Landwirtschaft

Landwirte in der Region hoffen auf noch mehr Regen

Wenn die Felder zu trocken sind, lässt das Getreide ganz schön den Kopf hängen.

Wenn die Felder zu trocken sind, lässt das Getreide ganz schön den Kopf hängen.

Foto: Uwe Zucchi

Alpen/Kreis Wesel.   Die Bauern beklagen zu trockene Böden. Ernteeinbußen sind die Folge – und dabei sind die Schäden aus dem letzten heißen Sommer noch zu spüren.

Andauernde Hitze, trockene Böden und kaum Niederschlag: Die meisten Landwirte erinnern sich nicht gerne an den Sommer des vergangenen Jahres zurück. Hohe Ernteeinbußen waren die Folge der heißen Sommermonate. Und auch jetzt verfolgen viele Bauern in der Region wohl eher besorgt den Wettertrend. „Man kann schon sagen, dass es eine schleichende Entwicklung in den letzten Jahren gibt. Wetter-Extrema kommen mittlerweile viel häufiger vor“, so Ruth Laakmann, Betreiberin des Schanzenhofs in Alpen. Dann regnet es in kurzer Zeit örtlich stark, doch folgen häufig lange Trockenperioden.

Zwar gab es in den letzten Tagen vermehrten Niederschlag, doch das reicht in der Regel nicht aus. „Klar, das ist besser als nichts, aber bei dem starken Wind verdunstet das Wasser, bevor der Boden es aufnehmen kann“, sagt die Landwirtin, die gemeinsam mit Mitbetreiber Ludger Schreiber Feldgemüse und Kartoffeln anbaut und Milchvieh hält. „Erhebliche Bedenken“ hat auch Johannes Leuchtenberg, Vorsitzender der hiesigen Kreisbauernschaft. Es regne einfach zu wenig, die Felder seien zu trocken. Wassermengen, die die Böden im Winter eigentlich aufnehmen, gab es schlicht nicht. Denn auch der letzte Winter war verhältnismäßig zu trocken.

Es gibt kaum Futterreserven

Die Konsequenzen des Regenmangels seien jetzt schon auf den Feldern sichtbar. „Die Maisreihen, die derzeit etwas Wasser vom benachbarten Kartoffelfeld abbekommen, sind deutlich stärker als der Rest“, stellt Leuchtenberg fest. Ruth Laakmann bestätigt das. Sie spürt jetzt noch die Auswirkungen des vergangenen Jahres. „Auf Flächen, die wir 2018 nicht zusätzlich gegossen haben, bleibt in diesem Jahr der Klee aus. Das macht es schwer für den Öko-Landbau.“

Die Situation auf dem Schanzenhof ist dazu noch eine besondere: Weil der Betrieb mit dem Bio-Siegel ausgezeichnet ist, darf zum Beispiel kein Futter für das Milchvieh zugekauft werden. Doch große Futterreserven konnten aus dem vergangenen Jahr gar nicht erst angelegt werden. Die Landwirte versuchen sich deshalb nun auf die Klimaveränderungen einzustellen – beispielsweise durch den Anbau von Gemüse- oder Getreidesorten, die weniger Wasser brauchen.

Eine weitere Möglichkeit, den Wassermangel zu kompensieren, ist die künstliche Bewässerung. Darauf greife man in der Regel aber nur drauf zurück, wenn man rentable Früchte – dazu gehören Gemüsesorten, wie Kartoffeln oder Erbsen – anbaut. „Die Finanzierung muss der Bauer komplett selbst tragen. Die Betriebskosten für die Beregnung sind sehr hoch“, weiß Leuchtenberg. Dabei ist es nicht einmal das Wasser, das die Kosten in die Höhe treibt, sondern der Energieverbrauch.

Der Optimismus bleibt

Die Anlagen werden mit Diesel betrieben. „Die Art der Bewässerung ist für uns eine Notmaßnahme. Sie verhindert Schlimmeres, aber wir verbrauchen andere Ressourcen und das ist auch nicht unser Ziel“, erklärt Ruth Laakmann. Trotz mittelmäßiger Prognosen steckt Johannes Leuchtenberg nicht den Kopf in den Sand: „Ich bin Berufsoptimist. Anders könnte man Landwirtschaft nicht betreiben. Wir hoffen einfach weiter auf ein bisschen mehr Regen Am besten nachts, dann stört es auch diejenigen nicht, die es tagsüber gerne trocken und sonnig mögen.“

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