Kunst

Filigran inszenierte Naturansichten im Rheinberger Stadthaus

33 Ölmalereien von Peter Kempf sind seit gestern im Stadthauszu sehen.

33 Ölmalereien von Peter Kempf sind seit gestern im Stadthauszu sehen.

Foto: elwi

Rheinberg.   Peter Kempf, dessen große Leidenschaft die Feinmalerei ist, zeigt 33 seiner Werke. Zu sehen sind die Gemälde bis zum 11. Februar.

Das Spiel des Lichtes, die unterschiedlich grün und weißlich schimmernden Blattpunkte – tausende, vielleicht noch mehr – der Lampenschein aus Miniaturhäusern oder ein von mattem und dennoch intensiv gefärbtem Sonnenlicht durchfluteter Winterwald, durch den sich der Oberhausener Handbach schlängelt: die Ölmalereien von Peter Kempf lassen sich nicht im vorbeigehen erschließen. Die kunstvollen Details seiner naturalistischen, manchmal auch romantischen Landschaftsmaler wollen in Ruhe von den Betrachtern entdeckt werden. Und vielleicht auch gewürdigt. Denn: „Die Feinmalerei gibt es heute nur noch selten“, sagt Peter Kempf.

Die möglichst naturgetreue Abbildung der Landschaft ist zeitaufwendig. „Manchmal dauert es rund zwei Wochen, wenn man fleißig an einem Werk arbeitet, bis es fertig ist“, sagt der 73-Jährige, autodidaktische Maler aus Oberhausen. 33 Werke – von Miniaturarbeiten bis Großformat – sind seit gestern in der Ausstellung „Naturalistische, romantische Malerei“ im Stadhaus in Rheinberg zu sehen.

Die Arbeiten von Peter Kempf, der einige Jahre als Dozent für Landschaftsmalerei an der Volkshochschule Oberhausen tätig war und seine Werke bereits in ganz NRW, aber auch in Belgien, den Niederlanden und Luxemburg ausstellte, zeigen sommerlich grüne Wälder, manchmal auch Frühlingsansichten mit intensiv in Gelb blühenden Rapsfeldern oder herbst- und winterliche, aber dennoch farbintensive Naturansichten. Doch auch eine Venedig-Ansicht oder Gemälde in der Art des aus dem 19. Jahrhundert stammenden, niederländischen Landschaftsmalers Barend Cornelis Koekkoek sind darunter zu finden. „Die erste Ausstellung seiner Werke im Koekkoek-Haus Ende der 1970er-Jahre in Kleve hat mich sehr inspiriert“, sagt Peter Kempf über sein spezielles Verhältnis zu dem niederländischen Maler.

Doch bis Kempf selbst einen Pinsel in die Hand nahm, dauerte es: „Mit 16 Jahren bekam ich zwar einen Ölmalkasten von meiner Mutter geschenkt, aber ich habe als Kind eigentlich nie gerne gemalt“, erzählt er. Erst im Alter von 43 Jahren sei er ans Malen gekommen, so der gelernte Werkstoffprüfer, der sich seit 1989 intensiv mit der Fein- und auch der Lupenmalerei beschäftigt. Zehn dieser kleinen, mit filigranem Pinselstrich inszenierten Landschaften sind ebenfalls in der Ausstellung in einer Vitrine zu sehen.

Und dass sich Kempf dann ausgerechnet für die heute nur noch selten praktizierte Landschaftsmalerei entschieden hat, hängt nicht nur mit seiner guten Beobachtungsgabe für die Natur zusammen: „Als Künstler muss man sich irgendwann entscheiden, ob man zeitgemäß, also modern malen will, oder zeitlos. Ich habe mich für Letzteres entschieden“, sagt der Maler, „denn bei meinen Werken kann man – außer an den Farben und dem Material – nicht erkennen, in welchen Jahrhundert sie entstanden sind. Sie sind für die Ewigkeit gemalt.“ Zu sehen sind seine Werke noch bis zum 11. Februar.

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