Bürgerbarometer

Rheinberger leben gerne in ihrer Stadt

Ein Blick in die Rheinberger Fussgängerzone in der Innenstadt: Viele kleine Läden und nette Cafés.

Ein Blick in die Rheinberger Fussgängerzone in der Innenstadt: Viele kleine Läden und nette Cafés.

Foto: David Bieber

Rheinberg.  89 Prozent sind zufrieden mit dem Leben in ihrer Stadt. Auch im regionalen Städte-Vergleich sieht es sehr gut für Rheinberg aus.

Die Ruhe und der dörfliche Charme, dazu noch eine gute Lage mit viel Grün. Wenige Kilometer bis ins Ruhrgebiet und in die benachbarten Niederlande: Das sind nur einige Gründe, die Rheinberger immer wieder nennen, wenn sie auf die Vorzüge ihrer Stadt angesprochen werden. In Zahlen ausdrückt wird es noch deutlicher: 89 Prozent der Rheinberger leben gerne in der ehemaligen Berka-Stadt, wie die Stadt auch im Volksmund gerne genannt wird. Zu diesem Ergebnis kommt das Bürgerbarometer, eine repräsentative Umfrage im Auftrag der NRZ, unter 400 Rheinbergern.

Repräsentative Umfrage der NRZ

Auf einer Skala von 1 (sehr gerne) bis 5 (sehr ungerne) sollten die Befragten die Frage „Leben Sie gerne in Rheinberg“ beantworten. Dass der große Teil der Rheinberger gerne (33 Prozent )oder sogar sehr gerne (56 Prozent) hier lebt ist bekannt. Die Befragungen aus dem Jahre 2009, da fand das erste Bürgerbarometer in Rheinberg statt, zeigt genau dieses Ergebnis und bestätigt es auch in diesem Jahr wieder. Vor acht Jahren war der Wert mit 93 Prozent jedoch noch vier Prozentpunkte höher und somit noch positiver. Lediglich ein Prozent der von der NRZ Befragten sagen heute auf einer Skala von 1 (sehr gerne) bis 5 (sehr ungerne), dass sie ungerne in Rheinberg leben. Das ergibt einen sehr guten Durchschnittswert von 1,6.

Fakt ist, dass die Stadt mit etwas mehr als 30000 Einwohnern gut dasteht – das merken und honorieren auch die Bürger in ihren positiven Antworten im Bürgerbarometer. Und es kommt noch besser: Im Vergleich zu den Städten in NRW, die bisher an Bürgerbarometern der Funke Mediengruppe teilgenommen haben, liegt Rheinberg auf einem guten fünften Platz. Vor ihr liegen nur die Stadt Rees, die Landeshauptstadt Düsseldorf sowie Kleve und Dinslaken.

Aber Rheinberg konnte sich immerhin noch weit vor Großstädten wie Duisburg, Essen, Oberhausen, Mülheim und dem benachbarten Moers platzieren.

Rheinberg wird als Heimat gesehen

Während sich die größeren Ruhrgebiets-Städte im notorischen Sparkurs befinden und sich mit Phänomenen wie einer drastisch gestiegenen Kinderarmut, der Verelendung einzelner Bevölkerungsschichten und ganzer Stadtteile auseinandersetzen müssen, scheinen derartige Probleme in Rheinberg kaum zu existieren. Das liegt sicherlich an der überschaubaren Größe Rheinbergs und einer relativ homogenen Bevölkerungsschicht. Dass, wofür die Stadt Rheinberg in den Augen seiner Bürger steht, ist einmal mehr der angesprochene Dorfcharme, den nach wie vor viele der Befragten sehr schätzen. Will heißen, die Rheinberger schätzen, dass es noch so etwas wie Zusammenhalt in der Stadt gibt. Man kennt sich untereinander noch – anders als in der anonymen Großstadt. Dieser Zusammenhalt wird natürlich durch Volksfeste wie Karnevalsumzüge und Schützenfeste immer wieder belebt.

Rheinberg steht für Heimat

Auch steht Rheinberg wie kaum eine andere Stadt im Umland für Heimat. Für eine Vielzahl der Bürger gilt Rheinberg als Synonym für Heimat. Hintergrund ist: Viele sind hier geboren und haben Rheinberg nie verlassen. Das prägt und schweißt natürlich zusammen.

