Soziales

Diakonie: Nicht aufgeben, sondern anrufen! Auch in Rheinberg

Lesedauer: 2 Minuten
Albert Sturtz berät am Telefon.

Albert Sturtz berät am Telefon.

Foto: Markus Joosten / FUNKE Foto Services

Fachberatung Demenz macht derzeit keine Hausbesuche, sondern unterstützt per Telefon die Betroffenen und auch die Angehörigen.

Rheinberg/Kreis Wesel. Der Ehemann musste mit Coronaverdacht ins Krankenhaus, die demenzerkrankte Ehefrau ist nun alleine zuhause in Rheinberg. Eine Überforderungssituation für die allein hilflose Seniori n und für die berufstätige Tochter. Diese pflegt ihre Mutter, obwohl sie selber an einer chronischen Krankheit leidet, die sich in der derzeitigen Stresssituation verschlimmert. „Normalerweise hätte ich in dem Fall einen Hausbesuch gemacht, um die Lage vor Ort zu klären und zu besprechen, was jetzt getan werden kann“, sagt Albert Sturtz. Da der Fachberatung Demenz der Grafschafter Diakonie, dem Diakonischen Werk im Kirchenkreis Moers aus Gründen des Infektionsschutzes derzeit keine Hausbesuche möglich sind, wurde die Lage per Telefonmarathon geklärt.

Wie kann die Betreuung der Mutter in der Notsituation gesichert werden? Welche Erleichterungen können für die pflegende Tochter geschaffen werden, damit sie selbst nicht noch kränker wird? „Die Angehörigen sind ja schon in Zeiten der Normalität durch die Betreuung ihrer demenzerkrankten Eltern oder Partner schwer belastet. Die derzeitige Krisensituation verschärft die Lage noch“, sagt Albert Sturtz.

Flexible Lösungen finden

Die Angehörigen fühlten sich oftmals schlicht gelähmt. „Sie denken, in der Krise falle ich hinten runter, weil die Hilfsdienste andere Prioritäten haben“, ist die Erfahrung des Fachberaters. Oft reiche es daher schon aus, die Ratsuchenden in einem ruhigen Telefonat, darin zu bestätigen, dass sie auch in dieser Lage, Schritte gehen und Lösungen in Angriff nehmen können. So wie die chronisch kranke Tochter, die mit Unterstützung von Sturtz mit ihrem Arbeitgeber eine Lösung fand. Für die Zeit des Krankenhausaufenthaltes ihres Vaters fand sie mit ihrem Arbeitgeber eine flexible Arbeitszeitlösung und kümmert sich nun um die demenzkranke Mutter.

Ratsuchende mit Angehörigen, die unter Demenz leiden, finden Unterstützung, praktische Hilfe und ein offenes Ohr bei der Fachberatung Demenz der Grafschafter Diakonie unter der Telefonnummer 02841 7818453

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Rheinberg Xanten und Umland

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben