Schulwechsel

Schulleiter Tilman Latzel räumt in Alpen seinen Schreibtisch

Schulleiter Tilman Latzel räumt seinen Schreibtisch. Er wechselt an ein Gymnasium nach Neuss.

Schulleiter Tilman Latzel räumt seinen Schreibtisch. Er wechselt an ein Gymnasium nach Neuss.

Foto: Jasmin Ohneszeit

Alpen.  Der Schulleiter der Sekundarschule wechselt an ein Gymnasium nach Neuss. Auf die sieben Jahre als Direktor blickt er positiv und stolz zurück.

Für viele kam die Nachricht, dass Tilman Latzel, Leiter der Sekundarschule Alpen, die Schule verlässt wohl ziemlich überraschend – nicht zuletzt für Latzel selbst, zumindest ein bisschen. Denn erst Ende Juni erhielt er die Zusage für den neuen Job in Neuss. Ab dem kommenden Schuljahr leitet der 52-Jährige dort das Erzbischöfliche Mädchengymnasium Marienberg.

Die Entscheidung, Alpen zu verlassen, habe er sich nicht leicht gemacht. „Ich hätte die Schule nicht gewechselt, wenn sie nicht stabil ist. In den letzten zwei Jahren gab es vernünftige Anmeldezahlen. Die Schule ist weiterhin auf einem guten Weg“, betonte er. Bisher blieb Latzel den Niederrhein durchweg treu. Der gebürtige Weseler studierte Biologie und Sport in Köln, absolvierte sein Referendariat am Amplonius-Gymnasium in Rheinberg. Danach arbeitete er als Lehrer an einer Realschule in Wesel und in Goch, bevor er 2011 zur Alpener Sekundarschule wechselte, an deren Aufbau er maßgeblich beteiligt war.

„Ich habe eigentlich eine Ausbildung fürs Gymnasium, weil es damals keine Stellen gab, nahm ich eine an einer Realschule an, schließlich hatte ich schon meine kleine Familie zu versorgen“, erzählte Latzel. Auch das sei ein Beweggrund, warum er nun ans Gymnasium wechselt. Und warum sollte es eine kirchliche Schule sein? Der katholische Glaube spiele in seinem Leben eine große Rolle. Hinter dieser kirchlichen Schulform stehe er voll und ganz.

Auf die Zeit an der Sekundarschule blickt er stolz zurück – auch wenn die nicht immer einfach war. Vor allem in den Anfängen musste die Schule um ihren Ruf kämpfen. „Wir haben mit unserer qualitativen Arbeit überzeugt, stehen jetzt wie jede andere normale Schule gut da. Wenn ich sehe, was wir hier aufgebaut haben, darf Alpen zurecht stolz auf diese Schule sein.“ Rund 400 Schüler besuchen die Sekundarschule. Einige Schüler der diesjährigen Abschlussklassen streben das Abitur an.

Man sollte nicht dort wohnen, wo man arbeitet: Dieser Satz trifft auf Latzel nicht zu. Im Gegenteil: „Wenn ich mal außerhalb der Schule von Schülern oder Eltern angesprochen wurde, waren es immer nette Gespräche.“ Diese wird es in Zukunft nicht mehr geben. Dann sind Arbeits- und Privatleben strickt getrennt. „Ich freue mich, dass ich das Wochenende dann für die Familie habe. So war ich doch sonntags manchmal in der Schule, um etwas vorzubereiten“, sagt Latzel lachend.

Auf den Alpener kommt nun viel Fahrerei zu. Latzel will sich eine Wohnung in Neuss nehmen, seine Familie bleibt aber in Alpen wohnen. Dazu schafft er sich ein E-Auto an. Beim gestrigen Jahresgrillen verabschiedeten sich die Kollegen von Latzel. Diese habe er direkt nach der Zusage in Neuss über seinen Wechsel informiert. „Mir war es schon immer wichtig, mit Tatsachen und Fakten rechtzeitig zu informieren.“ Der Schulleiter-Posten wird nun neu ausgeschrieben. Latzel schätzt, dass es rund ein Jahr dauert, bis ein Nachfolger gefunden ist. Bis dahin übernehmen Corina Schulz und Claudia Kühn kommissarisch die Leitung.

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