Bürgerbarometer

So gut ist das Ärzteangebot in Rheinberg

Es gibt etwa 20 Hausärzte in Rheinberg Dirk Oetelshoven ist einer von ihnen.                                             Foto: David Bieber

Es gibt etwa 20 Hausärzte in Rheinberg Dirk Oetelshoven ist einer von ihnen. Foto: David Bieber

Foto: David Bieber

Rheinberg.  Eine Mehrheit der Rheinberger ist zufrieden mit dem Ärzteangebot in der Stadt. Ein Interview mit dem Rheinberger Internisten Dirk Oetelshoven.

Eine Mehrzahl (58 Prozent) der Rheinberger ist zufrieden mit dem Angebot an Ärzten in der Stadt. Zu diesem Resultat kommt das NRZ-Bürgerbarometer.

Die Umfrage zeigt aber auch, dass 30 Prozent, immerhin fast ein Drittel der Rheinberger, in dieser Frage keine klare Antwort geben und sogar 12 Prozent nicht zufrieden mit dem Angebot an Haus-und Fachärzten ist. Man könnte jedoch die Daten auch anders lesen. Eine andere Lesart ergibt somit, dass fast jeder Zweite nicht zufrieden mit dem Angebot an Ärzten in der Stadt ist. Denn zählt man die Unzufriedenen und indifferenten Antworten einmal zusammen, ergibt sich ein Wert von satten 42 Prozent. Dennoch sagen die Rheinberger auch, das hat das Bürgerbarometer deutlich gemacht, dass im Vergleich zum vergangenen Bürgerbarometer von 2009, wo wir die gleiche Frage stellten, sich das Angebot an Ärzten insgesamt leicht verbessert hat. Wie passt das zusammen und wie sehen eigentlich Ärzte das Angebot ihrer Zunft in Rheinberg?

NRZ-Mitarbeiter David Bieber sprach hierzu mit Dirk Oetelshoven, Facharzt für Innere Medizin in Rheinberg. Seit 2004 ist der gebürtige Millinger nun als hausärztlicher Internist in der Rheinberger Innenstadt niedergelassen.

Herr Oetelshoven, die Rheinberger sind zu 58 Prozent zufrieden mit den Ärzteangebot in Rheinberg. Was lesen Sie aus den Ergebnissen aus dem Bürgerbarometer?

Oetelshoven: Ehrlich gesagt hätte ich die Werte für Ärzte klar höher eingeschätzt. Vor allem bei Hausärzten. Nämlich bundesweit genießt der (Haus-)Arzt ein sehr hohes Ansehen. Das spiegelt sich aber in den Ergebnissen nicht wider. Bei den Fachärzten könnte das so hinkommen, da die Beziehung in der Regel nicht so eng ist wie bei Hausärzten. Auch die Terminvergabe ist oftmals komplizierter als bei Hausärzten. Man müsste aber differenzieren zwischen der Fachform der Ärzte.

Mit Blick auf die Werte: Wo drückt der Schuh? Was läuft aus Ihrer Sicht nicht gut in der medizinischen Versorgung in Rheinberg?

Oetelshoven: Wir haben etwa 20 Hausärzte für mehr als 30 000 Einwohner in Rheinberg. Die Versorgung scheint ausreichend zu sein. Rein zahlentechnisch ist Rheinberg gut versorgt. Jedoch stellt sich bald, wenn einige Kollegen in den Ruhestand gehen, die Nachfolge-Frage. Das könnte zum Problem werden und sogar zum Engpass führen. Außerdem ist der orthopädisch--chirurgische Bereich knapp bemessen.

Eine persönliche Frage gestatten Sie mir an dieser Stelle: Lohnt es sich überhaupt noch für baldige Ärzte-Generationen, sich in Rheinberg niederzulassen?

Oetelshoven: Die Antwort kann ich leicht beantworten. Klar, es lohnt sich – auch für spätere Ärzte.

Die Rheinberger sehen im Vergleich zu 2009, das Ärzteangebot sogar insgesamt leicht verbessert. Was ist in den vergangenen acht Jahren geschehen?

Oetelshoven: Ja, die Werte sind etwas besser geworden, wenn auch nur marginal. Es zeigt sich aber, dass sich der Standard gehalten hat. Ich glaube, dass die Zusammenarbeit zwischen Patienten und Arzt etwas verbessert, also komplikationsloser geworden ist. unabhängig von der Bürokratie. Zudem sind die Budgets für Arzneimittel für die Ärzte gelockert worden. Das ist vom Gesetzgeber so gewollt. Die Konsequenz ist, dass die Verordnungen von Medikamenten einfacher geworden ist, was sicherlich auch die Zufriedenheit unter den Patienten erhöht hat.

Die ältesten Rheinberger, jene. die älter als 70 Jahre alt sind, und diejenigen zwischen 30 und 39 Jahren sind am zufriedensten mit dem Ärzteangebot? Verwunderlich?

Oetelshoven: Nein, die Zahlen verwundern mich nicht. Da das Patient-Arzt-Vertrauensverhältnis für gewöhnlich unter diesen Gruppen sehr hoch ist, verwundert mich es nicht. Statistisch gesehen, gehen ja auch viel mehr Ältere zum Arzt als jüngere Menschen. Da entsteht schnell eine Vertrauensebene.

Was muss noch verbessert werden in Rheinberg aus medizinischer Sicht?

Oetelshoven: Einen Facharzt mehr für die Region könnte es schon noch geben. Man bräuchte zum Beispiel einen zusätzlichen Augenarzt und einen Orthopäden hier.

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