Weltkulturerbe

Niedergermanischer Limes in Xanten: Auf dem Weg zum Welterbe

Vertreter des Landes Nordrhein-Westfalen, des Landschaftsverbandes Rheinland, der Deutschen Limeskommission sowie der 19 beteiligten NRW-Kommunen trafen sich im LVR-Römermuseum in Xanten, um über den Niedergermanischen Limes auf dem Weg zum Unesco-Welterbe zu sprechen.

Vertreter des Landes Nordrhein-Westfalen, des Landschaftsverbandes Rheinland, der Deutschen Limeskommission sowie der 19 beteiligten NRW-Kommunen trafen sich im LVR-Römermuseum in Xanten, um über den Niedergermanischen Limes auf dem Weg zum Unesco-Welterbe zu sprechen.

Foto: Marcel Zanjani

Xanten.   Der Limes soll in die internationale Liste schützenswerte Denkmäler aufgenommen werden. Jetzt gab es erste Infos zum Stand des Antrags.

24 Fundorte in 19 NRW-Kommunen, zahlreiche Museen, Institutionen, Vereine, aber auch das nordrhein-westfälische Nachbar-Bundesland Rheinland-Pfalz sowie die Niederlande mit ihren Grenzprovinzen Südholland, Utrecht und Gelderland sind an diesem Mammut-Projekt beteiligt. „Der Niedergermanische Limes – Auf dem Weg zum Unesco-Welterbe“ ist sein Titel. Vorgestellt wurde das große und bereits 2005 gestartete Vorhaben gestern im Römermuseum des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) in Xanten.

NRW-Ministerin Ina Scharrenbach zum Niedergermanischen Limes

Seit 2015, als es einen gemeinsamen Kooperationsvertrag aller am Projekt Beteiligten gab, wird das Ziel Unesco-Welterbestätte konkreter. „80 bis 85 Prozent der Texte für den Antrag liegen jetzt bereits vor“, sagt Dr. Erich Claßen, Leiter des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege zum Stand des Nominierungsantrages. Bis Jahresende soll nun das gesamte Material zu allen Fundorten vervollständigt sein. Anfang 2020 soll der Antrag eingereicht werden. „Und 2021“, so die NRW-Ministerin, „soll der Niedergermanische Limes als Unesco-Welterbe eingetragen werden“. Soweit der Plan.

Aufwendig, herausfordernd und verantwortungsvoll

Wie bedeutend, aber auch aufwendig, herausfordernd und verantwortungsvoll dieses Projekt ist, zeigten gestern die diversen Fachvorträge von Ministeriumsmitarbeitern, von Mitarbeitern des LVR, aber auch vom Vorsitzenden der Deutschen Limeskommission. Und sie gaben Einblicke in ein sehr umfangreiches Bewerbungsverfahren. 143 Seiten umfasst alleine die erste Broschüre zu Limes-Fundplätzen mit Karten, Skizzen, Lageplänen, Fotos und erläuternden Texten – eine Grundlage für das weitere Bewerbungsverfahren. Ziel des Projektes ist es, die archäologischen Überreste des Niedergermanischen Limes „als eines der bedeutendsten Denkmäler in NRW“, so das Landesministerium, zu schützen, zu erhalten und pflegen, aber auch seine Bedeutung und Geschichte der Bevölkerung zu vermitteln.

Dabei ist der Niedergermanische Limes, der sich von Remagen bis nach Südholland entlang des Rheines erstreckt, nur ein Teilabschnitt eines viel größeren Gesamtprojektes, bei dem es um nicht weniger als das Große und Ganze, nämlich die „Frontiers of the Roman Empire“, also die Grenzen des Römischen Reiches als Unesco-Welterbe geht, wie Prof. Dr. C. Sebastian Sommer, Vorsitzender der Deutschen Limeskommission und Abteilungsleiter des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege gestern im Römermuseum erklärte.

Drittes Limes-Projekt in Deutschland

In Deutschland ist es der Niedergermanische Limes bereits das dritte Teilprojekt hiervon, das Unesco-Welterbestätte werden soll: Seit 2005 ist der Obergermanisch-Raetische Limes bereits eine von mittlerweile mehr als 1000 Welterbestätten in 167 Ländern. Im kommenden Jahr soll der Donau Limes folgen – ebenfalls ein grenzüberschreitendes Projekt, das zusammen mit Österreich, der Slowakei und Ungarn erarbeitet wurde.

Da es sich also um ein transnationales Projekt handele, so Dr. Thomas Otten vom LVR-Jüdischen Museum in Köln, „wird der Antrag bei der Unesco dann auch von den Staaten und nicht von Bundesländern oder Institutionen gestellt“. Deutschland und die Niederlande würden 2020 den Antrag auf die Eintragung des Niedergermanischen Limes als Welterbestätte gemeinsam in Paris bei der Unesco einreichen.

Für NRW sei dieses Projekt sehr wichtig, sagt NRW-Ministerin Ina Scharrenbach. Denn ein Teil dieses Römischen Grenzwall-Erbes auf 7500 Kilometern, verteilt auf drei Kontinenten zu sein – „das ist einfach Wahnsinn“, sagt sie. Und außerdem „sprechen wir hier über das sechste Welterbe in NRW – ein Erbe dieser Welt, uns Menschen anvertraut. Es ist ein Lückenschluss, den wir jetzt anstreben – und der wird ein ganz bedeutender sein.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben