Öffentlicher Nahverkehr

Rheinberger Grüne fordern schadstoffärmere Busse

Insgesamt 193 Busse beschäftigt die Niag – 53 davon gehören der schadstoffbelastenden Euronorm 3 an.

Insgesamt 193 Busse beschäftigt die Niag – 53 davon gehören der schadstoffbelastenden Euronorm 3 an.

Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Rheinberg.  Die Rheinberger Grünen fordern die Niag auf, ihre Fahrzeuge schneller zu modernisieren. Im Ausschuss bezieht das Verkehrsunternehmen Stellung.

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Eigentlich ist es kein neues Thema, das die Rheinberger Grünen im heutigen Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss (17 Uhr, Stadthaus) ansprechen. Schon im November 2016 stellten sie folgenden Antrag: Die Verwaltung möge einen Vertreter der Niederrheinischen Verkehrsbetriebe (Niag) in den Ausschuss einladen, um die Möglichkeit der Umstellung auf schadstoffarme Busse im öffentlichen Nahverkehr darstellen zu lassen. Nun kommt dieser besagte Vertreter in den heutigen Ausschuss – zweieinhalb Jahre später.

„Die Umsetzungsdauer dieses Antrags ist schon rekordverdächtig“, sagt Jürgen Bartsch, Fraktionsvorsitzender der Grünen kritisch. Die Politiker haben sich deshalb aber noch besser vorbereitet. Im Vorfeld stellte die Kreistagsfraktion eine Anfrage bei der Niag über deren Fuhrparkflotte. Das Ergebnis: 53 der 193 Eigenbusse der Niag (27,5 Prozent) gehören der Schadstoffklasse Euro 3 an, stoßen also mehr Abgase aus. 53 weitere Busse sind Euro 6-Dieselbusse, sie sind etwas umweltfreundlicher als ihre Vorgängermodelle. Die restlichen 87 Busse gehören einer Klasse zwischen Euro 3 und Euro 6 an.

Knapp die Hälfte (46,3 Prozent) aller Busse der Subunternehmen, die die Niag beschäftigt, sind ebenfalls Euronorm 3-Busse. „Die Flotte ist insgesamt eher auf einem sehr alten technologischen Stand“, erklärt Fritz Ettwig, Mitglied der Rheinberger Grünen. Die Niag schaffe zehn neue Busse pro Jahr nach Euro 6-Norm. „Das sind zwar saubere Diesel, sie sind aber immer noch nicht abgasfrei“, kritisiert Ettwig. Das Investitionstempo des Unternehmens sei nicht hinnehmbar, ergänzt Bartsch und nennt Vergleichszahlen. Duisburg hat fast 40 Prozent Euro 6-Norm-Busse, Oberhausen setzt unter anderem zwei Hybrid- und zwei Elektrobusse ein und in Krefeld sind zehn Hybridgelenkbusse unterwegs.

„Wir denken, dass die Niag aufgeschlossen sein sollte, die Kernbereiche in den Städten emissionsärmer zu machen“, sagt Bartsch. Die Busse komplett aus der Rheinberger Innenstadt zu verbannen halten die Grünen aber nicht für sinnvoll. „Wenn wir Besucher haben wollen, müssen die auch irgendwie zu uns kommen“, so Bartsch.

Eine umweltfreundlichere Lösung muss her und die sehen Bartsch und Ettwig in Hybridmodellen. Solche Busse können in der Innenstadt mit einem Elektromotor fahren und auf offener Straße mit Diesel. Das sei auch im Sinne der Anwohner. „Die Busse fahren in Rheinberg mitten durch die Stadt und unmittelbar an Außengastronomien vorbei. Auch Anwohner in anderen Wohnbereichen würden sich über emissionsarme und leisere Busse sicher freuen.“ Die Modernisierung des Öffentlichen Personennahverkehres (ÖPNV) könne dabei nicht nur Sache des Kreises Wesel sein. Das Unternehmen müsse selbst investieren und alle Fördermöglichkeiten nutzen. Die Grünen erwarten wie im Vorjahr eine Landeszuweisung in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro.

Mindestens 80 Prozent dieser ÖPNV-Pauschale sind vom Kreis für ÖPNV und dabei mindestens 30 Prozent zum Einsatz neuwertiger und barrierefreier Fahrzeuge für öffentliche und private Verkehrsunternehmen im Kreisgebiet gedacht. Einen Teil der Summe könnte also auch die Niag bekommen. „Bei der Fahrzeugumrüstung soll technologieoffen überprüft werden, welche Möglichkeiten jenseits des Dieselantriebs für den Buseinsatz vor Ort realistisch sind, zum Beispiel Gasantrieb, Hybrid- und Elektroantrieb“, betont Bartsch.

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