Straßensperrung

Wolfskuhlenallee in Rheinberg-Budberg länger gesperrt

Das Kreuz kennzeichnet einen der insgesamt 18 mit der Rußrindenkrankheit befallenen Bäume.

Das Kreuz kennzeichnet einen der insgesamt 18 mit der Rußrindenkrankheit befallenen Bäume.

Foto: arfi

Dabei hatte die Verwaltung angekündigt, auf eine schnelle Öffnung der Straße hinzuwirken. werden, steht noch nicht fest.

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Rheinberg. Die Sperrung Wolfskuhlenallee in Budberg dauert noch an. Für unbestimmte Zeit. Anwohner, die Umwege in Kauf nehmen müssen, werden unruhig. Dabei hatte die Verwaltung angekündigt, auf eine schnelle Öffnung der Straße hinzuwirken. Danach sieht es weiter nicht aus. Im Hintergrund schwelt offenbar ein Konflikt zwischen Forstbesitzer Roderich Freiherr von Loe und dem Kreis Wesel als Untere Naturschutzbehörde.

Der Forstbesitzer möchte 17 von der Rußrindenkrankheit befallene Ahornbäume und eine Eiche fällen. Die verlieren Äste, sind nicht mehr standsicher und so eine Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer. Deshalb hat das Ordnungsamt der Stadt die Straße komplett gesperrt, bis die Gefahr gebannt, die Bäume also gefällt sind. Das war vor fast drei Wochen. Die Umleitung führt durchs Wohngebiet Spanische Schanzen. Dort gilt Tempo 30. „Uns ist klar, dass das keine glückliche Lösung ist“, sagt Jonny Strey, Leiter des Fachbereiches Ordnung, „aber es gibt keine Alternative.“ Die Gefahr sei nun mal objektiv da, und er könne nur davor warnen, die Sperrung der Wolfskuhlenallee zu ignorieren. Die Polizei kontrolliere verstärkt. „Aber niemand kann rund um die Uhr Posten aufstellen“, so Strey.

Er wisse nicht, wann die kranken Bäume gefällt werden können, erläutert Forstbesitzer Roderich Freiherr von Loe auf Anfrage. Bei ihm fülle das Thema mittlerweile einen dicken Aktenordner, der unter anderem den Schriftverkehr mit dem Kreis Wesel enthält. Vor gut einer Woche habe er, so Freiherr von Loe, per Mail den Kreis um Infos gebeten. Der Budberger Forstbesitzer möchte wissen, wem die Bäume überhaupt gehören und warum er für tote Bäume ein Artenschutzgutachten erstellen lassen soll.

Zur Ordnungsverfügung aus dem Kreishaus werde er sich nur über einen Anwalt äußern, kündigte der Budberger an. Wie ein Sprecherin des Kreises auf Anfrage mitgeteilt hat, habe die Untere Naturschutzbehörde per Ordnungsverfügung die Fällung der Bäume untersagt und vorher ein artenschutzrechtliches Gutachten angefordert. Das sei erforderlich, weil sich aufgrund des Alters der Bäume dort in Lebensstätten wie Höhlen geschützte Tierarten aufhalten könnten. Wenn die Axt angelegt werde, könnten die Refugien beseitigt und die darin lebenden Tiere getötet werden. Dies müsse nach dem Artenschutzrecht ausgeschlossen werden.

Um die Aufforderung, so hat’s den Anschein, kündigt sich nun ein Rechtsstreit an. Dauer und Ausgang ungewiss. Die Sperrung bleibt. Die Gefahr ist nicht behoben. Wie Strey berichtet, werde derzeit geklärt, ob die Bäume nicht teilweise auf Stadtflächen stehen. „Das macht die Sache noch komplizierter“, so Strey. „Vermutlich verläuft die Grenze mitten durch die Bäume“, bringt der Mann für Ordnung das Dilemma sarkastisch auf den Punkt.

Nach Auskunft des Kreises Wesel seien die Bäume von Fachleuten des Landesbetriebs Wald und Holz begutachtet worden. Es sei festgestellt worden, dass sie stark befallen seien und ihre Standsicherheit nicht mehr gewährleistet sei. Naturschützer des Nabu hatten das bestätigt. Sofortiges Handeln sei unumgänglich gewesen, so die Stadt als Ordnungsbehörde. Der Kreis verweist auf die Pflicht des Eigentümers, die Einhaltung des Artenschutzes zu dokumentieren. Sollte er nicht zweifelsfrei nachweisen können, dass der Artenschutz gewährleistet sei, seien „weitergehende Abstimmungen erforderlich“, hieß es anfangs. Das zieht sich, weiß man inzwischen.

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