Bürgerbarometer

Guter zweiter Platz für Rheinberg

Patrick Tervooren vor seinem Schuhgeschäft an der Gelderstraße.

Patrick Tervooren vor seinem Schuhgeschäft an der Gelderstraße.

Foto: David Bieber

Rheinberg.  Immerhin 17 Prozent der Rheinberger kaufen bei sich im Ort ein. Im regionalen Einzelhandels-Städtevergleich liegt die Stadt noch vor Duisburg.

„Die Zahlen sind nicht groß erstaunlich“, sagt Wilhelm Bommann, Hauptgeschäftsführer des Einzelverbandes Niederrhein. Der gebürtige Duisburger meint damit den guten Wert, den der Einzelhandel (außer Lebensmittel) in Rheinberg beim NRZ-Bürgerbarometer belegt. Rheinberg landet hinter Einzelhandels-Spitzenreiter Moers (41 Prozent) mit 17 Prozent auf einem guten zweiten Platz – vor Wesel (elf Prozent), Oberhausen (sieben Prozent) und Duisburg (sechs Prozent). Die Rheinberger kaufen also – außer Lebensmitteln, die ja sowieso hauptsächlich vor Ort gekauft werden – ihre Schuhe, Kleidung, Sportartikel und Elektroartikel und vieles weitere in Rheinberg ein.

Moers bleibt Spitzenreiter

Wieso aber die „alte Grafschaft“, Moers nach wie vor uneinholbar auf Platz eins liegt, erklärt sich Bommann vor allem dadurch, dass „für die kommunalen Anlieger Moers ein attraktives Zentrum samt schöner Innenstadt ist.“ Will heißen: Moers ist für die Rheinberger die nächstgelegene größere Stadt mit einem weit gefächerten Branchen- und Warenangebot.

„Viele fahren nach Moers wegen eines großen Modehauses“, sagt Bommann, der es aber sehr begrüßt und wichtig findet, dass immerhin 17 Prozent der Rheinberger – hier vor allem diejenigen, die älter als 40 Jahre alt sind, in Rheinberg einkaufen. „Es ist schön, dass die Rheinberger in der eigenen Stadt einkaufen und nur sieben Prozent online bestellen und einkaufen.“

Denn nach Wilhelm Bommanns Worten tut dem Einzelhandel jeder Klick im Netz weh. „Zwar sind noch lange nicht alle Branchen onlineaffin, sondern vorwiegend die großen Sportartikelhersteller, Textilieunternehmen und die Unterhaltungselektronik, aber dennoch wird der Marktplatz Internet zunehmend zur Konkurrenz“, sagt Einzelhandelsexperte Wilhelm Bommann.

Spezialprodukte und Service

Für den Familienschuhbetrieb Tervooren in der Gelderstraße, um Inhaber Patrick Tervooren, spielt natürlich auch das Internet eine Rolle. Dennoch spüre man die Konkurrenz aus dem Virtuellen noch nicht so extrem. „Wir haben eine gute Saison. Wir merken, dass viele Kunden trotz Konkurrenz aus dem Netz zu uns kommen, da sie spezielle Produkte und Beratung nachfragen“, sagt Patrick Tervooren. Spezielle Produkte seien beispielsweise Einlagen oder Gesundheitsschuhe. Auch beobachte er einen Trend hin zu mehr Komfortschuhen. „Diesen Kunden liegt noch viel an Service und Beratung“, erklärt Patrick Tervooren. Den Unternehmer, der das Schuhgeschäft, das es seit mehr als 60 Jahren in der Stadt gibt, betreibt, verwundern allerdings die Zahlen aus dem Bürgerbarometer. „Mich überrascht, dass Duisburg und Oberhausen hinter Rheinberg liegen“.

Jedoch sagen auch viele Ältere, ab 50 Jahren, dass sie gerne nach Duisburg fahren, um zu shoppen. Früher war der Name Duisburg nämlich noch mehr mit Einkaufen verbunden als heute. Tervooren stellt aber auch heraus, dass Leerstände in der Innenstadt bekämpft werden sollten und das Erscheinungsbild ordentlicher werden müsste.

Da braucht es auch nicht zwangsläufig die Stadt für. „Jeder sollte vor seiner Tür selber sauber halten. Dann wird das gesamte Erscheinungsbild in der Rheinberger Innenstadt sauberer.“

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