Sternekoch in Alpen

Selbst die Mayo bekommt in Alpen Applaus

Sternekoch Björn Freitag (M.) und Beikoch Joel Toyin Anojulie (l.) holten sich Hilfe aus dem Publikum: Gabi Hofmann aus Wesel hielt das Mikrofon.

Sternekoch Björn Freitag (M.) und Beikoch Joel Toyin Anojulie (l.) holten sich Hilfe aus dem Publikum: Gabi Hofmann aus Wesel hielt das Mikrofon.

Foto: arfi

Sternekoch Björn Freitag gibt gemeinsam mit Beikoch Joel Toyin Anojulu im Spargelhof Schippers vier Tage lang Tipps rund um den Spargel.

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Alpen. Kochshows erfreuen sich nach wie vor steigender Beliebtheit und das nicht nur im Fernsehen. Das zeigt sich in dieser Woche im Alpener Spargelhof Schippers, in dem sich bis Ende der Woche täglich 200 Kochliebhaber einfinden, um sich von Sternekoch Björn Freitag in die hohe Kunst der Nahrungszubereitung einführen zu lassen. Die Grundlage seiner Rezepte bildet natürlich der Spargel. „Es ist für mich eines der schönsten Saisongemüse. Spargel passt zu allem, vom dunklen und hellen Fleisch bis zum Fisch. Darüber hinaus ist er eine gute vegetarische Alternative“, sagt Freitag. Gemeinsam mit Beikoch Joel Toyin Anojulu beginnt Freitag mit gekochtem Spargel zu angebratenem Lachs. Der Fernsehkoch legt großen Wert darauf, Zutaten wie etwa die Mayonnaise selber herzustellen. „Fertigmayonnaise schmeckt eben auch wie Fertigmayonnaise. Dabei hat man sie mit einem Ei, etwas Öl und Senf schnell selber hergestellt“, versichert Freitag. Damit sie nicht „so langweilig“ schmeckt, gibt er noch Bassani, eine japanische Meerrettichknolle, hinzu. Dann noch kurz den Stabmixer rein und fertig ist die Mayo. Das Publikum klatscht und der Koch wundert sich: „Applaus für eine Mayo kannte ich auch noch nicht.“

Als zweites Gericht stellt Freitag dem Publikum Rinderfilet mit gebratenem Spargel und Leipziger Allerlei vor. Zwischendurch gibt der Entertainer am Herd allerlei Tipps, sogar zur richtigen Wahl des Kochgeschirrs: „Ich kaufe nur Edelstahlpfannen. Die werden so heiß, dass der Bratensaft darin karamellisiert und das Fleisch lässt sich viel leichter wenden.“ Apropos Fleisch: „Rindfleisch muss nicht unbedingt aus Argentinien oder Australien kommen. Inzwischen setzen auch viele regionale Erzeuger auf Qualität.“ Rindfleisch braten, verrät der Mannschaftskoch des FC Schalke 04, ist nichts für Feiglinge: „Man muss mutig sein, darf keine Angst vor der Hitze haben. Fleisch verbrennt nicht so schnell, wie man glaubt.“ Wird’s dem Koch doch zu mulmig, rät Freitag dazu, lieber die Pfanne kurz zur Seite zu schieben, als den Wender einzusetzen: „Häufiges Wenden ist der größte Fehler, der beim Fleischbraten gemacht wird, dadurch geht der Bratensaft verloren.“ Beim Kochen von Spargel ist dem Experten zufolge weniger mehr. Salzwasser reicht aus. „Manche meinen es gut und geben Essig oder Weißwein dazu. Der Spargel schmeckt dann oft wie in der Dose konserviert. Eventuell kann man einen Hauch Zucker zugeben, aber sonst bitte nichts.“ Für die besondere Note der beliebten Béchamel-Soße empfiehlt Freitag die geriebene Schale einer Bio-Zitrone oder Parmesankäse. Zutaten, die leicht zu beschaffen sind. Für den Spitzenkoch ist das ganz wichtig: „Der Erfolg dieser Kochshows lebt davon, dass alles nachzukochen ist.“

Ilse Klinkhammer und Walburga Niessen aus Blankenheim können das bestätigen: „Wir haben uns die Rezepte gemerkt und werden die Gerichte zu Hause kochen.“ Für alle, die dem Ende der Spargelzeit mit Wehmut entgegensehen, hat Freitag einen Tipp: „Wenn man Spargel leicht vorgekocht einfriert, verliert er kaum an Qualität. Wichtig ist dabei nur, ihn flach ins Gefrierfach zu legen.“

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