbacherberg: Anwohner stören sich an Vernachlässigung

Mitten in der Skaterampe klafft ein Loch. Gefährlich für die Kinder und Jugendlichen sei das, finden die Politiker.

Mitten in der Skaterampe klafft ein Loch. Gefährlich für die Kinder und Jugendlichen sei das, finden die Politiker.

Foto: Hendrik Schulz

Siegen.  Die UWG Siegen möchte sich dafür einsetzen, dass Schäden und Verunreinigungen am Fischbacherberg schneller behoben und beseitigt werden.

Die Kleinigkeiten sind es, die stören. Nicht geleerte Mülleimer, zu wenig oder kaputte Bänke, Löcher in den Zäunen und auf der Skaterampe am Bolzplatz. Die Anwohner des Quartiers Fischbacherberg würden sich wünschen, dass in ihrem Viertel genauer hingeschaut wird. „Die Bürger sind auf uns zugekommen, wir möchten für den Stadtteil sensibilisieren“, sagt Günther Langer von der UWG-Fraktion im Rat.

Die Unabhängigen Wähler möchten diese Anregungen und Beschwerden – auch aus anderen Stadtteilen – aufnehmen, begleiten und politisch unterstützen, damit sich auch bei diesen Kleinigkeiten, deren Summe die Bürger ärgere, etwas ändere, sagt Langer.

Loch mitten in der Skaterampe

„Die Bürger fühlen sich hier wohl“, betont Langer. Das Image des Stadtteils sei zu Unrecht schlecht, Stadt, Quartiersmanagement und Sozialarbeit haben in den vergangenen Jahren hervorragend gearbeitet. Es gebe eine vorbildliche Infrastruktur, mit Kindergärten, der Hammerhütter Schule, täglich mehrmals ist die Polizei präsent. Aber die Bürger störten sich daran, wenn das allgemeine Erscheinungsbild des Fischbacherbergs vernachlässigt werde, so die UWG. Bei einem Rundgang wurde die Kritik gesammelt.

Zum Beispiel die beschädigte Skaterampe am Bolzplatz. Mittendrauf klafft ein Loch. „Gerade im Halbdunkel ist das doch gefährlich“, findet UWG-Geschäftsführer Michél Dylong. Durch die Ritzen auf dem Bolzplatz daneben wächst Unkraut, „da kann man doch nicht gut Fußballspielen“, im Metallzaun gleich hinter dem Tor fehlt ein Stück – da fliegt oft der Ball durch.

Belgischer Supermarkt vergammelt

Ganz im Gegensatz zum Sportplatz an der Hammerhütter Schule – da wurden die Tore entfernt. „Die Jugendlichen brauchen doch einen Anlaufpunkt, damit sie sich sinnvoll beschäftigen können“, findet Günther Langer.

Der frühere belgische Supermarkt stehe seit Jahren leer, „die Flächen vergammeln“ – statt im Rahmen des städtischen Baulandkonzepts den Bolzplatz wegzunehmen, könne man doch hier neu bauen, sagt Langer. „Den Leuten nicht Grün- und Spielflächen wegnehmen, wenn solche Flächen auch da sind“, sagt er.

An der Bushaltestelle Fischbacherberg sei seit geraumer Zeit das Glas zerstört, die Scherben liegen um den Wartebereich herum. „In der Innenstadt wäre das innerhalb von 24 Stunden weg“, sagt Langer.

Wertschätzung auch über Kleinigkeiten

Es seien Kleinigkeiten – aber auch darüber drücke sich Wertschätzung, Beachtung aus, so die UWG. „Das Quartier aufzumöbeln ist ein Herzenswunsch“, betont Paul Oppermann, neuer Vorsitzender des Vereins UWG Siegen, „die Bürger sollen sich wohlfühlen.“ Günther Langer sagt: „Die Stadt ist groß, es gibt viele Baustellen.“ Man wolle der Verwaltung keine Vorwürfe machen, sondern lediglich dafür eintreten, den Fischbacherberg nicht zu vernachlässigen. Nach wie vor, sagt er, würden in dem Stadtteil, relativ isoliert auf dem Berg gelegen, 40 Prozent der Siegener Sozialhilfeempfänger leben.

Mehr Nachrichten, Fotos und Videos aus dem Siegerland gibt es hier.

Die Lokalredaktion Siegen ist auch bei Facebook.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben