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Chaos Computer Club Siegen informiert über Datenschutz

Der Verein Chaos Siegen möchte das Interesse an Technik und Wissenschaft fördern.

Der Verein Chaos Siegen möchte das Interesse an Technik und Wissenschaft fördern.

Foto: Hagen Kamieth

Siegen.   IT-Experten halten Vorträge im Hackspace: Es gibt skurrile Beispiele für falsch verstandene DSGVO.

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Zum dritten europäischen Datenschutztag hatte der Siegener Ableger des Chaos Computer Clubs (CCC) im Hackspace am Effertsufer zu einer Vortragsveranstaltung eingeladen, zahlreiche Interessierte informierten sich.

Der Verein

Chaos Siegen befindet sich noch in der Gründung, der Club geht aus dem Hackspace-Verein (Hasi) mit rund 60 Mitgliedern hervor. In den Räumen von Hackspace haben sich auch verschiedene andere Initiativen zusammengefunden, um sich zu organisieren und weiter zu entwickeln, zum Beispiel aus der Foodsharing-Szene oder der Unverpacktladen. Die Hacker-Community gehe weit über das Hacken hinaus. „Hacken“ ist zwar negativ konnotiert, steht aber eher für „einfallsreiche Experimentierfreudigkeit“. Bei Computersicherheit geht es viel ums Finden und Aufzeigen von Schwachstellen in IT-Systemen.

Die Vorträge

Sebastian Zimmermann, Datenschutzbeauftragter der Uni, erläuterte, was Datenschutz ist und was es den Nutzern bringt: den „Schutz der eigenen und aller personenbezogenen Daten.“ Dazu gehörten Name und Anschrift, aber auch das Aussehen oder die IP-Adresse des Computers, da diese meist eindeutig zugeordnet werden kann. Zimmermann empfahl, sich mit der viel diskutierten Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) zu beschäftigen.

Was passiert, wenn man sie nicht versteht, erläuterte das Kölner CCC-Mitglied Joachim Seltzer, der skurrile Beispiele für Fehlinterpretierungen der DSGVO aufzeigte. So hatte etwa eine Stadtverwaltung darum gebeten, Bewerbungen nur noch schriftlich einzureichen, da dies online aus „datenschutzrechtlichen Gründen“ nicht mehr möglich sei. „Wir haben das Vertrauen in den Rechtsstaat verloren“, so Seltzer, „deshalb haben wir Angst, etwas falsch zu machen.“ Die Menschen würden die Verordnung nicht verstehen und können daher nur schwer von ihr profitieren.

Interessierte konnten vor Ort ein Auskunftsersuchen ausfüllen, mit dem Unternehmen oder Behörden dazu aufgefordert werden, alle über sie gesammelten Daten herauszugeben. In der DSGVO sei klar geregelt, dass Nutzer diese Auskunft bekommen müssen. Je nach Nutzerverhalten könne diese Liste recht lang sein.

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