Bürgerbarometer

Warum Radfahren sich in Rheinberg noch lohnt

Roland Pozun fährt die Bahnhofstraße entlang. Er setzte sich für die im Bild zu sehende Fahrradmarkierungen ein.Foto:BIEBER

Roland Pozun fährt die Bahnhofstraße entlang. Er setzte sich für die im Bild zu sehende Fahrradmarkierungen ein.Foto:BIEBER

Rheinberg.   Roland Pozun, früherer ADFC-Ortsverbandssprecher, lobt die guten Radwege. Das sieht auch die Mehrheit der Rheinberger im Bürgerbarometer so.

Als Roland Pozun die Türe hereinkommt, trägt er eine Mütze mit einem ADAC-Logo. Irgendetwas stimmt hier nicht? Schließlich erwartet man vom dem 81 Jahre alten Ossenberger, dass er zumindest den Schriftzug des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) trägt.

Pozun – klein, grauhaarig und braun gebrannt – sagt nämlich von sich selbst, dass ihm das Rad in die Wiege gelegt worden sei. Zudem war er 24 Jahre der Tourenleiter und Ortsverbandssprecher des ADFC in Rheinberg.

„Als ich 1993 zum ADFC stieß, hat sich gerade die Rheinberger ADFC-Gruppe gebildet“, sagt der leidenschaftliche Radfahrer, der trotz fortgeschrittenen Alters noch täglich mit seinem schicken Pedelec durch Rheinberg fährt. Pozun sagt, er sei mindestens einmal schon um die Erde geradelt und blickt auf sein Navigationsgerät, das am Rad installiert ist.

Gute Werte für die Radwege

Der frühere Polizeibeamte hat eines mit den Rheinbergern gemein: Auch er ist zufrieden mit den Radfahrwegen in der Stadt. Laut NRZ-Bürgerbarometer sagen 58 Prozent, dass sie zufrieden mit den Radwegen sind und Rheinberg als Radstadt attraktiv für sie ist. Nur 13 Prozent sagen das Gegenteil – vor allem jene, die älter als 50 Jahre alt sind.

Kaum Beschwerden

Jonny Strey, Bereichsleiter Sicherheit und Ordnung bei der Stadt, teilt die gute Resonanz der Rheinberger. „Wir haben kaum Beschwerden auf dem Tisch liegen. Allerdings ist auch das Tiefbauamt für die Unterhaltung der Radwege verantwortlich“, sagt Strey. Robert Braun vom Tiefbauamt bestätigt diesen Eindruck und ergänzt, dass Teilstücke an der Xantener, Anna- und Wallacher Straße bald erneuert werden. „Die Oberfläche wird bis 2020 verbessert. Ein neuer Belag soll eingebaut werden. So verbessert sich der Rollkomfort.“

Radfahren attraktiver als in Alpen

Im Vergleich zu Kommunen wie Kleve, Duisburg oder Alpen bewerten die Rheinberger die Radwege als besser. „Es ist viel getan worden. Das Pflaster ist erneuert worden, Abmarkierungen wie am Innenwall und an der Bahnhofstraße sind dazugekommen“, sagt Pozun, der kürzlich, weil er bald 82 Jahre wird, den Posten als Ortsverbandssprecher abgab. „Leider hat sich kein Nachfolger gefunden, sodass es den Ortsverband Rheinberg nicht mehr gibt“, sagt Pozun. Und damit auch keine Tages- und Feierabendtouren, die „früher viele Radfahrer angezogen haben“. Aber sind die Radwege wirklich so einwandfrei wie Pozun oder die Antworten der Rheinberger aus der Bürgerbefragung ergeben?

Begrünung kann zum Problem werden

Sind die rot-weißen Abmarkierungen doch eigentlich klar erkennbar für die Autofahrer an der Bahnhofstraße, rasen dennoch viele in sehr engem Abstand an den Radfahrern vorbei, hört man vom Seniorenbeirat. „Gerade für Senioren und Kinder ist das gefährlich“, sagt deren Vorsitzender Klaus Oesterwind. Pozun ist da anderer Meinung. Radfahrer gehören auf die Straße, sagt er. Auch hat er noch eine Bitte: „Die Stadt sollte die Begrünung an der Alpener Straße zurückschneiden. Das kann sonst zum Problem werden.“

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