Bürgerbarometer

Gute Noten für Vereinsangebote in Rheinberg

Die Stadt Rheinberg unterstützt die Sportvereine in der Regel bei der Sanierung ihrer Sportstätten bis zu 75 Prozent. Im Bild: Die Tischtennispieler Ermin Besic und Nikolai Solakov (gelbes Trikot) vom TuS Rheinberg.

Die Stadt Rheinberg unterstützt die Sportvereine in der Regel bei der Sanierung ihrer Sportstätten bis zu 75 Prozent. Im Bild: Die Tischtennispieler Ermin Besic und Nikolai Solakov (gelbes Trikot) vom TuS Rheinberg.

Rheinberg.  Rheinberger Sportvereine bekommen gute Noten, Spiel-und Sportanlagen jedoch nur durchschnittliche. Stadtsportverband hofft auf neue Impulse.

Vor einigen Jahren gab es eine Wende im Rheinberger Vereinsleben. „Vor sieben oder acht Jahren haben wir die rückläufigen Mitgliederzahlen in den Sportvereinen stabilisieren können, nachdem es jahrelang nicht so gut lief“, erinnert sich Ulrich Hecker, der heute die Vereinsmitglieder auf knapp 9000 schätzt.

Der Unternehmer ist seit zwei Jahren erster Vorsitzender des Stadtsportverbandes Rheinberg (SSV). Zusammen mit der Stadt hat der SSV kürzlich einen Pakt für die Förderung des Sports und der (Sport-) Vereine in Rheinberg geschlossen. Im Zentrum steht dabei, die Sportangebote in Rheinberg attraktiv zu halten und für die Zukunft auszubauen. Aber auch, die teilweise veralteten und erneuerungsbedürftigen Spiel- und Sportplätze zu verbessern. Der Pakt läuft bis zum Jahre 2021. Ob dieser Sportpakt oder die Pläne seitens des SSV und der Stadt für eine neue Dreifach-Turnhalle an der Xantener Straße die Rheinberger, wie das NRZ-Bürgerbarometer nun zeigt, insgesamt zufrieden stimmen, was Vereinsangebote und Sportanlagen in der Stadt anbelangt?

TuS Rheinberg ist Aushängeschild

Fakt ist jedenfalls, dass 64 Prozent und damit eine satte Mehrheit der Rheinberger mit den Vereinsangeboten und dem Vereinsleben zufrieden ist. Nur sieben Prozent sind unzufrieden, hingegen bewerten 25 Prozent das Angebot als durchschnittlich. Die höchsten Zufriedenheitswerte haben die 40 bis 49-Jährigen. Oftmals ist das die Altersgruppe, die noch am meisten in Vereinen organisiert ist.

„Die Zahlen sind normal für Rheinberg“, glaubt der SSV-Vorsitzender Ulrich Hecker, der gespannt auf die neue Dreifachhalle, die aktuell in Planung geht, ist. „Wir brauchen mehr Hallenplätze mit der anstehenden Erweiterung der Europa-schule – und auch um das Sportangebot weiter interessant zu halten. Da ist die neue Halle auf dem TuS-Gelände natürlich gut.“

In der Tat sind Vereinslandschaft und sportliche Qualität in Rheinberg vergleichsweise hoch. Rheinberg hat insgesamt 273 Vereine, etwa 40 davon sind Sportvereine. Nicht nur die typischen Breitensportarten wie Fußball, Tennis und Hockey stehen im Fokus, sondern auch Sportarten wie Tischtennis. Prominentester und zugleich der in der höchsten Liga spielende Verein Rheinbergs ist der TuS, dessen erste Mannschaft im vergangenen Jahr aus der Oberliga, Deutschlands fünfter Spielklasse, abstieg. „Der TuS ist etwas besonders. Wir haben viele Sportarten und auch außergewöhnliche wie Schach. Das zeigt sich auch in den Mitgliederzahlen“, sagt Frank Tatzel, Präsident des TuS Rheinberg.

Sportanlagen sind ein Problem

Das andere großes Thema in diesem Zusammenhang sind die angesprochenen Spiel- und Sportanlagen. Wie das Bürgerbarometer weiter zeigt ist mit 47 Prozent knapp nur jeder Zweite mit dem Zustand zufrieden. Die jüngsten Befragten, jene zwischen 14 und 19 Jahren, sind allerdings am häufigsten unzufrieden. „Wir müssen natürlich auch viel in die Instandhaltung und in den Ausbau der Anlage investieren, damit wir attraktiv für junge Menschen bleiben“, sagt Ulrich Hecker. Die schlechten Sportstätten seien laut dem SSV-Vorsitzenden wohl auch ein Grund gewesen, warum es früher viele Vereinsaustritte gab. Welches Kind hat schon Lust, sich in alten Umkleidekabinen umzuziehen, wo der Putz von der Decke bröckelt?

Die Stadt, wie Stefanie Kaleita vom Fachbereich Schule und Sport der Stadtverwaltung erklärt, fördert zu 75 Prozent Sanierungsmaßnahmen der Vereine. Der SV Budberg hat so seine Platzanlage saniert und mit Kunstrasen ausgestattet.

Ulrich Hecker hat am Ende noch eine zugegeben sportliche Vision: „Wenn wir die Infrastruktur weiter verbessern, könnten bald die Voraussetzungen geschaffen sein, um ein Sportabitur an der Europaschule oder am Gymnasium anzubieten.“

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