Schaut man sich die Antworten auf die Frage je nach Altersgruppen an, zeigt sich allerdings: Die Zufriedenheit mit dem Leben in Rheinberg sinkt ein wenig mit dem Alter. Den höchsten Wert erreicht mit deutlich mehr als 90 Prozent die Gruppe der 14 bis 19 Jahre alten Rheinberger.

Die Altersgruppe der 20- bis 39-Jährigen vergab allerdings die besten Zufriedenheitswerte. Eher weniger zufrieden, aber insgesamt dennoch mit sehr guten Zufriedenheitswerten, sind die Rheinberger zwischen 50 und 59 Jahren sowie diejenigen, die älter als 70 Jahre sind.

Kaum Unterschiede bei der unterm Strich sehr hohen Beliebtheit Rheinbergs gibt es zwischen den beiden Geschlechtern. Also durchweg sehr gute Noten der Rheinberger für ihre geliebte Heimat – Rheinberg.

Bürgerbarometer – die repräsentative Umfrage der NRZ

Was halten die Rheinberger eigentlich von Ihrer Stadt? Das wollte die NRZ wissen und hat dazu wieder einmal das beliebte Bürgerbarometer gestartet. Erstmals wieder nach 2009 haben wir in den vergangenen Wochen den Rheinbergern insgesamt 16 Fragen gestellt. Unter anderem wie zufrieden sie mit Einkaufsmöglichkeiten, Ärzteangebot, Sportanlagen, kulturellen Angeboten und Möglichkeiten für die Jugendlichen sind. Natürlich haben wir die Rheinberger auch gefragt, ob sie zufrieden mit der Arbeit von Bürgermeister Frank Tatzel sind. Da die Stadt auch künftig sparen muss, sind die Antworten auf die Frage, auf welche Angebote die Bürger am ehesten verzichten könnten, sehr spannend. Andererseits konnten die befragten Rheinberger auch Vorschläge machen, wie das Leben in der Stadt künftig attraktiver werden könnte. Die Antworten sind spannend, oftmals auch überraschend – und werden ab heute täglich veröffentlicht.

Die Untersuchung wurde von der Universität Duisburg-Essen erarbeitet und begleitet. Sie ist repräsentativ und damit aussagekräftig. Befragt wurden 400 Bürger, die nach Geschlecht, Alter und Stadtteilen im exakten Verhältnis stehen zur Gesamtzahl der Rheinberger.

Der Kommentar von Christian Schyma: Ein Herz für Rheinberg

Die Rheinberger haben ein klares Statement abgegeben – für ihre Stadt, für das Leben in der Stadt. 89 Prozent sind zufrieden damit, in Düsseldorf waren es jüngst beim NRZ-Bürgerbarometer lediglich zwei Prozent mehr. Den Rheinbergern geht die Ruhe und der dörfliche Charme über alles – da können sie auch die kleineren Probleme wie beispielsweise das Angebot im Einzelhandel locker verschmerzen. Schließlich profitieren die Stadt und ihre Bürger von einer optimalen Lage – zwischen dem Ballungsraum Ruhrgebiet und den Niederlanden, nahe den Metropolen Düsseldorf und Köln und in unmittelbarer Nachbarschaft zu Moers. Doch es gibt weiterhin viele Dinge, die das Leben in Rheinberg noch lebenswerter machen könnten: Eine Belebung des Großen Marktes in den Abendstunden, ein schmucker Biergarten am Rhein und mehr Angebote für die Jugendlichen – das wäre gar nicht mal eine Lebensaufgabe. Und würde die Umfragewerte vielleicht noch mal steigern...

Was macht die Stadt liebenswert?

Jeden Tag veröffentlichen wir nun die Ergebnisse unseres Bürgerbarometers. Nach der allgemeinen Frage in der heutigen Ausgabe, ob die Rheinberger gerne in ihrer Stadt leben, folgt morgen nun die Frage, was genau die Bürger denn an ihrer Stadt so lieben. Und was Rheinberg für sie so lebenswert macht. Da geht es dann um die Menschen, um die Natur, die Wohnlage und das Arbeitsplatzangebot. So viel sei an dieser Stelle schon mal verraten: Erneut stellen die Rheinberger ihrer Stadt ein gutes Gesamtzeugnis aus. Also, viel Spaß mit der heutigen und dann auch mit der Lektüre am morgigen Dienstag...

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