Comedy

Maxi Gstettenbauer – Der aufrüttelnde Erzählkünstler

Maxi Gstettenbauer war zu Gast im Sonsbecker Kastell. Er unterhielt sein Publikum mit einem gelungenen Programm.

Maxi Gstettenbauer war zu Gast im Sonsbecker Kastell. Er unterhielt sein Publikum mit einem gelungenen Programm.

Foto: oo

Der Stand-up-Comedian war zu Gast im Sonsbecker Kastell. Er schaffte es, sogar die „Generation Smartphone“ zwei Stunden ganz analog zu fesseln.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Sonsbeck. Humor ist, wenn man trotzdem lacht, selbst wenn man gerade die Kellertreppe heruntergefallen ist. Oder eine Anekdote alles andere als lustig findet, die jemand gerade von sich gegeben hat. So wie Erzählkünstler Maximilian Ronald Alfons Gstettenbauer, der am Freitagabend in Sonsbecks guter Stube vor 190 Zuhörern kleine Alltagsgeschichten zum Besten gab.

Der Stand-up-Comedian spricht vor allem die Generation zwischen 25 und 40 an, zu der er alterstechnisch selber zählt. Und wenn er mit dem Mikrofon in der Hand, in Jeans, weißen Turnschuhen und dunklem Pulli die Bühne abschreitet und dabei Geschichten erzählt, dann muss man ihm eines zugestehen: Er schafft es, die Smartphone-Generation so zu fesseln, dass sie tatsächlich einmal zwei Stunden nicht auf ihr Handy schaut. Sprich: Einem leibhaftigen Menschen zuzuhören und an vielen Stellen aus dem Lachen nicht mehr herauszukommen.

„Für alle die mich noch nicht kennen: Ich täusche Volker Pispers an und ende als Mario Barth“, erklärte Maxi Gstettenbauer sei Niveau. Man könnte Volker Pispers auch durch Ingo Appelt ersetzen, dessen Schlüpfrigkeit der Wahl-Kölner in nichts nachsteht. Und die Mario-Barth-Anteile überwiegen bei ihm deutlich.

Tanz um die Kaffeebohne

Wobei: Fette Hallen, Flammenwerfer, die explodieren, das sei sein Ding nicht, behauptet er. Sprach’s und erzählte von seinem Erlebnis in einem Café in Berlin, wo drei Veganer erst um die naturbelassene Kaffeebohne herumtanzen, ehe sie sie aufbrühen. Wo der Rabe auf dem Mittelstreifen einer Schnellstraße beim Versuch, eine Kastanie zu knacken, den Unfall einer Radfahrerin verursacht, was zur Folge hat, dass der Straßenbahnschaffner voll in die Eisen gehen muss.

Intelligenter Humor

Er ist wahrlich ein Erzählkünstler. Bei Maxi Gstettenbauer gerät auch die simpelste Anekdote zu einem Ereignis von großer Bedeutung. Denn er hat sie, diese gehörige Prise intelligenten Humors, die es braucht, um wirklich witzig und komisch zu sein und mit seinen Geschichten einen ganzen Abend zu bestreiten.

Wo man lachen kann, selbst wenn der Ernst der Sache wie beispielsweise die Me-too-Debatte dies eigentlich nicht zulässt. Ja, zugegeben, er greift ab und an daneben. Aber vielleicht ist es gerade das, was einen Stand-up-Comedian ausmacht. Der ist nicht politisch und manchmal auch politisch nicht korrekt. Aber er rüttelt auf, so wie Gstettenbauer es tut, wenn er den älteren Herren als Zukunftsverweigerer tituliert oder auf „Chefkoch.de“ das Wort „Flüchtlingseintopf“ eingibt und sich nicht wundert, dass da tatsächlich ein Rezept auftaucht.

„Lieber Maxi als normal“ heißt sein Programm, mit dem Gstettenbauer zur Zeit bundesweit unterwegs ist. Das Publikum im Kastell hat den launigen Abend sichtlich genossen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben