Bürgerbarometer

Brigitte Pitas ist Grünpatin aus purer Leidenschaft

Wolfgang und Grünpatin Brigitte Pitas, vor ihr Enkelin Hannah, an ihrer öffentlichen Grünfläche in Alpsray

Wolfgang und Grünpatin Brigitte Pitas, vor ihr Enkelin Hannah, an ihrer öffentlichen Grünfläche in Alpsray

Rheinberg.  Laut Bürgerbarometer ist den Rheinbergern der Naturschutz wichtig. Viele sagen auch, dass sie sich um öffentliches Grün kümmern würden.

Den Rheinbergern ist laut NRZ-Bürgerbarometer der Natur- und Umweltschutz sehr wichtig. Fast 90 Prozent sehen das so. Lediglich die Jüngsten, jene von 14 bis 19 Jahren, sind am häufigsten unentschieden. Ebenso können sich fast zwei Drittel der Rheinberger (64 Prozent) vorstellen, öffentliche Grünanlagen im unmittelbare Umfeld zu pflegen und der Stadt so entlastend unter die Arme zu greifen – mit einer Einschränkung: Frauen sagen hierbei deutlicher als Männer, dass sie auf gar keinen Fall die Grünpflege für die Stadt übernehmen würden.

Brigitte Pitas aus Alpsray versteht das nicht. Sie ist seit mehr als 20 Jahren Grünpatin. „Mir macht die Grünpflege sehr viel Spaß, das ist das Entscheidende. Und es sieht einfach schöner aus, wenn man vor der Haustür öffentliches Grün so bepflanzen kann, wie man es mag“, sagt Pitas. Vor ihrer Haustür an der Dahlienstraße hat sie knapp vier Quadratmeter öffentliche Grünanlage, die bei der Verkehrsberuhigung der Straße vor rund zwanzig Jahren entstanden. Im Frühjahr jätet sie Unkraut und bepflanzt das Beet mit Hortensien und Buchsbäumchen. Wie viel Zeit das in Anspruch nimmt? „Schwer zu sagen, wie viel Zeit ich im Jahr für die Pflege aufwende.“ Der zeitliche Faktor scheint nicht der Entscheide zu sei bei Pitas, viel eher aber der ästethische. Schließlich soll es ja vor ihrer Haustür schön aussehen.

Etwa 130 Grünpaten in der Stadt

Insgesamt gibt es etwa 130 Grünpaten in Rheinberg – auf dem Papier zumindest. Die Idee mit den Grünpaten kam der Stadt schon vor mehreren Jahrzehnten. „Da, wo öffentliches Grün in der Nähe zur Haustür ist, boten wir die Erstbepflanzung an und suchten Anwohner, die sich fortwährend um die Pflege dieser Anlagen kümmerten“, erklärt Holger Beck vom Dienstleistungsbetrieb die Aktion, die vor allem da gut laufe, wo gewachsene Nahbarschaften vorzufinden seien – wie in Alpsray.

Beck bedauert aber im gleichen Atemzug, dass bei der „beruflichen Belastung und dem heutigen Zeitgeist“ immer weniger die Zeit und Muße hätten, sich um öffentliches Grün zu kümmern. „Leute, die aktiv mit anpacken, sind rar gesät. Vielleicht ändert sich das aber bald wieder“, so Beck. Da die Mittel der Stadt für die Grünpflege knapp seien und zugleich die Stadt immer größer werde, benötige man aber helfende Hände.

Für Pitas steht fest, dass sie weiterhin Grünpatin sein wird – wie viele ihrer Nachbar in Alpsray auch. Beck räumt mit einem verbreiteten Irrglauben auf: „Unsere Grünpaten bekommen natürlich die braunen Abfallsäcke gestellt.“

Kostenfreie Grünabfuhr für Paten

Zudem gibt es eine kostenfreie Grünabfuhr, die einmal im Monat die Müllsäcke einsammelt. Einzige Voraussetzung: Die Grünpaten müssen ihre Säcke vorher wie beim Sperrmüll bei der Stadt anmelden, damit die Grünabfuhr Bescheid weiß, wohin sie fahren muss.

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