Bürgerbarometer

Rheinberger wünschen sich bessere Anbindung beim Nahverkehr

Lothar Ebbers, Pro Bahn, fordert mehr Busse und Bahnen für Rheinberg.

Lothar Ebbers, Pro Bahn, fordert mehr Busse und Bahnen für Rheinberg.

Foto: Schmidtke

Rheinberg.  Pro Bahn-Sprecher Lothar Ebbers kritisiert wie auch eine Mehrheit der Rheinberger im Bürgerbarometer die schlechte nahverkehrliche Anbindung.

Wenn Rheinberg attraktiv bleiben möchte, muss es in Zukunft mehr für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) tun. Das ist eine Botschaft der Rheinberger aus dem NRZ-Bürgerbarometer. Fast drei Viertel (73 Prozent) votierten demnach für deutlich bessere Anbindungen der Bus- und Bahnlinien. Nur acht Prozent sprachen sich dagegen aus, 14 Prozent sind indifferent.

Niag verteidigt Angebot

Am Mittwoch sprach sich der Niag-Betriebsleiter Andreas Meuskens in der NRZ gegen weitere Linien und eine dichtere Taktung der Buslinien aus. Sein Argument: Die Nachfrage sei nicht dafür gegeben. Außerdem erhält die Niag, da der Kreis Wesel das Verkehrsunternehmen nicht mehr finanziell unterstützt, keine Subventionen und auch keine Mittel durch eine so genannte Querfinanzierung, wie es die Ruhrgebietsstädte haben.

Dennoch sei das Angebot für Rheinberg gut, sagt Andreas Meuskens. Der Nahverkehrsplan, den der Kreis unter anderem zusammen mit der Niag alle fünf Jahre neu definiert, auch wegen der sich verändernden Besiedlungsstruktur in Rheinberg, sei verantwortlich für das aktuelle ÖPNV-Angebot. Das Angebot ist somit in hohem Maße politisch so gewollt, lässt sich aus diesen Worten interpretieren.

Pro Bahn beklagt Leistungsrückbau

Dieses Argument der Niag empfindet der Fahrgastverband Pro Bahn und dessen Pressesprecher Lothar Ebbers als falsch. Schließlich könnten ja mehr Fahrgäste durch attraktivere Anbindungen und den Ausbau des ÖPNV hinzugewonnen werden. Das erscheint aber angesichts des „stetigen Leistungsabbaus bei der Niag“, wie Ebbers es formuliert, kaum realistisch.

Ebbers zählt auf, dass die Linien 913 und 38 nur noch stündlich und nicht mehr halbstündlich wie früher in Richtung Annaberg fahren. Das Gleiche sei bei der Linie 113 nach Duisburg-Baerl zu beobachten. Auch fährt laut Ebbers die Linie 38 nach Alpen an Ferientagen nur noch als Taxibus. Und die Linie 68 nach Wallach macht zwar nicht mehr immer, aber für Ebbers immer noch zu oft, eine „Rundfahrt durch den Stadtteil“, so dass die Streckenführung sehr undurchsichtig für die Fahrgäste wird.

Zankapfel: Schienenverkehr

Der andere große Zankapfel ist der Schienenverkehr. Hier beklagt Pro Bahn, dass die Fahrpläne kaum aufeinander abgestimmt sind. „Die Fahrpläne sind nicht auf Anschlüsse angesetzt“, so Ebbers. Die Regionalbahn 31 von Duisburg nach Xanten fährt zurzeit nur einmal in der Stunde in beide Richtungen. Deshalb kommt Ebbers zu dem Urteil: „Für eine Stadt, die zum Ballungsraum gehört, ist das ein schwaches Angebot. In Kamp-Lintfort oder selbst in Neukirchen-Vluyn gibt es ein besseres Angebot.“

Lage sei für Rheinberg unzureichend

Die Lage sei für die Rheinberger unzureichend, zumal die Stadt an die Großstadt Duisburg angrenze. Hoffnung gebe aber dennoch – im Schienenpersonennahverkehr zumindest. „Der alte Verkehrsvertrag mit der Nordwest-Bahn endet 2025.“ Dann könnte die Strecke elektrifiziert und ausgebaut werden, so dass zweimal stündlich Züge fahren könnten. Eine weitere notwendige Bedingung ist aber die „bessere Ausstattung und die Optimierung der Kreuzung in Millingen“.

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